Altweiber in Kelmis: „Wir sind doch nicht aus Zucker“

Karneval

Jede Menge los im Kelmiser Festzelt: Das Altweiberkomitee schätzte die Teilnehmerzahl gestern auf 1.500 Auw Wiever.
Jede Menge los im Kelmiser Festzelt: Das Altweiberkomitee schätzte die Teilnehmerzahl gestern auf 1.500 Auw Wiever.

Schon ganz früh am Donnerstagmorgen konnte man im Ortskern von Kelmis ein reges Treiben von Alten Weibern ausmachen.

Von Roger Braem

Doch die wollten nicht etwa frühzeitig das Rathaus stürmen, es führte sie erst in die Bäckereien, wo frische Brötchen und die eine oder andere Leckerei für das Frühstück mit Freundinnen eingekauft wurden. Auch die Snacks und Cafés, die Frühstück zu sozialen Preisen und teils sogar gratis anboten, waren ausgebucht.

Leiblich gestärkt und moralisch in Feierlaune fanden sich einige hundert Frauen am Kulturzentrum Select, dem Vereinslokal des Kelmiser Altweiberkomitees (AKW) ein, um pünktlich um 10 Uhr den Umzug in Richtung Albertstraße zu starten. Dort wurde am Denkmal des „Küsch“, des Bronzeschweins, das als Wahrzeichen des Kelmiser Karnevals dient, ein Ehrentrunk gereicht. Weiter zog sich der närrische Lindwurm, traditionell angeführt durch den Kgl. Spielmannszug Walhorn, über „die Acht“ (Albert-, Thym-, Kirch- und Kapellstraßen) zum Kirchplatz, wo der Tross der gut gelaunten Auw Wiever, dem sich inzwischen scharenweise junge und jung gebliebene Mädels, allein oder in Gruppen, angeschlossen hatten, vom amtierenden Narrenherrscher S.T. Andy I. nebst Gefolge sowie vom Gemeindekollegium empfangen wurde. Nach offiziellen Schätzungen des Karnevalskomitees nahmen mindestens 1.500 Alte Weiber teil. Auffallend viele Teilnehmerinnen aus Vaals hatten den Weg nach Kelmis gefunden. So meinte Annemie richtigerweise: „Wir sind zwar süß, aber doch nicht aus Zucker“, als Regen einsetzte. Bürgermeister Louis Goebbels stellte sein Kollegium als Bedienstete des neuen Parkhotels vor und Marie-Thérèse Beckers als Präsidentin sowie die Mitglieder des AWK hatten für jeden von ihnen das passende Deckelchen aufs Töpfchen. So wurde Bürgermeisters Hund Benny zum Orakel für die Austragung des Rosenmontagszuges gekürt und Louis Goebbels selbst zum Kelmiser Napoleon erhoben. Zahlreiche Auw Wiever nutzten diese Station um sich mit der traditionell spendierten Erbsensuppe mit Einlage zu stärken. Nach gut einer Stunde zog der Pulk der Frauen zum Gemeindelager an der Lütticher Straße, wo sie von den Gemeindearbeitern im großen Festzelt beköstigt und unterhalten wurden.

Der Leiter des Wasserdienstes, Patrick Herzet, begrüßte die Alten Weiber und bedankte sich bei den Sponsoren, ohne die solch ein Empfang nicht möglich wäre. Beim anschließenden Konzert auf der Gemeindebühne auf dem Kirchplatz sorgten die Stimmungskanonen Choucke & Kowalski, José Hagelstein, Los Cannonos und Domm & Dööl für ausgelassene Stimmung. Die letzte Station des Tages war Carrefour Market am anderen Ende des Kirchplatzes, wo die Teilnehmerinnen seit Jahren schon mit Leckereien beköstigt werden ehe man in der Patronage beim Prinzenball oder in den Kneipen der Ortschaft bis tief in die Nacht weiter feiern konnte.

Bürgermeister Louis Goebbels gab den symbolischen Rathausschlüssel nur ungern aus der Hand. | Foto: Roger Braem
Bunt und auffallend präsentierten sich gestern diese Karnevalistinnen.

Altweiber in Kelmis

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