Oxfam-Katastrophenhelfer sollen in Haiti Sexorgien gefeiert haben

Bericht

2010 zerstörte ein Erdbeben Port-au-Prince und die gesamte Hauptstadtregion. Binnen weniger Sekunden starben mindestens 220.000 Menschen. | Foto: dpa

Sexparties statt Katastrophenhilfe: Mitarbeiter der Hilfsorganisation Oxfam sollen während ihres Einsatzes nach dem schweren Erdbeben in Haiti im Jahr 2010 Sexorgien mit Prostituierten veranstaltet haben. Das berichtete die britische Tageszeitung „The Times“ am Freitag unter Berufung auf einen internen Untersuchungsbericht der Hilfsorganisation aus dem Jahr 2011.

Oxfam bestätigte, dass mehrere Mitarbeiter unter anderem wegen sexuellen Fehlverhaltens, Mobbings und Einschüchterung entlassen wurden oder ihre Posten niederlegten. Darunter sei auch der Landes-Direktor, der Belgier Roland van Hauwermeiren. Das Verhalten sei „total inakzeptabel“ gewesen, teilte die Hilfsorganisation mit Sitz in Oxford mit.

Dem „Times“-Bericht zufolge sollen die Orgien in einer von Oxfam angemieteten Villa stattgefunden haben. „Sie schmissen große Partys mit Prostituierten. Diese Mädchen trugen Oxfam-T-Shirts, rannten halbnackt herum“, zitiert das Blatt einen Informanten, der ein entsprechendes Video gesehen haben will.

Dem Untersuchungsbericht zufolge könne „nicht ausgeschlossen werden“, dass Kinder sexuell ausgebeutet wurden, berichtet die „Times“. In Haiti ist Prostitution generell verboten. Zu Ermittlungsverfahren soll es laut Medienberichten aber nicht gekommen sein.

Oxfam teilte mit, aus den Vorfällen seien Konsequenzen gezogen worden, beispielsweise sei eine Hotline für anonyme Informanten eingerichtet worden. Wichtige Geldgeber wie die Europäische Union, die Weltgesundheitsorganisation und Agenturen der Vereinten Nationen seien in Kenntnis gesetzt worden. (dpa)

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