„Last Christmas“ starb George Michael

Musik

George Michael bei einem Konzert in Rotterdam. | Foto: Ade Johnson/ANP/dpa

Zur Weihnachtszeit läuft der Hit „Last Christmas“ (dt.: vergangene Weihnachten) von George Michael – genauer gesagt ist es seine Band Wham! – im Radio rauf und runter. Vor einem Jahr starb er ausgerechnet am 25. Dezember.

George Michael wurde nur 53 Jahre alt. Sein Freund, der Star-Friseur Fadi Fawaz, entdeckte ihn leblos am ersten Weihnachtstag 2016. Fawaz wollte Michael in dessen Anwesen in Goring-on-Thames westlich von London zum Mittagessen abholen. Gerichtsmediziner bescheinigten, dass der Sänger eines natürlichen Todes gestorben war. Demnach litt Michael unter einer Herzerkrankung. Er hatte auch eine Fettleber, die oft durch einen ungesunden Lebensstil entsteht. Letzte Bilder zeigten den Sänger, der immer wieder durch Drogenexzesse auffiel, stark übergewichtig.

Privat hatte der Sänger einige Schicksalsschläge zu verkraften. Anfang der 90er Jahre verlor er seine große Liebe – den Brasilianer Anselmo Feleppa – an die Immunschwächekrankheit Aids, wie er später erzählte. Dass Michael überhaupt schwul war, wurde für weite Teile der Öffentlichkeit erst 1998 bekannt. Zum weltweiten Outing kam es, nachdem ein Polizist ihn auf einer öffentlichen Toilette in Beverly Hills bei sexuellen Handlungen ertappt hatte.

In seiner mehr als 30-jährigen Karriere verkaufte George Michael fast 100 Millionen Alben. Unter den vielen Hits des Popsängers im Duo mit Andrew Ridgeley als Wham! in den 80er Jahren sind neben „Last Christmas“ auch Ohrwürmer wie „Wake Me Up Before You Go-Go“. In den späten 80ern und 90ern wurde Michael als Solokünstler immer mehr als Sexsymbol vermarktet – weitere Hits hießen denn auch „I Want Your Sex“ und „Fastlove“. Mit Elton John, mit dem er befreundet war, sang Michael „Don’t Let The Sun Go Down On Me“.

Fans des Sängers haben keinerlei Chance, sein Grab zu besuchen. Er ist auf dem Highgate-Friedhof im Norden Londons begraben – in einem Bereich, der nur für seine Familie und enge Freunde zugänglich ist. Der verwunschene, alte Friedhof liegt in der Nähe seines damaligen Wohnhauses in der Hauptstadt und wird häufig für Filmaufnahmen genutzt. Dort soll er in der Nähe seiner Mutter Leslie begraben sein.

Zum Geburtstag des toten Stars im Juni trafen sich die Fans daher in der Nähe seines Hauses und schmückten eine Erinnerungsstätte mit Luftballons, Rosen, Bildern, Kerzen und emotionalen Botschaften. Michael war der Sohn einer Britin und eines griechisch-zypriotischen Vaters; sein richtiger Name lautete Georgios Kyriakos Panagiotou. Nach seinem Tod wurde bekannt, dass der Sänger ein großzügiger Spender für wohltätige Zwecke war, der aber lieber anonym bleiben wollte. Britischen Medien zufolge überwies er Millionen an eine Kinderschutzorganisation und half auch Aids-Kranken. (dpa)

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