Frauen sind kein Freiwild

Kommentar

Der Richter betonte, dass das Verhalten des Mannes nicht toleriert werden kann. Illustrationsfoto: Imago

Mit dem Urteil gegen den Busengrapscher hat das Gericht das richtige Zeichen gesetzt, findet GE-Redakteurin Cynthia Lemaire. Denn: Frauen sind kein Freiwild.

Als sie das Urteil erfahren hat, ist der Geschädigten wohl ein Stein vom Herzen gefallen: Der Mann, der ihr an den Busen gefasst hatte, ist vom Eupener Strafgericht verurteilt worden. Da der 65-Jährige eine Arbeitstrafe abgelehnt hatte, wurde es eine Haftstrafe auf Bewährung. Nicht genug, dass der Mann seine Hände nicht bei sich halten konnte, er hatte noch nicht Mal den Mut, zu seinem Fauxpas zu stehen und behauptete, sein Opfer würde lügen. Zum Glück ist das Urteil eindeutig: An der Schuld des Mannes bestehen laut Richter nicht die geringsten Zweifel.

Dass viele Männer – und vielleicht auch einige Frauen – nach dieser Entscheidung mit dem Kopf schütteln und das Grapschen als Bagatelle abtun, die keine Klage Wert ist, ist traurig genug und eine Häme für die Opfer. Man kann diesen Kopfschüttlern nur wünschen, dass sie keine Töchter haben, die irgendwann nach Hause kommen und erzählen, wie ein Mann sie gegen ihren Willen angefasst hat. Und dass niemand in ihrem Umkreis Opfer eines sexuellen Übergriffs wird. Und ja, ein sexueller Übergriff fängt da an, wo jemand unaufgefordert grapscht. Danke, Justitia!

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