Atomausstieg wie geplant – außer für Tihange I

Föderalregierung: Reaktor in Tihange bleibt zehn Jahre länger am Netz

Der Reaktor Tihange I bleibt zehn Jahre länger am Netz - bis 2025.

Das Kernkabinett der Föderalregierung hat am Mittwoch beschlossen, sechs der sieben Kernreaktoren im Land laut dem Gesetz von 2003 über den Automausstieg zu schließen. Einzig Tihange I bleibt zehn Jahre länger am Netz als geplant – bis 2025. Zudem muss Monopolist Electrabel 20% seiner Atomstromproduktion abgeben, um die Verbraucherpreise zu drücken.

Jahrelang hat die Föderalregierung die Entscheidungen vor sich hingeschoben, am Mittwoch nun lag Premier Elio Di Rupo (SP) und seinen Vizepremiers der von Staatssekretär Melchior Wathelet (CDH) entworfene Ausrüstungsplan vor, und nach weniger als zwei Stunden Beratungen stimmte das Kernkabinett den Vorschlägen größtenteils zu: Sechs von sieben Akw werden wie geplant geschlossen, nur der Reaktor Tihange I bleibt zehn Jahre länger – bis 2025 – am Netz, um die Stromversorrung zu garantieren. Endlich hat die Branche Planungssicherheit und kann die Rentabilität von potenziellen Investitionen abwägen.

Beobachter hatten mit einer schwierigeren Entscheidungsfindung gerechnet, da die Kernenergie Befürworter und Gegner in der Föderalregierung hat. Wathelet hatte denn auch den Kompromiss gesucht und einen halben Atomausstieg im Jahr 2015, dem Jahr der Schließungen der drei ältesten Reaktoren, vorgeschlagen. Seine Idee, die Reaktoren von Doel I und Doel II ein Jahr länger – bis 2016 – in Betrieb zu halten, wurde von der Regierungsspitze verworfen.

Alle Einzelheiten lesen Sie im GE von Donnerstag.

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