Euregio-Schüler-Literaturpreis für Wells

Kultur

Benedict Wells veröffentlichte Im Februar 2016 seinen vierten Roman „Vom Ende der Einsamkeit“, an dem der heute 34-Jährige laut eigenen Angaben sieben Jahre schrieb. | Foto: Veranstalter

Nach der Abgabe ihrer Stimmzettel verfolgten die rund 200 anwesenden Schülerinnen und Schüler aufgeregt die eingeblendeten Nominierungen auf der großen Leinwand. Am Ende bleibt nur noch ein einziger Name übrig, und Sylvie Schenk vom EuregioKultur e.V. verkündet“e unter großem Applaus: „Und der Gewinner 2018 ist … Benedict Wells.“

In den vergangenen Monaten haben die Jugendlichen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden die sechs nominierten Bücher nicht nur intensiv im Unterricht besprochen, sondern auch mit Profi-Literaturkritikern diskutiert und bei Lesungen den Schriftstellerinnen und Schriftstellern direkt ihre Fragen gestellt.

Aus diesem Grund kamen die Schülerinnen und Schüler, die mit Bussen aus der gesamten Euregio ins Königliche Athenäum nach Visé angereist sind und durch Platzkarten nun zufällig zusammensitzen, in Visé schnell ins Gespräch. Nach einem ersten sprachübergreifenden Kennenlernen erarbeiten sie dann in Gruppen, nun wieder nach Sprachen, Plädoyers für ihr Lieblingsbuch, um in der großen Runde ihre Mitjuroren vom eigenen Favoriten zu überzeugen. Seit der ersten Verleihung im Jahre 2002 sind diese Jurytage eine Besonderheit beim grenzüberschreitenden Euregio-Schüler-Literaturpreis. Denn aus den zwei französisch-, zwei niederländisch- bzw. flämisch- und zwei deutschsprachigen Nominierungen wählen nicht einige wenige Experten den Gewinner oder die Gewinnerin, sondern alle am Projekt teilnehmenden Jugendlichen in einer großen Abstimmung. Benedict Wells, der Autor des Gewinnerbuches „Vom Ende der Einsamkeit“, ist freudig überrascht, als er live per Skype dazugeschaltet wird und sich bei der winkenden und jubelnden Menge für die Auszeichnung bedankt.

Die feierliche Verleihung findet am 15. Mai in der Manège de la Caserne Fonck in Lüttich statt.

Sein Roman erhielt mit großem Abstand die meisten Stimmen und handelt von drei Geschwistern, die ihre Eltern früh bei einem Autounfall verloren haben, gemeinsam ein Internat besuchen und nach diesem Schicksalsschlag ihre eigenen Wege im Leben finden müssen. Im Zentrum steht dabei der Ich-Erzähler Jules und seine Beziehung zu Alva, mit der er schließlich eine eigene Familie gründet. Die feierliche Verleihung des Preises findet am 15. Mai in der Manège de la Caserne Fonck in Lüttich statt. Die Schülerinnen und Schüler werden den Preisträger ehren und für ein musikalisches Rahmenprogramm sorgen. Zu den geladenen Gästen gehören zahlreiche Vertreter aus Kultur und Politik aus der gesamten Euregio. (red)

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