Das Königliche Meteorologische Institut (KMI), das Zentrum für die Analyse von Klimarisiken (Cerac) und das belgische Klimazentrum (BCC) haben dazu ein gemeinsames Projekt gestartet. Unter dem Titel „Chroniken des zukünftigen Wetters“ entwickeln sie fiktive Medienberichte, die extreme Wetterereignisse schildern und deren Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Infrastruktur greifbar machen sollen.
Die Szenarien lesen sich wie echte Nachrichtenartikel. Ergänzt werden sie durch Augenzeugenberichte, Wetterdaten und Reaktionen von Behörden oder Einsatzkräften. Beschrieben werden Ereignisse, wie sie in einer Welt auftreten könnten, die sich im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um zwei Grad Celsius erwärmt hat.
Dabei handelt es sich zwar um fiktive Geschichten, doch die Grundlage ist wissenschaftlich. Die Chroniken stützen sich ausschließlich auf Klimamodelle, quantitative Prognosen und historische Daten zu Naturkatastrophen. Auch die geschilderten Erfahrungen orientieren sich an realen Ereignissen, die sich bereits in Belgien oder anderen Ländern ereignet haben.
Die Methode wurde bereits erfolgreich getestet. Im vergangenen Jahr widmete sich ein Pilotprojekt des KMI den Folgen extremer Hitzewellen. Die dabei entstandenen Szenarien wurden als hilfreiches Instrument anerkannt, um Notfallpläne zu verbessern, Risiken besser einzuschätzen und die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber bislang ungekannten Wetterlagen zu stärken.
Die nun gestartete Zusammenarbeit zwischen KMI, Cerac und dem Klimazentrum soll auf diesen Erfahrungen aufbauen. Künftig sollen weitere Extremereignisse untersucht und ihre möglichen Folgen für Belgien dargestellt werden. Grundlage dafür bildet die erste umfassende Klimarisikoanalyse für Belgien, die Cerac im November 2025 veröffentlicht hat.
Das Projekt richtet sich insbesondere an politische Entscheidungsträger, Einsatzkräfte, Verwaltungen sowie Wirtschaftssektoren, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sein könnten. Ziel ist es, mögliche Risiken nicht erst dann zu erkennen, wenn sie eintreten, sondern bereits im Vorfeld konkrete Handlungsstrategien zu entwickeln. (belga/calü)
Weitere Infos gibt es HIER.

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