Zwischen Eyneburg und Hammerbrücke: GrenzEcho in Hergenrath zu Gast

Lokalrunde

Diese malerisch anmutende Außenaufnahme trügt: Die Eyneburg auf den Höhen von Hergenrath verkommt zusehends.
Diese malerisch anmutende Außenaufnahme trügt: Die Eyneburg auf den Höhen von Hergenrath verkommt zusehends. | Foto: David Hagemann

Der Norden der Deutschsprachigen Gemeinschaft erhält Ende kommender Woche zum vierten Mal Besuch seitens der LokalRunde: Am Sonntag, 11. Dezember, gastiert die noch junge GrenzEcho-Veranstaltungsreihe um 11 Uhr im Saal „Im Winkel“.

Von Jürgen Heck

Bei der LokalRunde, die auf insgesamt 25 Auflagen angelegt ist, geht es um gleichsam einfache und schwierige Fragen: Was ist los in den Dörfern? Über was wird gesprochen, gestritten und gelacht?

Bei der lokalen und lockeren Talkrunde sollen Personen und Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben zu Wort kommen, die sich um die Ortschaft verdient gemacht haben. Diesmal stehen beziehungsweise sitzen die Politiker also in der zweiten Reihe. Angesprochen werden soll aber auch die GrenzEcho-Berichterstattung. Welche Themen sollte das GE stärker berücksichtigen, ist dabei eine der wichtigsten Fragen.

Aufs Tapet kommen sollen gezielt aber auch jene Themen, die den Bürgern unter den Nägeln brennen. Aus diesem Grunde werden zurzeit einige Bürger der vier Ortschaften telefonisch kontaktiert. Sie werden darum gebeten, uns ihre Meinung zu sagen und unser Wissen über Probleme und Sorgen zu vertiefen.

Mit seinen etwas mehr als 2.700 Einwohnern zählt Hergenrath zu den größeren ostbelgischen Dörfern. Regional und national Bekanntheit erlangte die Ortschaft als Blumendorf, als Veranstaltungsort des alle zwei Jahre stattfindenden Blumenkorsos. Doch nach dem finanziellen Schiffbruch, den der Korso 2014 erlebte, steht derzeit in den Sternen, ob und wann die traditionsreiche Veranstaltung Wiederauferstehung feiern wird.

Auch an Wahrzeichen mangelt es dem Dorf nicht, allen voran die imposante Hammerbrücke über das Göhltal zwischen Hergenrath und Hauset und andererseits die einst so stolze Eyneburg, oft auch Emmaburg genannt. Der Name Eyneburg verweist auf die Eigentümer „von Eyneberghe“ im 13. Jahrhundert. Im Volksmund hält sich die Bezeichnung Emmaburg, die auf einer Legende aus dem 19. Jahrhundert beruht, der zufolge Emma, eine Tochter Karls des Großen, sich hier mit ihrem Geliebten Einhard getroffen haben soll. Gleich wie: Der Glanz früherer Tage ist verblasst. In Ermangelung eines schlüssigen Nutzungskonzeptes verkommt eine der wenigen Höhenburgen im alten Herzogtum Limburg zusehends, und das, obwohl die in Privatbesitz befindliche Burg unter Denkmalschutz steht.

Doch nicht nur mit der Bewältigung der Vergangenheit hat das Dorf so das eine oder andere Problem. Positiv ist sicher, dass Hergenrath künftig Standort der gemeinsamen Kinderkrippe der Gemeinden Kelmis, Lontzen und Raeren werden wird und dass die Zugverbindung Spa-Aachen dort stündlich für Anschluss an das Eisenbahnnetz. sorgt

Viel schwerer wiegt jedoch eine Entwicklung, die auch andere Grenzdörfer kennen: In den letzten Jahren und Jahrzehnten verzeichnete Hergenrath einen massiven Zuzug aus dem Großraum Aachen. Inzwischen leben in Hergernath mehr Deutsche (1.329) als Belgier (1.273) Und in der deutschen Bevölkerungsschicht gibt es einen großen Anteil, die nicht im Dorf leben, sondern nur Hergenrath nur als „Schlafstadt“ nutzen.

Viele Zugezogene nutzen Hergenrath ausschließlich als „Schlafstadt“.

Zu diesen und anderen Themen reden die GE-Journalisten Nathalie Wimmer und Jürgen Heck bei der Talkrunde am Sonntag, 11. Dezember, ab 11 Uhr im Saal Im Winkel bei freiem Eintritt mit Jugendarbeiterin Corinne Loup und Angelika Matulla-Marcus sowie Adapta-Geschäftsführer Harald Hamacher und Harmonie-Urgestein André Kriescher. Alle Hergenrather sowie alle interessierten Bürger sind, selbstverständlich bei freiem Eintritt, gern gesehene Besucher, Fragesteller und Diskussionsteilnehmer. Und wie der Name es vermuten lässt, endet das Ganze mit einer LokalRunde, die das GrenzEcho im Saal „Im Winkel“ ausgibt.

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