Kroatiens WM-Helden in Spanien gefordert

Nations League

Bei der Winter-WM 2022 in Katar wäre Luka Modric bereits 37 Jahre alt. Ob er dann noch auf dem jetzigen Niveau agieren kann, scheint fraglich. | Foto: afp

Spanien und Vize-Weltmeister Kroatien gehen in ihr Nations-League-Duell mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Während die Spanier einen Umbruch vollzogen haben, nimmt Kroatiens „goldene Generation“ Anlauf auf ihr wahrscheinlich letztes großes Turnier.

Von Pirmin Closse

Luka Modric hat am Sonntag seinen 33. Geburtstag gefeiert. Im Kreise seiner Nationalmannschafts-Kollegen ließ sich der gerade zu Europas Fußballer des Jahres gekürte Kroate genüsslich eine kunstvoll verzierte Torte schmecken. Erst danach stand beim Vize-Weltmeister wieder die Vorbereitung auf das Nations-League-Duell am Mittwoch (20.45 Uhr) mit Spanien auf dem Plan. Ein Duell, mit dem Kroatiens „goldene Generation“ Anlauf auf ihr wahrscheinlich letztes großes Turnier nimmt.

Denn das erste Pflichtspiel nach der nur knapp verpassten Krönung in Russland ist für die WM-Helden des kleinen Balkan-Staates wohl auch der Auftakt für den großen Schlussakkord. Modric, der geniale Spielmacher, als bester Spieler des WM-Turniers und Champions-League-Sieger mit Real Madrid heißer Anwärter auf den Titel des Weltfußballers, ist zwar zweifellos derzeit auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Zumindest in der Nationalmannschaft ist er aber auch auf deren Zielgerade.

Dejan Lovren: „Ich würde mir wünschen, wir wären alle noch 24.“

Bei der Winter-WM 2022 in Katar wäre Modric bereits 37 Jahre alt, ob er dann noch auf dem jetzigen Niveau agieren kann, scheint fraglich. Sein kongenialer Mittelfeldpartner Ivan Rakitic vom FC Barcelona steht dann zudem kurz vor seinem 35. Geburtstag. Die Leistungsträger Dejan Lovren, Ivan Perisic, Milan Badelj und Domagoj Vida sind nur ein Jahr jünger und Torjäger Mario Mandzukic (32) und Elfmeter-Killer Danijel Subasic (33) haben ihre Länderspiel-Laufbahn kürzlich bereits beendet.

„Ich würde mir wünschen, wir wären alle noch 24“, hatte Lovren kurz nach dem verlorenen WM-Finale gegen Frankreich (2:4) gesagt: „Es gibt eine Zeit, in der alles zu Ende geht.“ Die EM 2020 könnte schon das letzte große Turnier der aktuellen Mannschaft werden, eine Titelchance bietet aber eben auch die neu geschaffene Nations League. Nach dem etwas müden Test am Donnerstag in Portugal (1:1) soll dafür in Elche möglichst ein Sieg her.

Das allerdings dürfte gegen die nach dem enttäuschenden Achtelfinal-Aus bei der WM hochmotivierten Spanier alles andere als leicht werden. Schließlich hatte die „Furia Roja“ am Samstag beim Debüt ihres neuen Nationaltrainers Luis Enrique einen starken Eindruck hinterlassen und den WM-Vierten England im Wembley-Stadion mit 2:1 bezwungen.

Die alten Helden Spaniens sind größtenteils fort.

Nicht nur die Torschützen Saul Niguez und Rodrigo, bei der WM zusammengerechnet 23 Minuten im Einsatz, standen dabei exemplarisch für den eingeleiteten Neustart. Die alten Helden wie zuletzt Andres Iniesta haben sich nach und nach verabschiedet, die neue Generation steht in den Startlöchern. Den Sieg gegen England feierte die heimische Presse bereits unter anderem als „Zeichen für eine glorreiche Zukunft“. So wie sie einst auch Kroatien prophezeit worden war. (sid)

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