Alarmsignale für den FC Bayern München

Kommentar

„Wie der FC Bayern einer doch recht biederen Mannschaft hinterher rannte, wie er zwei Führungen verspielte, eine davon sogar in Überzahl, das MUSS alarmieren“, findet Thomas Nowag.
„Wie der FC Bayern einer doch recht biederen Mannschaft hinterher rannte, wie er zwei Führungen verspielte, eine davon sogar in Überzahl, das MUSS alarmieren“, findet Thomas Nowag. | Foto: afp

Die Alarmglocken klingeln beim Bundesliga-Rekordmeister FC Bayern München. Ein Kommentar.

Von Thomas Nowag

Eine Wohltat für den, der solch eine Situation schon Krise nennen kann. Es ist wie die Klage darüber, dass plötzlich die goldenen Wasserhähne nicht mehr glänzen – aber für Bayern München gelten seit jeher Maßstäbe aus einer anderen Welt.

Die Vereinsführung jedenfalls ist alarmiert. Das zeigt schon Karl-Heinz Rummenigges heftige Reaktion auf einen Auftritt, der sehr erstaunlich war. Wie der FC Bayern einer doch recht biederen Mannschaft hinterher rannte, wie er zwei Führungen verspielte, eine davon sogar in Überzahl, das MUSS alarmieren.

Viel war die Rede davon, das taktische Korsett Pep Guardiolas sei den Münchnern zu eng geworden. Mit der vermeintlich neu gewonnenen Freiheit aber wissen sie jetzt wenig anzufangen. Hinzu kommt das Problem einer Larifari-Einstellung, besonders bei der Arbeit nach hinten: Die wohl wirklich beste Innenverteidigung der Welt wird das schon hinbekommen. Nein – nicht, wenn sie im Stich gelassen wird.

Dennoch sollte man sich hüten, Carlo Ancelotti jetzt schon anzugreifen. Der Italiener ist bekannt dafür, seinen Fokus auf den Europapokal zu legen. Und mit Pep Guardiola gab es doch dieses Problem: Im Oktober wurden alle an die Wand gespielt, im April ging die Luft aus.

Problematisch ist allerdings: Es braucht momentan wenig, die Bayern zu ärgern. Ein gesunder, harter Einsatz, eine ordentlich gestaffelte Defensive. Das reicht.

Zudem gibt es auch kaum Konkurrenz. Borussia Dortmund sortiert sich neu, Bayer Leverkusen verliert unverlierbare Spiele, Schalke 04 ist ein Rätsel. Der 1. FC Köln wird kaum Meister werden. In der Champions League steht für den FC Bayern auch nichts Entscheidendes an. Positiver gesehen: Dies ist ein Moment, in dem eine Formdelle (noch) nicht schmerzt.

Die Bayern haben also Zeit, ihre Problemchen abzustellen. Fakt ist: Wenn eine Mannschaft mit dieser Qualität noch die richtige Mentalität besitzt, was klar in der Verantwortung ihres Trainers liegt – dann glänzen auch wieder die goldenen Wasserhähne. In der Bundesliga wird man sich sodann schnell wieder über die Langeweile an der Tabellenspitze beschweren.(sid)

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