Hausexplosion in Soumagne: Das Urteil fällt im Februar

Prozess

Bei der Explosion im Juni waren die Hausbesitzer, ein Ehepaar, und ein Heizungsinstallateur ums Leben. | Foto: belga

Der Prozess hatte sich über ein Jahr lang hingezogen, jetzt sind die Plädoyers abgeschlossen: In der Akte, die sich mit einer Hausexplosion in Soumagne befasst, bei der drei Menschen starben, wird im Februar das Urteil erwartet.

Von Cynthia Lemaire

Der Prozess vor dem Lütticher Strafgericht, dessen erste Sitzung im September 2017 stattgefunden hatte, ist am Dienstag abgeschlossen worden. Auf der Anklagebank sitzen mehrere Firmen bzw. deren Verantwortliche, die in den Augen der Staatsanwaltschaft für die Hausexplosion verantwortlich sind.

Das Drama, das drei Todesopfer forderte und zwei kleine Kinder zu Vollwaisen machte, ereignete sich am 29. Juni 2010 in Soumagne. Weil Eheleute (beide 40 Jahre alt) einen verdächtigen Gasgeruch in ihrem erst vor kurzem erbauten Haus festgestellt hatten, alarmierten sie den Heizungsinstallateur. Ein 20-jähriger Mitarbeiter der Firma Straeten aus Herve begab sich zu dem Gebäude. Es sollte sein letzter Weg sein. Kurze Zeit später explodierte das Haus. Sowohl das Ehepaar als auch der Handwerker kamen ums Leben. Die beiden Kinder des Paares, damals drei und sechs Jahre alt, kamen nicht zu Schaden. Geistesgegenwärtig hatten die Eheleute sie bei Nachbarn untergebracht, um sie während der Arbeiten vor dem Gas zu schützen. Für sich selbst hatten der Mann und die Frau diese Vorsichtsmaßnahme nicht vorgesehen. Vor Gericht mussten sich neun Personen verantworten, die in die Installation der Heizung bzw. der Gaszisterne involviert waren. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass die Ursache der Explosion ein Gasleck war, das sich zwischen der unterirdischen Gaszisterne und der Verbindung zum Warmwasserboiler befand. Eine Verbindungsstelle sei beim Bau nicht korrekt verschweißt worden. Den Angeklagten werden u.a. fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und Fälschung vorgeworfen. Die Verteidiger der Angeklagten betonten in ihren Schlussanträge allesamt die Unschuld ihrer Mandanten und plädierten auf Freispruch.

Das Urteil soll am 5. Februar verkündet werden.

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