Ostbelgier beim Pukkelpop: Es ist alles, nur nicht „eintönig“

Festival

Daumen hoch für Pukkelpop: Melanie Tsapanos und Celina Delhaes sind vier Tage vor Ort. | Foto: privat

Es zählt zu den größten europäischen Musik-Events überhaupt und zieht mit Leichtigkeit über 200.000 Besucher in seinen Bann: das viertägige Pukkelpop-Festival, das seit 1985 jährlich vor den Toren Hasselts über die Bühne geht. Unter den Besuchern sind auch immer wieder einige Ostbelgier anzutreffen.

Aus Hasselt berichtet Carsten Lübke

Eine von ihnen ist Melanie Tsapanos aus Herbesthal, die zum allerersten Mal beim Pukkelpop dabei ist – und das eigentlich eher zufällig. „Ich habe mich davor nie richtig über das Festival erkundigt“, berichtet die 18-Jährige und fügt hinzu: „Ich habe die Karte dieses Jahr dann zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen.“ Ein absoluter Volltreffer, denn die Herbesthalerin ist von ihrem Präsent mehr als begeistert. „Alle hier sind sehr freundlich“, meint sie: „Die Planung des Trips war sehr spontan, ich musste nur meine Sachen packen und der Rest war sehr gut von den Veranstaltern organisiert.“

Ins Abenteuer Pukkelpop hat sich Melanie Tsapanos aber nicht alleine gestützt – mit dabei ist ihre Freundin Celina Delhaes. Und damit das Duo während des Festivals nicht vom Fleisch fällt, gibt es auf dem Camping „natürlich Dosenravioli“. „Aber auch Aiki Noodles“, kommentiert Melanie.

Und auf welche Band freut sich die 18-Jährige ganz besonders? „Auf die Imagine Dragons, da ich sie noch nie live gesehen habe.“ Aber auch Dua Lipa, Rag’n’Bone Man, Kodaline oder Kölsch stehen ganz oben auf ihrer To-do-Liste.

Nicht alle vier Tage, sondern „nur“ Samstag vor Ort ist der Eupener Peter Baumgarten. Der 32-Jährige zählt zu den Stammgästen des Festivals. „Seit 2002 habe ich es nur zweimal verpasst. Unter anderem das Sturmjahr“, berichtet er. Zur Erinnerung: 2011 waren bei einem heftigen Unwetter fünf Menschen ums Leben gekommen, worauf das Festival abgebrochen wurde. „Da hatte ich Glück im Unglück“, meint Peter Baumgarten. Aber warum, fährt er eigentlich jedes Jahr aufs Neue nach Hasselt? „Weil die Diversität der Programmierung und deren Qualität stimmt“, sagt er und fügt hinzu: „Trotz top Headliner entdeckt man immer unglaublich gute kleinere Bands.“

Nicht entgehen lassen wird sich der Eupener am Samstag auf jeden Fall nicht die Jungs von Maribou State und Justice. „Und die kleinen Unbekannten, die ich noch nicht kenne“, so Baumgarten.

Am Samstag ebenfalls dabei ist Désirée Radermacher aus Kettenis. Das letzte Mal als die 26-jährige beim Pukkelpop war, ist schon zehn Jahre her.: „Seitdem hat es leider nicht mehr geklappt – bis jetzt.“ Und dafür verzichtet sie sogar auf ihren Sommerurlaub: „Vor einigen Monaten haben mein Freund und ich entschieden, darauf zu verzichten und stattdessen Festivals zu besuchen – unter anderem eben Pukkelpop“, erzählt sie. Und warum ausgerechnet Pukkelpop? „Es ist für mich ein Festival, bei dem es immer noch ein sehr vielseitiges Line-Up gibt. Viele andere Festivals sind, was das betrifft, etwas ‚eintöniger‘“. Bei ihrem Kurztrip nach Hasselt verzichten Désirée und ihr Freund ganz und gar auf Dosenravioli. „Wir gönnen uns Essen auf dem Gelände“, berichtet sie und fügt an: „Mittlerweile ist das auch nicht zwingend ungesund. Cookpit ist zum Beispiel ein Pop-Uprestaurant von den Studenten der Hotelschule in Hasselt. Mit Sicht auf die Main Stage kann man sich da Cocktails und gutes Essen schmecken lassen.“

Während die Essensfrage geklärt scheint, ist sich das Paar bei der Musik noch nicht ganz grün: „Wir sind uns noch nicht ganz einig, welche Bands wir sehen wollen. Sicher dabei sind Justice, Bazart, Suicideboys und Kendrick Lamar.“

Das Pukkelpop-Festival läuft noch bis Samstag. Tageskarten für das Event sind noch unter pukkelpop.be erhältlich. Kostenpunkt: 100 Euro.

Die Main Stage war am Donnerstag immer gut besucht – in dieser Szene gibt Rag’n’Bone Mansein Gesangstalent zum Können. | Foto: Mike Notermans

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