Was, wenn Parteien keine Lösung der Flüchtlingskrise wollen?

Kommentar

Warten auf Godot – das Los vieler Flüchtlinge. Viele EU-Bürger warten ihrerseits auf Regelungen zur Lösung von Problemen wie Transitmigration. Doch die wollen viele Parteien gar nicht. | Foto: Photo News

Wenn man sich die nackten Zahlen anschaut, versteht man die ganze Aufregung nicht so recht: Flüchtlinge kommen in weit geringer Zahl nach Europa als im letzten Jahr. Von den Jahren 2016 und 2015 ganz zu schweigen, als die Flüchtlingsströme ganze Städte wie München förmlich auf den Kopf stellten und die

Von Oswald Schröder

Sie möchten den kompletten Artikel lesen?

REGISTRIERUNG für neue Nutzer

Neu hier? Testen Sie 14 Tage lang unser Angebot kostenlos und unverbindlich, indem Sie sich registrieren
Registrieren
  1. Ein Flüchtling pro Monat ist noch zu viel.
    Die Politiker, haben eine andere Ansicht zu den Flüchtlinge.
    Es wäre möglich dass sie nicht genug Stimmen erhalten von den Einheimischen, dann
    wären die Migranten willkommen.
    So wie so ist die Politik der EU, blamabel.

  2. Auf Ihre Frage werden Sie wohl kaum eine nachvollziehbare Antwort erhalten, Herr Kerres!

    Sollte der Kommentar von Herrn Wagener nicht nur als Provokation gedacht sein, wird er bei den nächsten Wahlen vermutlich ein Problem haben. Obschon auch hier in Ostbelgien m.E. dafür ein Wählerpotential vorhanden ist, ist mir bislang noch kein Politiker oder Partei aufgefallen, die die von Herrn Oswald Schröder beschriebene Nichtlösung des Flüchtlingsproblems, zumindest nicht in der Öffentlichkeit, befürworten.

  3. „Außerdem muss Europa, parallel dazu, in Afrika an nachhaltigen Lösungen arbeiten, damit die Menschen dort bleiben, wo ihre Heimat ist und sie gebraucht werden.“

    Wohl wahr, Herr Schröder. Leider aber geschah und geschieht das genaue Gegenteil. Das geht eindrucksvoll aus einer sechsteiligen SPIEGEL-Serie hervor, die 2007 erschien und die bis heute nichts Entscheidendes von ihrer Gültigkeit verloren hat, auch wenn vielleicht die eine oder andere Aspekt sich verändert hat, so etwa die früher stets angeprangerte Politik der EU ins Sachen Lebensmittelexporte.

    Es sind verschiedene Faktoren, die zusammenspielen und bewirken, dass viele Länder Schwarzafrikas seit ihrer Unabhängigkeit nicht aus Armut und Elend herauskommen, trotz überreicher Ressourcen. Ausnahmen wie Botswana bestätigen die Regel.

    Leider ist m.E. der Zug abgefahren. Die von Ihnen geforderten Lösungen könnten, selbst wenn ihre Einführung vor Ort politisch und gesellschaftlich durchsetzbar wäre, erst langfristig Wirkung zeigen. Der Aufbau einer örtlichen Infrastruktur und verarbeitenden Industrie statt bloßem Rohstoffabbau braucht Jahre.

    Die Flüchtlinge, egal, ob sie aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen – oder sicher auch oft aus beiden – zu uns kommen wollen, werden nicht so lange ausharren. Dafür ist die Anziehungskraft Europas zu hoch und sind die technischen Möglichkeiten, Wüste und Meer zu überwinden, zu groß.

    Wer möchte, kann die Serie ab Heft 16/2007 gratis im Archiv herunterladen.
    Teil 1: http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/51211784

    P.S. an Herrn Wagener: Seit wann wählen Flüchtlinge?

    1. Einen interessanten Artikel zum Thema gibt es auch im letzten Spiegel Nr. 35 vom 25.8.2018:
      „Wer darf rein? Die richtige Flüchtlingspolitik – ein Plädoyer“.
      Lesenswert auch das Buch von Hamed Abdel Samad zum Thema „Integration“.
      Wenn es um politische Antworten auf lokaler Ebene geht, lassen wir uns einfach überraschen, ob Blumenkübel im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen werden
      oder – wie der Spiegel es nennt – die „Jahrhundertfrage“.

  4. Und während das altbackene Europa sich fragt, wieviel Stacheldrahtzaun denn ausgerollt werden soll, um seinen kleinen Schrebergarten mit Gartenzwerg zu schützen, investiert China Milliarden in Afrika und schaft neue Kräfteverhältnisse und Einflussbereiche…

    1. Ein Artikel auf ZON beschreibt diese Entwicklung, wie sie sich schon 2007 (s. SPON-Serie weiter oben) abzeichnete:

      https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-09/china-afrika-gipfel-wirtschaft-militaer-investitionen-staerkung-seidenstrasse

      Der letzte Satz mutet allerdings seltsam an:
      „Zudem habe Peking keine Scheu, mit Autokraten zu arbeiten, solange es sich Zugang zu Afrikas Bodenschätzen sichern könne.“
      So, als ob Europäer und Amerikaner jemals Skrupel gehabt hätten, mit üblen Diktatoren wie Mobutu oder Gaddafi zusammenzuarbeiten, wenn es um Öl und andere Bodenschätze geht.

      So gesehen, ersetzen die Afrikaner nur die alten Ausbeuter durch einen neuen. Was sie dabei gewinnen werden, muss sich noch zeigen.

Schreiben Sie einen Kommentar zu Norbert Schleck Antworten abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte beachten Sie unsere Netiquette, wenn Sie den Artikel kommentieren möchten.