Sehr geehrte Frau Hehemeyer, manchmal habe ich das Gefühl, dass sich die heutige Gesellschaft grundsätzlich gegen Neues stellt. Sobald etwas Ungewohntes entsteht oder eine Veranstaltung organisiert wird, scheint die erste Reaktion häufig Ablehnung zu sein. Genau diesen Eindruck habe ich auch in diesem Fall gewonnen. Als ob Ihnen nicht längst bekannt wäre, dass diese Veranstaltung, wenn überhaupt, nur einmal im Jahr stattfinden wird! Natürlich kann man über mögliche Lärmbelästigungen diskutieren. Doch muss man sich tatsächlich fragen, ob man noch in sein Haus investieren oder es aus Angst vor Lärmbelästigung lieber verkaufen und wegziehen sollte? Solche Überlegungen gießen meiner Meinung nach nur weiter Öl ins Feuer. Dabei hat der Veranstalter sein Bestmögliches getan und alles in seiner Macht Stehende unternommen, um die Natur so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Auch dieser Einsatz sollte anerkannt werden. Statt zu Hause akribisch darauf zu achten, wie viel Lärm ins Haus dringt, hätte man selbst zur Veranstaltung gehen, eine Fritte essen, ein Bier oder Softgetränk trinken und sich das Ganze in Ruhe anschauen können. Vielleicht hätte sich dadurch eine andere Perspektive ergeben. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dieses eine Wochenende im Jahr einen derart großen Einschnitt in Ihre Lebensqualität bedeutet. Natürlich hat jeder ein Recht auf Ruhe, und berechtigte Beschwerden sollte man ernst nehmen. Dennoch sollte man die Verhältnismäßigkeit wahren. Mein Wunsch wäre, dass wir wieder lernen, offener mit solchen Veranstaltungen umzugehen. Nicht jede Veränderung ist eine Verschlechterung. Ein wenig mehr Toleranz, gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft, sich selbst ein Bild zu machen, würden der Diskussion sicherlich guttun.
Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren