Tage des offenen Denkmals: ungewöhnliches Kulturerbe entdecken

Denkmalschutz

Mit der Spielebox können Kinder und Jugendliche unter Anleitung ihr Kulturerbe entdecken. | Foto: Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Am Wochenende vom 8.und 9. September gehen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft erneut die Tage des offenen Denkmals über die Bühne.

Auf die Interessierten warten unterschiedliche Aktivitäten, Führungen und Erkundungen auf eigener Faust. Ein Überblick:

Eupen – vom Orgelbauer zum Orgelkonzert:Ab dem Parkplatz des Klosters Heidberg geht es mit dem Bus zum Betrieb Schumacher im Langesthal, der bei einer Werkstattführung auf das Handwerk des Orgelbauers eingeht und Restaurierungen vor Ort zeigen kann. Danach mit dem Bus zurück zum ehemaligen Kloster Heidberg. Bei einer Führung durch das gesamte Gebäude erzählt die Gästeführerin Huby Korvorst über die spannende Klostergeschichte und seine Bewohner. Im Anschluss bespielt der Kurator die Müller-Orgel der Kapelle des Klosters und gibt ein Konzert. Abfahrt der Führung: Sonntag, um 13 Uhr; Treffpunkt: Parkplatz Kloster Heidberg, Bahnhofstraße 4, Eupen; Anmeldung erforderlich: 087/596 357 oder kulturerbe@dgov.be

Eupen – Orgelkonzert im Kloster Heidberg: Serge Schoonbroodt, Kurator der Müller-Orgel, spielt Orgelmusik aus vier Jahrhunderten. Er wird parallel dazu auch Erklärungen zum Funktionieren der Orgel geben. Konzert: Sonntag, um 17 Uhr; Kloster Heidberg, Bahnhofstraße 4, Eupen

Eupen – Morsetelegrafie: Die Morsetelegrafie ist seit dem letzten Jahr in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der DG eingetragen. Der Verein Radioamateure der Belgischen Ostkantone baut im Innenhof des Hauses Gospertstraße 42 eine mobile Funkstation auf. Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag, von 10 bis 18 Uhr; Regierung der DG, Gospertstr. 42, Eupen.

Eupen – Gruft der Kapuziner in der Klosterkirche:Die ehemalige Kapuzinerkirche ist trotz großer, einschneidender Veränderungen die größte und wohl auch schönste noch erhaltene Kapuzinerkirche in Belgien. Claudine Bailly wird bei Führungen über die Geschichte des Gebäudes und seiner recht unbekannten „Gruft“ erzählen. Vor dem Franziskus-Altar der Klosterkirche führt nämlich eine in den Bodenbelag eingelassene Platte zur ehemaligen Gruft mit zehn Grabstätten und Beinhaus der Kapuziner, die normalerweise nicht zu besichtigen ist. Öffnungszeiten: Samstag, von 10 bis 18 Uhr, Sonntag, von 11 bis 17 Uhr; Führung: Samstag und Sonntag, um 11 Uhr, 14 Uhr und 15.30Uhr (45 Minuten); Treffpunkt: Klosterkirche, Rathausplatz, Eupen; Anmeldung erforderlich: 087/596 357 oder kulturerbe@dgov.be

Eupen – Eiskeller der Borngasse:Auf eigene Faust und bei Taschenlampenlicht kann der ehemalige Eiskeller der Bierbrauerei Eupen besichtigt werden. Taschenlampen können vor Ort ausgeliehen werden. Bitte festes Schuhwerk anziehen, da der Eiskeller nass und nicht sauber ist. Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag, von 10 bis 18 Uhr; Eiskeller, Borngasse (Ende), Eupen.

Eupen – Spielebox, Kulturerbe spielend erleben:Mit der Spielebox können Kinder und Jugendliche unter Anleitung ihr Kulturerbe entdecken. Animatoren bieten sonntags verschiedene Spiele für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren an. Anmeldung: 087/596 357 oder kulturerbe@dgov.be.

Raeren/Berlotte – Möhrenmuseum in der Trafostation: Das kleinste und wohl weltweit einzige Möhrenmuseum steht in dem Weiler Berlotte. Es ist eine alte Trafostation aus dem Jahre 1911, in der Exponate rund um die Möhre ausgestellt, besser gesagt in einem Paternoster auf und ab gefahren werden. Man kann sie durch ein Fenster bestaunen. Ein ähnlicher Trafostationsturm in Eupen, Hochstraße, wurde 2017 erstmals in Ostbelgien als Denkmal geschützt. Möhrenmuseum, Berlotter Straße (Kreuzung Kinkebahn), Raeren.

