Politische Bildung muss bei der Jugend ankommen

Von der Schulbank in die Wahlkabine Die Online-Artikel häufen sich, in den Briefkästen tauchen die ersten Wahlprogramme auf und regelmäßig drängt sich einem das Lächeln eines Politikers auf. Das bedeutet nur eins: In Belgien stehen Wahlen an, diesmal für Europa auch schon die Sechszehnjährigen. Vielen ist jedoch nicht so richtig bewusst, wie Politik in unserem Land eigentlich funktioniert.

Wegen einer Lücke im Rahmenplan, durch wachsendes Desinteresse am Thema? Nein, so einfach geht das nicht, nicht in Anbetracht der schon getätigten Reformen. Während die Verankerung politischer Themen in den Rahmenplänen eine Basis darstellt, hängt der Wissenstransfer und die Lehrform zuletzt von der Lehrperson ab. Das Ergebnis: dürftig.

Obwohl indirekt politische Themen besprochen werden, ist den Schülern oft nicht bewusst, dass dies ein aktiver Beitrag zu ihrer politischen Bildung darstellt. Es entsteht der Eindruck die Schule vernachlässige diesen Bereich. Wie also jungen Erwachsenen zusätzlich politische Kompetenzen vermitteln?

Wir halten Projekte in Kooperation mit politischen Institutionen auf Ebene der DG oder in Brüssel für sinnvoll. Statt die verschiedenen Einrichtungen nur theoretisch durchzunehmen, bleiben ein Besuch im PDG oder die Teilnahme an einer Debatte im Gedächtnis und wecken das Interesse der Jugendlichen. Auch sind wir überzeugt, dass politikbezogene Rollenspiele zu Themen wie Klimaschutz oder Jugendangebot die Argumentationsfähigkeit der Schüler stärken und die Befassung mit gesellschaftlichen Problemen fördern.

Das Ziel lautet: Politische Bildung muss beim Schüler ankommen! Wie sonst soll in der Auseinandersetzung mit Politik und den anstehenden Wahlen eine durchdachte, reife Entscheidung getroffen werden? Lieber nicht mit einem Fragezeichen über dem Kopf. Auch wenn sie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt und bereits im Elternhaus beginnen sollte, haben Politik und Schule die Möglichkeit notwendige Hebel umzulegen. Solange diese nicht getätigt wurden, folgt für uns der logische Schluss: Eine Wahlpflicht ab 16 Jahren ist nur nach entsprechender Aufklärung vertretbar.

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