Es verspricht ein spannender Abend zu werden. Auf der Bühne im Triangel stellen sich Fabienne Colling (Ecolo), Jérôme Franssen (CSP), Oliver Paasch (ProDG), Antonios Antoniadis (SP), Gregor Freches (PFF) und Michael Balter (Vivant) den Fragen von GrenzEcho-Chefredakteur Christian Schmitz und Stephan Pesch, Chefredakteur des Belgischen Rundfunks (BRF).
GrenzEcho und BRF hatten im Vorfeld entschieden, nur jene Spitzenkandidaten der sechs Parteien, die eine vollständige Liste eingereicht haben, auf die Bühne einzuladen. Einzelkandidat Gerhard Schmitz (Liste24.dg) und Jolyn Huppertz (Huppertz+Co) sollten dagegen aus der ersten Reihe in die Debatte eingebunden werden. Das lehnten beide Kandidaten jedoch ab, sodass die Diskussion ohne sie stattfinden wird.
Anders als noch vor fünf Jahren sind die Parteien 2024 ohne vorherige Koalitionszusagen in den Wahlkampf gestartet. Ob dem wirklich so ist, oder inwiefern die „Gespräche im Vorfeld“ einer solchen Absprache doch eher entsprechen, wird mit Sicherheit ebenso thematisiert werden, wie die Aussagen der Parteien zu den drängendsten Themen Fragen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Dazu gehören Fachkräftemangel, Bildung, Pflege, Finanzlage der DG, Kinderbetreuung und Autonomie der DG. Aber keineswegs soll und wird es eine „abgehobene“ Debatte werden, in der die Spitzenkandidaten ihr Programm abspulen. Dass es nicht dazu kommen wird, dafür wird unter anderem auch die geplante Live-Beteiligung der Zuschauer an der Debatte sorgen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer vor Ort im Triangel aber auch Zuhause vor dem Computer – die Debatte wird im Live-Stream übertragen – erhalten die Möglichkeit, sich zu beteiligen.
Es sind unter anderem diese Themen, zu denen sich alle Parteien im Vorfeld in ihren Programmen geäußert haben. Doch worin unterscheiden sich diese Äußerungen? Wie konservativ ist die CSP? Wie progressiv die SP? Wie liberal die PFF? Oder wie grün ist Ecolo? Und wo in diesem Spektrum befinden sich ProDG und Vivant? Antworten auf diese und andere Fragen wird man sicherlich ein Stück näher gekommen sein nach dem Abend und somit vielleicht etwas klarer sehen, wofür der Spitzenkandidat oder die Spitzenkandidatin der Partei steht, neben der man am Sonntag sein Kreuzchen macht. Die Debatte startet um 20h. Der Einlass ist ab 19 Uhr bis 19.50 Uhr bzw. bis alle Plätze belegt sind. Der Eintritt ist gratis. Vorbestellungen sind nicht möglich. Wer also live dabei sein will, sollte frühzeitig vor Ort sein.
Die Debatte kann auch unter www.grenzecho.net im Livestream verfolgt werden.




Kommentare
Die Entscheidung von BRF und GE, Jolyn Huppertz und mir keinen Platz auf der Bühne anzubieten, zeugt ja nicht bloß von ihrer Respeklosigkeit gegenüber Jolyn Huppertz und mir, sondern auch von Respektlosigkeit gegenüber dem Publikum, indem sie diesem vorschreiben, an wen es seine Fragen tunlichst vorzugsweise zu stellen hat.
Und schlussendlich tragen BRF und GE zu einer zurecht beklagten fortschreitenden Entmenschlichung der Politiker bei, die darin besteht, dass Politiker eher als Verkörperung einer mehr oder weniger "relevanten Idee" statt als Menschen wahrgenommen werden. Insofern sinkt die Hemmschwelle gegen das verbale und schlimmstenfalls physische Draufkloppen auf Politiker weiter.
Schließlich exerzieren BRF und GE vor, dass man nicht nur Ideen kritisieren bzw. als weniger relevant betrachten darf, sondern auch die Menschen, die diese Ideen vertreten, schlecht behandeln darf.
