EU-Abgeordnete dringen in Militärgelände ein

Anti-Nuklearwaffen

Die Aktivisten wollten gegen die vermutlich in Klein-Brogel gelagerten US-amerikanischen Nuklearbomben protestieren. | Foto: belga

Am Mittwochmorgen haben sich drei Europaabgeordnete und vier weitere Personen unerlaubten Zugang zum Militärflugplatz Kleine-Brogel (Provinz Limburg) verschafft. Mit der Aktion wollten sie gegen die vermutlich in Klein-Brogel gelagerten US-amerikanischen Nuklearbomben protestieren.

Die sieben Eindringlinge wurden festgenommen, hieß es seitens der Nachrichtenagentur Belga. Bei den EU-Parlamentariern handelt es sich um Mandatare der Gruppe Verts/ALE. Sie kommen aus Frankreich, Groß-Britannien und Luxemburg. Die anderen Personen sind Pazifisten und Mitglieder der NGO „Agir pour la paix“. Die Aktivisten hatten sich gegen 8.15 Uhr Zugang zu dem Gelände verschafft. Sie behaupteten, die die Startbahn der F16-Flieger gesperrt zu haben. Dies entspreche nicht den Tatsachen, so Jeroen Poesen, Kommandant der Militärbasis.

Die siebenköpfige Gruppe forderte den Abzug der „illegal“ in Belgien und Europa stationierten Nuklearwaffen der USA, die Ratifizierung des UN-Atomwaffenverbotsvertrags durch alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und die Schaffung einer nuklearwaffenfreien Zone in Europa. Sie entfalteten einen Banner mit der Aufschrift „Europe Free of Nuclear Weapons“ bevor sie festgenommen wurden. Acht weitere Aktivisten, die sich außerhalb des Militärgeländes befanden, wurden ebenfalls festgenommen. Unter ihnen war auch der österreichische EU-Abgeordnete Thomas Waitz. Nach ihrer Vernehmung im Polizeikommissariat wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Militärbasis von Kleine-Brogel ist gemeinsam mit der Basis in Florenne (Provinz Namur) und einer Basis in den Niederlanden verantwortlich für die Verteidigung des Luftraums der Benelux-Staaten.

Experten vermuten, dass sich derzeit insgesamt 150 Nuklearbomben in fünf europäischen Ländern, verteilt auf sechs Militärareale, befinden. (belga)

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