Infrabel warnt mit schockierendem Video vor Gefahr an Bahnübergängen

Sicherheit

Foto: belga

Im vergangenen Jahr kamen in Belgien 16 Menschen auf und entlang der Bahnstrecken ums Leben: weil sie sich auf den Schienen aufgehalten oder sich nicht an die Regeln an Bahnübergängen gehalten haben. Um die Menschen auf die Risiken eines solchen Verhaltens aufmerksam zu machen, starten Schienennetzbetreiber Infrabel und das Verkehrssicherheitsinstitut Vias heute eine Kampagne mit schockierenden Bildern.

Folgende Situation: Ein 35-jähriger Vater ist mit seinen beiden Kindern auf dem Weg zu einem Familienfest. Weil er es eilig hat, ignoriert er das rote Licht und die geschlossenen Schranken am Bahnübergang. Der Fahrer des herannahenden Zuges aktiviert noch das Notbremssystem – vergeblich. Der Zug rammt den Wagen mit voller Wucht. Der Vater und seine beiden Kinder sind auf der Stelle tot.

Der soeben beschriebene Unfall ist tatsächlich passiert. Allerdings saß in dem Fahrzeug keine Familie. Es handelt sich stattdessen um eine Simulation mit Puppen. Frédéric Petit von Infrabel erklärt: „Der Crashtest ist eine Weltneuheit. Wir wollten wissenschaftlich herausfinden, welche Auswirkungen es hätte, wenn ein Zug mit 75 Stundenkilometern gegen ein Auto prallen würde. Dazu haben wir Drohnen, Kameras und Sensoren eingesetzt. Wie die Bilder zeigen, wären die Folgen für Betroffene tödlich.“
Mit Hilfe der Sensoren fanden die Forscher heraus, dass der Aufprall besonders in den ersten Sekunden enorm ist. Das Auto wird sehr schnell in alle Richtungen geschleudert und die Kraft, die auf die Insassen einwirkt, ist um ein Vielfaches höher als ihr eigenes Körpergewicht. Auf eine Person, die 70 Kilogramm wiegt, wirkt somit eine Kraft von 4.200 Kilogramm ein. Die Überlebenschancen sind dabei mehr als gering.

Schockierend aber realistisch

Die Bilder des „Crashtests“ wurden zu einem Video verarbeitet, das ab heute die Menschen auf die Gefahren gefährlichen Verhaltens auf den Schienen und an Bahnübergängen aufmerksam machen soll.

Im vergangenen Jahr wurden 807 Fälle von sogenannten „Schienenläufern“ registriert. Das ist ein absoluter Rekord. Vor zwei Jahren waren es noch weniger als 700. Wer sich auf den Schienen aufhält, riskiert nicht nur sein Leben, sondern sorgt zudem für Verspätungen im Bahnverkehr: 140.312 Minuten waren es 2017. Das entspricht sechs Stunden pro Tag.

Trotz der vielen Sensibilisierungsmaßnahmen und der Installation von Kameras und Verbotsschildern nimmt die Zahl der Schienenläufer weiter zu. Ende März wurde ein Gesetz verabschiedet, dass es Infrabel erlaubt, Geldbußen gegen Schienenläufer zu verhängen.Der Schienennetzbetreiber möchte rund 20 Personen mit dieser Aufgabe betrauen.

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