Tipps für die Feiertage: Kein Kaffee, Wein und Nikotin

Gesundheit

An den Feiertagen leiden viele Menschen an Sodbrennen. Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an, sollte man einen Arzt aufsuchen. Illustrationsfoto: dpa
An den Feiertagen leiden viele Menschen an Sodbrennen. Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an, sollte man einen Arzt aufsuchen. Illustrationsfoto: dpa

An Weihnachten wird oft ausgiebig und vor allem fettreich getafelt. Nicht selten führt das zu Sodbrennen – in der Speiseröhre macht sich ein brennender Schmerz bemerkbar, der von einem bitteren Aufstoßen begleitet wird.

Von Sabine Meuter

Manchmal passiert das einmal und dann ist es vorbei. Sorgen muss man sich dann nicht machen. Bei wiederholtem Sodbrennen können rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke helfen. Aber das ist nicht immer zielführend.

„Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an, treten die Schmerzen plötzlich auf oder halten sie die ganze Nacht über an, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden“, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer in Berlin. Zu Sodbrennen kommt es durch den Rückfluss – Reflux – von Mageninhalten in die Speiseröhre. Dort attackiert das saure Gemenge von Magensaft und Speiseresten die Schleimhaut.

Für Sodbrennen gibt es mehrere Ursachen, viele kann man bekämpfen.

„Bei Sodbrennen funktioniert der aus Muskeln bestehende mechanische Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig“, erläutert Prof. Christian Trautwein. Er ist Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum RWTH Aachen. Die Ursachen für die Störung können unterschiedlich sein. Manchmal ist der Anti-Reflux-Mechanismus nur zeitweise beeinträchtigt – etwa durch schwere und fettreiche Mahlzeiten, viel Alkohol und Nikotin oder übermäßigen Stress.

Die Ursache kann aber auch organisch bedingt sein, etwa durch Magen-Darm-Erkrankungen oder eine Muskelschwäche. „Sodbrennen wird mitunter auch durch Übergewicht ausgelöst“, erklärt Trautwein, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Dann drückt die Körpermasse auf das Zwerchfell. Es kann zu einem Bruch kommen, dann steht mitunter eine Operation an. Zur Therapie des Sodbrennens gehört dementsprechend bei übergewichtigen Patienten, dass sie abnehmen.

Wer häufiger Sodbrennen hat, sollte die Folgen nicht unterschätzen – die Magensäure kann etwa die Zellwände der Speiseröhre schädigen und zu Entzündungen oder zu Krebs führen. Auch besteht eine erhöhte Gefahr von Lungenentzündungen. Soweit muss es aber nicht kommen. „In aller Regel wird Sodbrennen mit Medikamenten behandelt, die die Aggressivität des Refluxes verhindern“, sagt Trautwein.

„Ein einfaches Mittel gegen akutes Sodbrennen ist, ein großes Glas Wasser zu trinken“, erklärt Sellerberg. Damit werde die Magensäure aus der Speiseröhre zurück in den Magen gespült. Diejenigen, die zu Sodbrennen neigen, sollten ihre Ernährung genau unter die Lupe nehmen. Große Mahlzeiten sollten vermieden werden. Stattdessen ist es besser, über den Tag vier bis sechs kleine Mahlzeiten einzunehmen.

„Besonders das Abendessen sollte nicht zu voluminös sein, da die horizontale Lage beim Schlafen einen Reflux begünstigt“, sagen Experten. Zwischen Abendessen und dem Zubettgehen liegen möglichst drei Stunden. Bei Mahlzeiten sollten Betroffene frittiertes oder sehr fetthaltiges Essen meiden. „Fettarme, aber eiweißreiche Kost wie etwa Quark, Joghurt und andere Milchprodukte sowie mageres Fleisch werden leichter verdaut als fettreiche Produkte“, erklärt Sellerberg.

Um herauszufinden, welche Nahrungsmittel konkret Sodbrennen auslösen, kann es hilfreich sein, ein Ernährungstagebuch zu führen, wie Morlo sagt. So können etwa stark gewürzte Speisen, rohe Zwiebeln und Kaffee Sodbrennen verursachen. „Fruchtsäfte, vor allem aus Zitrusfrüchten, verstärken wegen ihres niedrigen pH-Wertes den Rückfluss aus dem Magen in die Speiseröhre“, sagt Morlo. Auch kohlensäurehaltige Getränke können Refluxbeschwerden begünstigen. Gleiches gilt für Süßigkeiten – vor allem Schokolade.

„Betroffene sollten außerdem auf Alkohol und Nikotin am besten verzichten oder zumindest den Konsum deutlich einschränken“, empfiehlt Trautwein. Wer eine Neigung zu Sodbrennen hat, sollte laut Morlo über den Tag verteilt anderthalb bis zwei Liter Mineralwasser trinken, das mehr als 1500 Milligramm Hydrogencarbonat pro Liter enthält. Mineralwasser könne überschüssige Säuren neutralisieren und die Beschwerden lindern.

Sodbrennen kann mitunter auch auf Stress zurückgeführt werden. „Bei starker Anspannung kann es zu einer vermehrten Magensäureproduktion und damit zu einem unangenehmen Aufstoßen kommen“, sagt Morlo. Wer bemerkt, dass Stress Sodbrennen verstärkt, sollte unbedingt mehr für die eigene Entspannung tun – zum Beispiel mit Entspannungstechniken wie Yoga oder Thai Chi – oder regelmäßig ein Bad nehmen. Trautwein sagt: „Wichtig ist auch, sportliche Aktivitäten regelmäßig in den Alltag einzubauen.“ (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *