Fipronil auch an Privatleute verkauft

Eier-Skandal

Über Haut und Gefieder nehmen Legehennen Fipronil auf, Rückstände davon finden sich dann auch in den Eiern. | Foto: Reporters

Fipronil ist nicht nur ein Fluch für Geflügelfarmen. Das Insektengift soll auch an Privatleute verkauft worden sein, wie die Zeitung „Gazet van Antwerpen“ in Erfahrung gebracht haben will.

Die Ermittlungen im Eier-Skandal laufen auf vollen Touren. Am Donnerstag wurde in den Niederlanden und in Belgien eine Vielzahl von Razzien durchgeführt, wobei die Fahnder es vor allem auf Betriebe abgesehen hatten, die in Verbindung mit Poultry-Vision aus Weelde (Provinz Antwerpen) standen. Dieses Unternehmen steht in Verdacht, das legale Antimilbenmittel Dega-16 zur Stallreinigung mit dem in Lebensmittelbetrieben illegalen Insektizid Fipronil vermischt zu haben. Die Hausdurchsuchungen sollen laut Presseangaben ergeben haben, dass das Produkt möglicherweise auch an Privatleute verkauft worden sei.

Eine Tierklinik im flämischen Kasterlee soll eine verdünnte Version des Produkts an Hobby-Geflügelhalter verkauft haben. Die Beschreibung zu der Literflasche verweist darauf, dass das Mittel völlig biologisch ist. „Wir haben das Produkt selbst bei Poultry-Vision gekauft“, so ein Tierarzt. Vier Flaschen seien angeschafft worden. „Als der Skandal ausbrach, wollte einer unserer Kunden wissen, ob auch dieses Mittel Fipronil enthalten könne.“ Eine anschließende Kontrolle durch die Lebensmittelaufsichtsbehörde Fasnk ergab, dass dies in der Tat der Fall war.

Das Insektizid könnte demnach den Weg in die kleinen Ställe privater Geflügelhalter gefunden haben, ohne dass es gleich eine Gefahr für die Gesundheit bildet. Sowieso wird Fipronil als Wirkstoff zur effektiven Bekämpfung von Schädlingen wie Flöhe und Läuse im Fell von Katzen und Hunden eingesetzt. In Lebensmitteln hat Fipronil wahrlich nichts zu suchen, aber beim Einsatz für Haustiere ist der Wirkstoff unbedenklich. (gz)

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