YouTuberin Melissa Lee: „Mein ­Channel ist mein Baby“

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Die Videos von YouTuberin Melissa Lee haben insgesamt 7,6 Millionen Aufrufe. | Foto: privat

Seit zweieinhalb Jahren dreht Melissa Lee für ihren YouTube-Channel „Breeding Unicorns“ regelmäßig Videos. Stolze 7,6 Millionen Aufrufe haben ihre Videos insgesamt – Tendenz steigend. Über 104.000  YouTube-User haben die Videos zu Themen wie „Do It Yourself“, „Kochen mit Melissa“ oder „Dress good – Do good!“ abonniert. Uns hat die 27-Jährige verraten, wie sie YouTuberin geworden ist und was sie im wahren Leben so macht.

von Mirjam Wernerus

1989 wurde Melissa Lee in Berlin als Tochter einer Deutschen und eines Chinesen geboren. Nach dem Realschul-Abschluss begann sie ihr Fachabitur in Mode. Eine Ausbildung als Assistentin für Mode und Design folgte. „Die habe ich aber nach anderthalb Jahren abgebrochen“, lacht sie. In die YouTube-Szene sei sie „irgendwie so reingerutscht“, wie sie sagt. eNtR berlin, ein bilingualer Urban Culture Channel aus Berlin, wollte eigentlich nur ein Künstlerportrait über die Berlinerin machen. Das Feedback dazu war allerdings so gut, dass sie schließlich als Moderatorin für den Channel eingestellt wurde. Als die Produktion schließlich beendet wurde, wollte die Community Melissa Lees Videos nicht missen. Also entschied sie sich kurzerhand dazu, ihren eigenen YouTube-Channel „BreedingUnicorns“ zu starten.

Inspirationen für ihre Videos erhält Melissa hauptsächlich von ihrer Fangemeinde. In den Kommentaren schlägt diese stets neue Ideen vor. Natürlich hat sie auch eigene: „Vor allem in den Do-It-Yourself-Videos bastele ich Dinge, die ich selber brauche oder unbedingt haben will“, sagt Melissa. So kann man zum Beispiel Anleitungen, wie man T-Shirts verkleinern oder weiße Sneakers mit Farben aufpimpen kann, auf ihrem YouTube-Kanal finden. Besonders die DIY-Videos liegen Melissa am Herzen: „Das sind definitiv meine Favoriten. Ich liebe es einfach, herumzubasteln.“

Im Gegensatz zu anderen YouTubern hat Melissa keinen festen Wochentag, an dem sie neue Videos hochlädt. „Pro Woche lade ich so ein oder zwei Videos hoch. Aber ich halte mich da nicht an Termine. Es kommt, wenn‘s kommt“, sagt sie.

Mit ihrem Kanal verdient Melissa zwar Geld, aber man sollte das Ausmaß nicht überschätzen: „Ich verdiene schon Geld mit meinem Channel, aber nicht so viel, dass ich jetzt drei Mal im Jahr in den Urlaub fliegen oder mir die neuesten Gucci-Schuhe anschaffen könnte“, lacht sie. „Man sollte generell die Arbeit, die hinter so einem Video steckt, nicht unterschätzen. Für ein normales, nicht so ausgefallenes Video brauche ich für den Dreh und das anschließende Schneiden schon so sechs Stunden. Wenn es dann mal ein außergewöhnlicheres Video werden soll, kann das sich das Ganze sogar über zwei oder drei Tage ziehen“, erklärt sie. Hilfe bei dieser oftmals aufwändigen Arbeit kriegt Melissa von einem Kameramann – ebenfalls YouTuber – und manchmal auch von ihrem Freund.
Sie hat auch ein paar Tipps für alle, die einen eigenen YouTube-Kanal starten wollen: „Man sollte auf jeden Fall einen langen Atem haben. Wer das Ganze nur für das Geld macht, ist an der falschen Adresse. Für das wenige Geld ist der Aufwand einfach zu groß. Dann sollte man doch lieber in einer Bank arbeiten, denn dort wird einem ein sicherer Job mit besserer Bezahlung geboten. Das Wichtigste ist, Leidenschaft für das, was man macht, mitzubringen.“

Melissa führt ihren YouTube-Kanal aber nicht hauptberuflich. „Ich bin auch Modedesignerin. In Berlin besitze ich einen eigenen Laden namens Mademoiselle Opossum“, erzählt sie. Dort findet man farbenfrohe Kleider sowie selbstgemachten Schmuck. Ihre Designs sind vom japanischen Streetstyle und dem Berliner Chic beeinflusst. Doch es gibt noch viel mehr in Melissas Leben: Seit 2016 ist sie als Moderatorin bei der Sendung FLiP, die auf Nicknight ausgestrahlt wird, tätig. Außerdem gehört Melissa zum yumtamtam-Team, das Kochvideos auf YouTube veröffentlicht. „Kochvideos zu drehen, gefällt mir besonders gut, weil man während der Drehs essen kann“, lacht die YouTuberin. „Außerdem kann man sich wie beim Basteln kreativ austoben“, ergänzt sie. Seit 2015 ist Melissa auch noch Moderatorin der Top 100 auf Viva. „Daran liebe ich, dass alles live und somit spontan ist. Da passieren Sachen, mit denen man nicht rechnet. Manchmal erwischt man Leute in lustigen Situationen. In meiner dritten Sendung hat sich zum Beispiel ein Musiker, der zu Gast war, einfach mal dazu entschieden, sich bis auf die Unterhose auszuziehen“, erzählt Melissa belustigt.

Bei so abwechslungsreichen Tätigkeiten interessiert natürlich viele, wie ein gewöhnlicher Tag in Melissas Leben aussieht. „Also als Erstes checke ich meine Mails im Bett. Mir ist es sehr, sehr wichtig, dass ich lange schlafen kann. Meistens ist das auch der Fall. Nur wenn mal außergewöhnlichere Drehs anstehen, muss ich früher aus dem Bett, als mir lieb ist. Danach schminke ich mich und mache mich fertig – entweder für einen Dreh oder um in meinem Laden zu arbeiten“, erzählt sie. Obwohl Melissa so vielen verschiedenen Tätigkeiten nachgeht, bleibt das Drehen für ihren eigenen YouTube-Kanal „BreedingUnicorns“ ihr Favorit: „Mein Channel ist mein Baby.“

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