Das mit Gerhard Schmitz und der Liste von Jolyn Huppertz ist wirklich schlecht geregelt worden. Warum sollen die bitte nicht auf gleicher Höhe der etablierten Parteien diskutieren dürfen...?!
Wirklich schämenswert für grenzecho und brf...
Werte Medienschaffenden,
es gibt keine Politkverdrossenheit, es gibt nur Politiker-verdrossenheit.
Herzlichen Glückwunsch, ihr Medienschaffenden habt wiedermal dabei geholfen, Klischees zu bestätigen.
Ich verstehe nur eins, das ganze Truwabuh das um Herrn Gerhard Schmitz und Frau Joly Huppert gemacht wird ist die beste kostenlose Werbung die man sich denken kann.
Eine mal wieder völlig abwegige, egozentrische und letztlich populistische Argumentation von Herr Schmitz, der sich - mal wieder - schlecht behandelt fühlt.
Aber warum eigentlich?
Nirgends wird Einzelkandidaten oder Splittergruppierungen soviel mediale Aufmerksamkeit geschenkt und soviel Raum zur Darlegung ihrer Ideen geboten, wie in den Medien der DG.
Selbst zur „Elefantenrunde“ von BRF und GE wurden sie eingeladen, was nirgends sonst Usus ist.
Dass der BRF und das GE einen Unterschied machen zwischen vollständigen Listen und Einzelkandidaten, die weder Zeit und wohl auch keine Lust hatten, MistreiterInnen zu finden oder eine vollständige Liste aufzubieten, ist auch aus demokratischer Sicht legitim. Schließlich hat der Gesetzgeber auch Bedingungen definiert, um sich zur Wahl zu stellen, damit nicht jeder… „Spinner“ auf diesen Gedanken kommt und die Parteienlandschaft nicht vollständig zersplittert.
Wenn natürlich niemand, auch bei den Wahlen bereit ist, Kompromisse einzugehen, weil Parteien, ihre KandidatInnen oder deren Programm nicht zu 100% seinen Vorstellungen entsprechen, werden wir es bei den kommenden Wahlen in der DG nicht mit 8 sondern möglicherweise mit 25 Listen zu tun haben. Dies mag der eine oder andere begrüßen, für den demokratischen Prozess ist dies kaum förderlich.
Herr Schmitz hat ohne Skrupel während der Corona-Pandemie in 1000 Kommentaren auch die Entscheidungen von… Politikern unaufhörlich torpediert und null Kompromissbereitschaft und Solidarität gezeigt hat. Er hat an Demos teilgenommen, bei denen Politiker am Galgen oder hinter Gittern durch die Straßen getragen wurden wurden.
Wenn dieser Herr Schmitz jetzt zu erkennen glaubt, dass die Entscheidung von GE und BRF, verbalen und tätlichen Angriffen auf… Politiker Nahrung gibt, muss man wirklich fragen, was da bei ihm wohl im Argen liegt. Völlige egozentrische Verblendung?
Bedarf es eigentlich noch eines Nachweises, der belegt, dass es Herrn Schmitz nicht um Versöhnung und Überwindung von gesellschaftlichen Gräben geht, wie er absurderweise vorgibt, sondern in Wirklichkeit um weitere Spaltung zu seinem Vorteil?
Vor kurzem berichtete der BRF, dass der WDR das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) von einer Podiumsdiskussion u.a. aufgrund mangelnder Relevanz ausgeschlossen hatte, und dass eine diesbezügliche Klage des BSW vom Gericht Erster Instanz abgewiesen wurde. Nun hat aber eine höhere Instanz dem BSW im Eilverfahren Recht gegeben und die Teinahme des BSW an der ARD-„Wahlarena“ erzwungen.
Übrigens hatte ein aufmerksamer Kommentator von OD hierauf hingewiesen.
Herr Gerhard Schmitz bevor sie es vergessen, sie kandidieren In Belgien und nicht in der BRD
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