EU-Solidaritätskorps schafft neue Möglichkeiten für junge Menschen

Initiative

Das Europäische Solidaritätskorps schafft Möglichkeiten für junge Menschen, an Freiwilligenprojekten oder Beschäftigungsprojekten in ihrem eigenen Land oder im Ausland teilzunehmen, die Gemeinschaften und Menschen in ganz Europa zugutekommen. Illustration: EU/Francois Walschaerts

Möglichkeiten für Jugendliche schaffen, an Freiwilligen- oder Beschäftigungsprojekten im eigenen Land oder im Ausland teilzunehmen, die Gemeinschaften und Menschen zugutekommen: Das ist das Ziel des Europäischen Solidaritätskorps, einer neuen Initiative auf Ebene der Europäischen Union.

Von Christian Schmitz

Am Dienstagnachmittag wird das Europäische Solidaritätskorps ab 17 Uhr im Atelier Event Location in der Eupener Unterstadt (Hütte 64) vorgestellt. Federführend ist das Jugendbüro, das als sogenannte Nationale Agentur als Zwischenstelle fungiert, Projekte in Ostbelgien verwaltet und begleitet sowie Beratungsarbeit liefert.

Der EU-Freiwilligendienst wird in die das neue Projekt integriert.

Bereits seit den 90er Jahren gab es schon den Europäischen Freiwilligendienst (EFD), der im europäischen Programm Erasmus+ integriert war.

„Nun wurde mit dem Europäischen Solidaritätskorps ein völlig neues EU-Programm im Sinne der Solidarität geschaffen, und der EFD wird ein Teil davon sein“, erklärt Irene Engel, Geschäftsführerin des Jugendbüros, im Vorfeld der Vorstellung. In Zukunft werde der Schwerpunkt allerdings mehr auf solidarischem Einsatz, definierter Lernergebnisse und Inklusion liegen, fügt sie gegenüber dem GrenzEcho hinzu.

Das Europäische Solidaritätskorps richtet sich an Jugendliche zwischen 18 und 30 Jahren und versteht sich als Chance, sich freiwillig für ein soziales und vielfältiges Europa zu engagieren. Am Europäischen Freiwilligendienst haben zwischen 1996 und 2018 insgesamt 100 junge Menschen aus Ostbelgien teilgenommen.

Derzeit stellen das Zentrum für Förderpädagogik (ZFP) vier, der Rat der deutschsprachigen Jugend (RdJ) und das Asylbewerberheim Manderfeld je zwei sowie das Staatsarchiv, das Asylbewerberheim Belle-Vue Eupen, das Fabiola-Haus in Eupen, die Gemeindeschule Hauset, die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben (DSL) sowie die Vereinigungen Dabei, Info-Integration und KuKuK jeweils einen Platz für Freiwillige aus dem Ausland zur Verfügung.

„Diese 16 Plätze in zwölf Vereinigungen sind auch im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps offen“, so Irene Engel. Insgesamt ist auf EU-Ebene ein Budget von 375,6 Millionen Euro bis Ende 2020 veranschlagt. Davon können im kommenden Jahr 187.300 Euro allein aus Ostbelgien abgerufen werden.

Das Programm bietet drei Arten von Projekten an:

Freiwilligendienst und Freiwilligenteams: Beim Freiwilligendienst arbeiten und leben junge Menschen in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland und eine Minderheit auch im Inland. Die Dauer beträgt zwei bis zwölf Monate. „Der Freiwilligendienst wird am meisten genutzt“, sagt Valérie Kaldenbach, Mitarbeiterin im Jugendbüro.

Der Freiwilligendienst stehe allen offen – Voraussetzung ist lediglich das richtige Alter (18-30 Jahre). Hinzu kommen die Freiwilligenteams, bei denen zehn bis 40 Menschen gemeinsam an einem gemeinnützigen Projekt arbeiten (Dauer: zwei Wochen bis zwei Monate). Die Koordination der Freiwilligenteams läuft allerdings direkt über die EU.

Praktika und Arbeitsstellen: Dabei geht es um den Erwerb von praktischen und beruflichen Erfahrungen und darum, den Übergang in eine Ausbildung oder reguläre Beschäftigung zu erleichtern. „Wichtig ist auch hier immer der Bezug zu Solidarität“, erklärt Valérie Kaldenbach. Dauer: drei bis zwölf Monate.

Solidaritätsprojekte: Fünf junge Menschen starten dabei eine lokale Initiative mit Solidaritätscharakter. Die Dauer beträgt zwischen zwei und zwölf Monate. „Es können informelle Gruppen sein. Abiturienten können sich zum Beispiel zusammenschließen und etwas unternehmen. Das kann alles sein: ein Integrationsabend, ein Seniorenpflegetag oder der Aufbau eines Spielplatzes. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Christine Henze vom Jugendbüro.

Mit dem Europäischen Solidaritätskorps soll der Horizont der jungen Menschen erweitert werden. Eine Umfrage, die seinerzeit im Rahmen des 20-jährigen Bestehens des Freiwilligendienstes durchgeführt wurde, hat aufgezeigt, dass alle Beteiligten danach besser ihre Stärken und Schwächen kannten, 93 Prozent Möglichkeiten für ihre persönliche oder berufliche Weiterentwicklung erkennen konnten, 90 Prozent selbstständiger als auch selbstbewusster geworden sind und 83 Prozent der Ansicht waren, dass ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch den Freiwilligendienst gestiegen sind.

Teilnehmen beim Europäischen Solidaritätskorps kann man also, wenn man zwischen 18 und 30 Jahre alt ist. Dafür muss man sich auf einem Portal der EU (https://europa.eu/youth/solidarity_de) registrieren und sein Profil hinterlegen.Infos unter: www.solidaritätskorps.be

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte beachten Sie unsere Netiquette, wenn Sie den Artikel kommentieren möchten.