McLaren trennt sich von Honda

Formel 1

Sebastian Vettel (Ferrari) und seine Mitstreiter dürfen sich auch in den nächsten Jahren auf den Formel-1-Neuzeitklassiker in Singapur freuen. Der Vertrag für das Nachtrennen und ein Rahmenprogramm mit Stars von Ariana Grande bis Seal wurde passend zum zehnjährigen Jubiläum um vier Jahre bis 2021 verlängert. | Foto: afp

McLaren hat mit der Trennung von Motorenpartner Honda ein umfassendes Geschacher um Fahrer und Motoren in der Formel 1 ausgelöst. Damit werden die Briten, bei denen auch unser Landsmann Stoffel Vandoorne unter Vertrag steht, immerhin Starpilot Fernando Alonso aus Spanien im Team halten.

Von Christopher Köster

Der große Kuhhandel der Formel 1 ist endlich perfekt: Wie in der Szene schon lange erwartet, trennt sich der britische Traditionsrennstall McLaren nach einem dreijährigen Missverständnis von Motorenpartner Honda, fährt ab 2018 mit Renault-Power im Heck und löst ein riesiges Erdbeben in der Königsklasse aus. Damit wird aller Voraussicht nach auch Starfahrer Fernando Alonso im Team gehalten, als Kollege des Belgiers Stoffel Vandoorne.

Für McLaren endet eines der größten Missverständnisse.

„Unsere Partnerschaft hat nicht so floriert, wie wir uns das alle gewünscht hatten. Es liegt sicherlich nicht am mangelnden Einsatz von McLaren oder Honda, aber es ist Zeit, in unterschiedliche Richtungen zu gehen“, sagte McLaren-Boss Zak Brown im Vorfeld des Großen Preises von Singapur (Sonntag, 14 Uhr) zur Trennung von den Japanern. Vorausgegangen waren dem Deal wochenlange Verhandlungen, die noch einige weitere Verschiebungen in der Serie zur Folge haben.

Weil Renault sich als Motorenhersteller in der Formel 1 nicht in der Lage sieht, neben dem eigenen Werksteam, Red Bull und nun McLaren einen vierten Rennstall zu beliefern, trennen sich die Franzosen von Toro Rosso. Das Red-Bull-Tochterteam wechselt daher zu Honda. Dieser Hersteller konnte so auch im Interesse der Formel-1-Bosse in der Rennserie gehalten werden.

Zudem gibt Toro Rosso den Spanier Carlos Sainz jr. an Renault ab. „Ich bin sehr glücklich, zu Renault zu wechseln. Ich freue mich schon, mit allen zu arbeiten und an der Seite von Nico Hülkenberg zu fahren“, sagte Sainz zu diesem Transfer. Jolyon Palmer muss Renault dafür verlassen. Alonso hatte seinen Verbleib bei McLaren noch am Donnerstag an die Entscheidung McLarens geknüpft, aber auch betont, „loyal“ zu seinem jetzigen Team zu stehen.

Für McLaren endet mit dem spektakulären Geschacher eines der größten Missverständnisse der 51-jährigen Teamgeschichte. 2015 waren die Briten mit Honda angetreten, die einstige Traumehe aus den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren wieder aufblühen zu lassen. Damals hatten die Starfahrer Ayrton Senna und Alain Prost dem Duo jeweils vier Konstrukteurs- und Fahrertitel beschert. Ausgerechnet Prost führte als Berater für Renault nun die Verhandlungen an.

Mit den Hybrid-Motoren war McLaren-Honda allerdings die Lachnummer der Formel 1. In drei Jahren gelang dem Rennstall kein einziger Sieg, derzeit reicht es mit elf Punkten nur zum vorletzten Platz in der Teamwertung. „McLaren hat immer dafür gearbeitet, langjährige Partnerschaften mit seinen technischen Zulieferern zu schließen“, sagte Brown weiter: „Ich bin überzeugt, dass wir einen großen Wert für Renault liefern können.“

Trotz der großen Traditionen beider Unternehmen – McLaren fährt seit 1966 ununterbrochen in der Formel 1, Renault ist seit 1977 in unterschiedlichen Art und Weisen in der Königsklasse vertreten – ist es die erste Zusammenarbeit der beiden Hersteller. Sie gilt zunächst für drei Jahre. „McLaren-Renault ist eine Partnerschaft für Siege“, heißt es in der Pressemitteilung vollmundig.

Nach der fünfjährigen Partnerschaft mit Honda (1988 bis 1992) waren ab 1995 die McLaren-Piloten 20 Jahre lang mit Mercedes im Rücken gefahren. In dieser Zeit gewannen Mika Häkkinen (1998 und 1999) sowie Lewis Hamilton (2008) den Fahrer-Titel, 1998 feierte der Rennstall zudem seine letzte Kontrukteurs-WM. (sid)

Großer Preis von Singapur, 14. von 20 Läufen zur Formel-1-WM 2017, 1. und 2. freies Training (eine Runde = 5,073 km):

1. Daniel Ricciardo (Aus) Red Bull 1:40,852 Minuten, 2. Max Verstappen (NL) Red Bull 1:41,408, 3. Lewis Hamilton (GB) Mercedes 1:41,555, 4. Valtteri Bottas (Fin) Mercedes 1:42,104, 5. Nico Hülkenberg (D) Renault 1:42,448, 6. Stoffel Vandoorne McLaren 1:42,501, 7. Sebastian Vettel (D) Ferrari 1:42,598, 8. Fernando Alonso (Sp) McLaren 1:42,788, 9. Sergio Perez (Mex) Force India 1:42,826, 10. Kimi Räikkönen (Fin) Ferrari 1:42,835, 11. Esteban Ocon (F) Force India 1:43,054, 12. Carlos Sainz jr. (Sp) Toro Rosso 1:43,236, 13. Daniil Kwjat (Rus) Toro Rosso 1:43,608, 14. Jolyon Palmer (GB) Renault 1:43,795, 15. Felipe Massa (Bras) Williams 1:43,836, 16. Lance Stroll (Kan) Williams 1:44,301, 17. Kevin Magnussen (Dk) Haas 1:44,417, 18. Romain Grosjean (F) Haas 1:44,928, 19. Pascal Wehrlein (D) Sauber 1:45,673, 20. Marcus Ericsson (S) Sauber 1:45,721, 21. Antonio Giovinazzi (I) Sauber 1:46,782, 22. Sean Gelael (Indo) Toro Rosso 1:47,570

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