Paasch und Mollers auf der Suche nach Medizinstudienplätzen

Arbeitsgespräch

DG-Ministerpräsident Oliver Paasch, der luxemburgische Bildungsminister Claude Meisch und DG-Bildungsminister Harald Mollers (v.r.) setzen auf Kooperation, wenn es um Medizinstudienplätze geht. | Foto: Kabinett des Ministerpräsidenten

Ministerpräsident Oliver Paasch und Bildungsminister Harald Mollers (beide ProDG) intensivieren ihr Werben um Medizinstudienplätze für Abiturienten aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Im Rahmen dieser Bemühungen trafen sie den luxemburgischen Bildungsminister Claude Meisch zu einem Arbeitsgespräch.

Unterdessen werden innerbelgisch und europäisch weitere Kontakte in dieser Angelegenheit geknüpft. Luxemburg hat, ähnlich wie die Deutschsprachige Gemeinschaft, nicht die Möglichkeit, selber Ärzte auszubilden.

Abiturienten aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft soll der Zugang zu medizinischen Fakultäten im In- und Ausland erleichtert werden.

„Das Großherzogtum unterhält deshalb seit vielen Jahren ausgezeichnete Partnerschaften zu Hochschulsystemen in ganz Europa. Das sind Kooperationen, von denen wir lernen und profitieren können“, erklärte Paasch den Hintergrund des rund zweistündigen Treffens in Luxemburg.

Als anschauliches und für Ostbelgien besonders interessantes Beispiel für eine solche Kooperation nannte der Ministerpräsident die sogenannte „Luxemburger Lösung“, die das Großherzogtum mit der Französischen Gemeinschaft ausgehandelt hat und von der Rudy Demotte, Ministerpräsident der Französischen Gemeinschaft, glaubt, dass sie in ähnlicher Form auf die deutschsprachigen Belgier übertragbar sei. Solche Kooperationsformen wünschen sich Paasch und Mollers auch für ostbelgische Anwärter auf einen Medizinstudienplatz.

Der Hintergrund: Spätestens, seitdem in diesem Jahr in der Französischen Geminschaft eine Aufnahmeprüfung (in französischer Sprache) eingeführt wurde, ist es Abiturienten aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft in der Praxis kaum noch möglich, zum Studium an einer medizinischen Fakultät in Belgien zugelassen zu werden. Gleichzeitig stoßen sie im benachbarten Deutschland zwar nicht auf eine sprachliche Hürde, werden dort aber durch eine nachteilige Umrechnung ihrer Abiturnote ausgebremst.

Erklärtes Ziel von Paasch und Mollers ist es, Abiturienten aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft den Zugang zu medizinischen Fakultäten im In- und Ausland zu erleichtern. Diesbezüglich unterhält die Gemeinschaftsregierung enge Kontakte zu den anderen belgischen Teilstaaten sowie nach Deutschland und Österreich. So laufen Gespräche mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung sowie mit Tirol und Südtirol.

„Wir werden uns weiterhin auf breiter Front dafür einsetzen, dass junge Ostbelgier, die Medizin studieren möchten, die gleichen Chancen auf einen Studienplatz haben wie alle anderen. Das gehört in unseren Augen zum Minderheitenschutz“, machte Bildungsminister Mollers deutlich und kündigte in diesem Zusammenhang an, es werde nach dem erkenntnisreichen Treffen mit seinem luxemburgischen Amtskollegen Claude Meisch innerbelgisch eine Reihe weiterer Initiativen in dieser Angelegenheit geben.

Dabei verwiesen Paasch und Mollers auf Gespräche mit Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois, der flämischen Bildungsministerin Hilde Crevits sowie mit den Regierungen der Französischen Gemeinschaft und des Föderalstaates. (red)

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