Raeren/Lichtenbusch – die Grenze am KuKuK:Bei einer Führung am deutsch-belgischen Grenzübergang werden Geschichte und Natur miteinander verbunden. Erkundet werden die sagenumwobenen Zyklopensteine im Aachener Wald, der ehemalige Westwall aus dem Zweiten Weltkrieg, der Landgraben aus der mittelalterlichen Stadtbefestigung Aachens, Mordkreuze, Schmugglergeschichten und noch vieles mehr. Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag, von 11-18 Uhr; Führung: Samstag und Sonntag, um 14 Uhr; Treffpunkt: Parkplatz KuKuK (Grenzhäuschen Deutschland), Eupener Straße 420, D-Aachen; Anmeldung erforderlich: 087/596 357 oder kulturerbe@dgov.be. Sonntag, um 16.30 Uhr, Konzert „Klaus der Geiger“ mit Marius Peters „Piaddolla“ im KuKuK. Einer der bekanntesten Straßenmusiker Deutschlands trifft auf einen ausgezeichneten Gitarrist der Kölner Musikszene.

Raeren/Lichtenbusch – Mysteriöser Stein:In einem Waldstück in direkter Nähe zur Autobahn E40 liegt dieser bearbeitete Stein. Archäologen konnten bislang nicht mit Sicherheit sagen, worum es sich bei diesem Objekt handelt: ein römisches Wasserbecken, ein Mahlstein,… Man kann auch seine Vermutung mitteilen: kulturerbe@dgov.be; in der Straße Wesselbend abbiegen Richtung Hundeschule (ausgeschildert).

Raeren – Nicht nur Krüge und Töpfe, Führungen zu Sonderformen: Raerener Töpfer stellten aus Steinzeug schon vor 500 Jahren auch ungewöhnliche Dinge her: Kinderspielzeug, Pilgerhörner, Destilliervorrichtungen, Sturzbecher, Wasserleitungen, Drillingsgefäße, Handwaschgefäße und vieles andere mehr. Diese ungewöhnlichen Objekte stehen im Mittelpunkt von etwa 30-minütigen Führungen. Führungen: Samstag und Sonntag, um 11, 13 und 15 Uhr (30 Minuten); Treffpunkt: Eingang des Töpfereimuseums Raeren.

Raeren – Töpfern für Kinder:Wie entstehen Objekte aus gebranntem Ton, so wie die Raerener Töpfer sie hergestellt haben? Was braucht man dazu? Wie wird der Rohstoff Ton bearbeitet? Wie fühlt er sich an und worauf muss man achten? Kinder (fünf bis zwölf Jahre) können dies im Rahmen des 24.Euregio-Keramikmarktes selbst ausprobieren und unter der Anleitung eigene kleine Gefäße töpfern. Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag, von 10 bis 18 Uhr; Treffpunkt: Hof der Burg Raeren.

St.Vith/Recht – Schieferstollen Recht, Blausteinmuseum: Im Rechter Schieferstollen wurde der bekannte Rechter Blaustein abgebaut. Nicht nur der Stein, der an vielen Denkmälern, historischen Gebäuden und Kreuzen zu sehen ist, hat das Dorf geprägt, auch die Tiroler haben in Traditionen und Dialekt ihre Spuren hinterlassen. Eine zweistündige Führung durch den Schieferstollen und das Blausteinmuseum entführt in die Tiefe des Stollens und in seine interessante Geschichte. Auf eigene Faust kann die 8 km lange Blausteinroute abgefahren oder gegangen werden, um den verarbeiteten Blaustein zu entdecken. Führung: Samstag und Sonntag, um 11 und 14 Uhr; Treffpunkt: Schieferstollen Recht-Blausteinmuseum, Zum Schieferstollen 31, 4780 Recht; Anmeldung erforderlich: 087/596 357 oder kulturerbe@dgov.be

St.Vith – Ungewöhnliche Orte:Das Geschichtsmuseum „Zwischen Venn und Schneifel“ organisiert eine dreistündige Rundwanderung zu unbekannten, unscheinbaren und kuriosen Stellen St.Viths. So führt die Wanderung etwa zu einer Straßenbrücke, die so einige Kriegsgeschichten erzählen kann, zu einem heute unsichtbaren Friedhof oder zum Standort der letzten Gerberei. Zusätzlich ist an beiden Tagen das ZVS-Museum geöffnet und die Ausstellungen sind kostenlos zugänglich. Für Familien: Am Sonntag bietet Karin Messerich diesen Rundgang als Familien- und Kinderführung an (nur Deutsch). Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag, von 13.30 bis 18 Uhr; Führung: Samstag und Sonntag, um 14Uhr; Treffpunkt: ZVS-Museum, Schwarzer Weg 6, St.Vith; Anmeldung erforderlich: 087/596 357 oder kulturerbe@dgov.be (red)

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