Dem Chef des Transport- und Logistikunternehmens Jost Group mit Sitz im luxemburgischen Weiswampach wird unter anderem Menschenhandel, Betrug, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Laut belga-Informationen ist neben Roland Jost außerdem gegen zwei weitere Personen Haftbefehl erlassen worden.
Nach VRT-Angaben verdächtigt die Föderale Staatsanwaltschaft das Unternehmen, hierzulande zwischen 2014 und 2016 Sozialversicherungsbeiträge in Millionenhöhe hinterzogen zu haben. Mithilfe von Briefkastenfirmen in Rumänien und der Slowakei soll das Transport- und Logistikunternehmen knapp 1.100 billige ausländische Lkw-Fahrer beschäftigt haben, um so keinen Beitrag zur Sozialsicherheit für die Arbeiter in Belgien leisten zu müssen. Die Justiz geht davon aus, dass dadurch in Belgien rund 55 Millionen Euro an Sozialabgaben nicht bezahlt wurden. In Luxemburg soll die Transportgruppe ein ähnliches Geschäftsmodell aufgebaut haben.
Am Montagmorgen, 8. Mai, wurden einige Büroräume des Transportunternehmens Jost Group in mehreren Ländern durchsucht. In der Region wurden unter anderem die Standorte in Herstal, Stavelot, Weismes, Bierset und Herve von Beamten der Polizei kontrolliert. Es wurden aber auch Razzien an den Niederlassungen in Rumänien, der Slowakei und im luxemburgischen Weiswampach durchgeführt. (belga/calü)
