„Treesche Hips“ wollen hoch hinaus

Generation

Angefangen hat alles vor vielen Jahren auf der Manderfelder Kappensitzung: Neben dem klassischen Tanzmariechen- und Gardetanz wollten die „Treesche“ Mädchen auch moderne Darbietungen aufführen. Mittlerweile ist daraus eine feste Tanzgruppe entstanden, die sich „Treesche Hips Showdance“ nennt und vermehrt außerhalb der Karnevalssession auftritt. Am Samstag ist die Formation beim Dance-Meeting in Büllingen zu sehen.

Von Allan Bastin

Der Applaus war groß zum Ende des Auftrittes der „Treesche Hips“ auf der Manderfelder Kappensitzung im Februar. Mit einer eindrucksvollen Pyramide, bestehend aus über 20 Mädchen, rundeten sie ihre gelungene Performance ab. „Das Feedback war gewaltig“, blickt Nina Heiners, die die Gruppe trainiert, zurück. „Wir bekommen immer wieder gesagt, dass es doch was her macht, wenn so viele Tänzerinnen auf der Bühne stehen. Das freut uns natürlich sehr.“

Entgegen manch anderer Vereinigungen haben die „Treesche Hips“ in letzter Zeit reichlich Zuwachs bekommen: „Von anderen Tanzgruppen hört man immer wieder, dass sie Schwierigkeiten haben, ausreichend Mitglieder zu finden. Das ist bei uns glücklicherweise nicht der Fall.“

Aber das war nicht immer so, erzählt Carrie Heiners, die seit fast zehn Jahren dabei ist: „Die Tanzgruppe existiert eigentlich schon ziemlich lange. Allerdings stand sie zu Beginn nur einmal im Jahr auf der Bühne, und zwar bei der Manderfelder Kappensitzung. Nach ein paar Jahren war dann die Luft raus. Als meine Schwester Nina die Gruppe 2012 übernommen hat, waren wir nur noch zu fünft.“ Danach ging es bergauf: „Jedes Jahr kamen neue Tänzerinnen hinzu. Heute sind wir 21“, sagt Nina Heiners.

Obwohl die Gruppe den Namen „Treesche Hips“ trägt, kommen die Tänzerinnen aus allen Ecken der Eifel. Michelle Jost ist zum Beispiel aus Mürringen. Auch Mächen aus Amel und St.Vith haben Interesse bekundet, bei den „Treesche Hips“ mitzutanzen. „Bei uns ist jeder aber 18 Jahren herzlich willkommen“, lacht Nina Heiners. „Bisher war es so, dass fast alle Tänzerinnen irgendeinen Bezug zum Treeschland haben. Sei es, weil sie von dort stammen oder weil ihr Freund dort wohnt. Daher haben wir uns auch 2012 für diesen Namen entschieden. Er sollte unsere Herkunft widerspiegeln.“

Hips steht für Hüfte, also für unseren Hüftschwung

Stephanie Held

Und warum „Hips“? „Das steht für Hüfte, also für unseren Hüftschwung“, witzelt Tänzerin Stephanie Held. Davon abgeleitet trägt das Maskottchen der Gruppe den Namen „Hippo“. „Es ist ein Nilpferd mit hohem Wiedererkennungswert. Es trägt genau wie wir eine blau-schwarze Teamjacke und darf bei keinem Auftritt fehlen“, erzählt Carrie Heiners.

Die Reise von „Hippo“ führte in diesem Jahr schon u.a. nach Schönberg, Lommersweiler, St.Vith und sogar auf die Kartstrecke nach Grüfflingen. Am Samstag steht das Dance-Meeting in Büllingen an, das von den Showdancers organisiert wird und bei dem viele befreundete Vereine in der Sporthalle Büllingen auftreten.

Aber die Tänzerinnen wollen auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt werden: „Die deutsche Seite würde uns schon sehr reizen. Dort auf Sitzungen aufzutreten, wäre eine tolle Sache. Wir freuen uns auch auf die Einstufung der Tanzvereine, die aber nicht jedes Jahr stattfindet. Dort können wir uns mit den anderen Gruppen und insbesondere den Showtanzgruppen, wovon es in unserer Gegend nur wenige gibt, messen“, sagt Nina Heiners.

In diesem Jahr werden sich die „Treesche Hips“ dem Manderfelder Turnverein anschließen.

Bis dahin heißt es für die „Treesche Hips“ jedoch: proben, proben, proben. Und auch, wenn die Hauptsaison für die Tanzgruppe nun vorbei ist, geht es bald wieder zur Sache: „Nach Karneval ist vor Karneval“, lacht Stephanie Held. Schon im Juni starten die Vorbereitungen auf die nächste Session: „Das Thema habe ich eigentlich schon lange davor im Kopf“, erzählt Nina Heiners. Die 28-Jährige kümmert sich nicht nur um die Choreographien, sondern auch um die Auswahl der Kostüme. Und nicht nur das: „Ich schneide auch die Musik selbst. Es ist also einiges zu tun.“ Den „Hühnerhaufen“ unter Kontrolle zu halten, sei manchmal gar nicht so einfach: „Es ist bestimmt nicht immer leicht für sie, die Nerven mit uns zu behalten“, lacht Michelle Jost.

Geprobt wird einmal in der Woche, vor wichtigen Auftritten auch häufiger. „Unsere Auftritte dauern im Durchschnitt fünf bis sechs Minuten. Bei einer Probe trainieren wir natürlich nicht gleich den gesamten Auftritt, sondern jeweils Bruchstücke von höchstens dreißig Sekunden, damit auch jedes Detail sitzt. Zuerst üben wir trocken und dann mit Musik. Vorher wärmen wir uns natürlich auf, damit sich niemand verletzt.“ Zu ernsteren Blessuren sei es bisher noch nicht gekommen: „Bei uns gibt es auch nicht wirklich akrobatische Hebefiguren, also ist das Verletzungsrisiko nicht sehr hoch. Umknicken kann immer mal jemand, aber was Ernsteres ist noch nicht passiert.“

In diesem Jahr werden sich die „Treesche Hips“ dem Manderfelder Turnverein anschließen. Das mache schon aus versicherungstechnischer Hinsicht Sinn: „Zunächst einmal hat es den Vorteil, dass wir bei möglichen Unfällen über den Verein versichert sind. Und zum anderen können wir so den Turnverein stärken.“ Sehr bald wird es auch die „Treesche Hips“-Minis geben, die sich in erster Linie an die 13- bis 17-Jährigen richtet. Während die Großen erstmals am Montag trainieren werden, proben die Minis am Dienstagabend. Das Ganze unter der Leitung von Nina Heiners. „Für die Jüngeren gab es bisher in Manderfeld noch keine Tanzgruppe. Natürlich hoffen wir, dass die Minis genauso viel Spaß und Erfolg haben werden, wie die großen ‚Treesche Hips’“.

Kommentare sind geschlossen.