Atletico will gegen Marseille den Finalfluch brechen

Fußball - Europa League

Wird das Spiel von der Tribüne aus verfolgen: Atlético-Coach Diego Simeone. | Foto: dpa

Atletico Madrid will den Finalfluch der letzten Jahre brechen, Olympique Marseille hofft nach einer mäßigen Saison auf ein Happy End: Vor dem Finale der Europa League heute in Lyon (20.45 Uhr) sind beide Klubs bis in die Haarspitzen motiviert und hoffen in dem Hochsicherheitsspiel auf einen ruhigen Ausgang.

Sorgen bereiten vor allem die Problemfans von Olympique Marseille, die mit dem Anhang von Olympique Lyon, Hausherr im Groupama-Stadion, aufs Härteste verfeindet sind. In den letzten Duellen war es zu massiven Ausschreitungen gekommen. „Wir haben reagiert und deutlich mehr Maßnahmen ergriffen als zu Spielen der EM 2016“, sagte Polizeisprecher Stephane Boillon. 1.250 Polizisten sind im Einsatz, ein Hubschrauber und zwei Wasserwerfer stehen bereit. Marseille bringt sogar 200 eigene Ordner mit nach Lyon.

Sportlich gilt Madrid als Favorit, nachdem die Rojiblancos im Halbfinale Titelaspirant FC Arsenal ausgeschaltet haben. Den Madrilenen hängt aber nach, in Finals unter Trainer Diego Simeone meist zu verlieren – so wie 2014 und 2016 in der Champions League gegen den Stadtrivalen Real Madrid.

„Wir haben mit Diego Simeone mehr Finalspiele gewonnen als verloren. Wenn wir mit dem Herzen dabei sind, siegen wir sicher“, sagte Madrids Abwehrspieler Juanfran trotzig. Der letzte internationale Titel datiert aus dem Jahr 2012, als Simeone in seinem ersten Jahr als Atletico-Trainer die Europa League gewann.

In Lyon kann der Argentinier seiner Elf nicht aus nächster Nähe helfen. Der 48-Jährige wurde nach Schiedsrichter-Beleidigungen im Hinspiel gegen Arsenal für vier Spiele gesperrt und muss die Partie von der Tribüne aus verfolgen. Die UEFA lehnte ein Gnadengesuch ab, Assistent German Burgos steht an der Seitenlinie.

Für Offensiv-Star Antoine Griezmann dürfte das Finale das letzte große Spiel im Atletico-Trikot sein. Der Franzose steht vor dem Wechsel zum FC Barcelona – für eine festgeschriebene Ablösesumme von 100 Millionen Euro.

Marseille könnte mit einem Sieg die Saison noch retten. In der Liga stehen die Südfranzosen vor dem letzten Spieltag nur auf Rang vier und drohen die Champions League zu verpassen. Mit einem Sieg am Mittwoch wäre man automatisch dafür qualifiziert.

Olympique hat einen prominenten Unterstützer. „Ich werde für Marseille vibrieren“, sagte Weltfußballer Zinedine Zidane. Der Coach von Real ist in Marseille geboren und Anhänger des Klubs, obwohl er dort nie gespielt hat. (sid)

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