EU-Parlament tritt Diskussion um Fotos von Gebäuden los

Streit um Urheberrecht

Können Urlauber ihre Fotos vom Eiffelturm künftig nicht mehr einfach so im Internet posten? Diese Sorge treibt die Piraten-Politikerin Julia Reda (Foto) um. Die 28-Jährige sitzt im Europaparlament und ist dort für die Reform des Urheberrechts zuständig. | Foto: Britta Pedersen/dpa

Abgeordnete aus Brüssel haben mit einem Vorschlag zur Reform des Urheberrechts für Wirbel gesorgt. Sie fordern, dass Fotos von Gebäuden und öffentlich sichtbarer Kunst nicht gewerblich verwendet werden dürfen, wenn man keine Erlaubnis der Urheber dafür hat.

In Deutschland ist das bisher anders. Jeder darf Bilder von Gebäuden und öffentlichen Kunstwerken machen und sie frei nutzen, auch für kommerzielle Produkte wie Kalender oder Postkarten. Das nennt sich Panoramafreiheit.
Die Piraten-Politikerin Julia Reda wollte diese Panoramafreiheit auf alle EU-Staaten ausweiten. Sie wurde aber im Rechtsausschuss des EU-Parlaments überstimmt, wo nun eine Einschränkung gefordert wird.
Fotografen und Netzaktivisten protestieren gegen diesen Vorschlag. Für jedes Bild eine Genehmigung einzuholen sei "ein unmögliches Unterfangen", schreibt der Fotografenverband Freelens. Auch das Online-Lexikon Wikipedia befürchtet Behinderungen.
Mit einer Kampagne im Internet und Briefen wollen die Gegner die EU-Abgeordneten zum Umdenken bringen. Das gesamte Parlament will am 9. Juli über die Vorschläge zur Urheberrechtsreform entscheiden. Damit legen die Abgeordneten ihre eigene Position fest, bevor die EU-Kommission ihren Vorschlag macht. Über diesen verhandeln dann das Parlament und die EU-Staaten, am Ende müssen sich beide einigen. (dpa)

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