Eisenbichler nach Platz zwei „happy“

Vierschanzentournee

Markus Eisenbichler nährt die Hoffnung der deutschen Fans. | Foto: afp

Fast hätte es geklappt mit dem ersten Sieg eines deutschen Skispringers bei der Vierschanzentournee seit 2015. Markus Eisenbichler präsentiert sich wie schon in Oberstdorf bestens, ein Springer ist aber wieder stärker.

Markus Eisenbichler legte die Hände aneinander und verneigte sich lächelnd vor Überflieger Ryoyu Kobayashi. Der derzeit beste deutsche Skispringer hat mit Sprüngen auf 138 und 135 Meter und Platz zwei beim traditionellen Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen eindrucksvoll die deutschen Chancen auf den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee gewahrt. „Ich bin mega happy“, sagte Eisenbichler, der sich wie schon in Oberstdorf nur Kobayashi geschlagen geben musste.

Auf Rang eins fehlte etwa ein Meter. In der Gesamtwertung läuft nun alles auf einen Zweikampf des 27-jährigen Deutschen mit dem fünf Jahre jüngeren Japaner hinaus.

Im ausverkauften Stadion stellte Eisenbichler seine Ausnahmeform unter Beweis.

„Das ist eine tolle Ausgangsposition“, sagte der deutsche Bundestrainer Werner Schuster in der ARD. Eisenbichler, der als Vorletzter am Dienstag von der Schanze gesprungen war, wurde bereits vor Kobayashis entscheidendem Versuch von seinen euphorischen Teamkollegen geherzt und gefeiert. Dass es zum zweiten Mal knapp nicht zum Sieg reichte, ärgerte „Eisei“ nur kurz. Natürlich habe er gehofft, „dass es reicht für den ersten Sieg in einem Weltcup“, sagte er, betonte aber sogleich: „Das genieße ich. Das erlebt man nicht alle Tage, dass man auf dem Podest steht.“

Vor 21.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Großen Olympiaschanze stellte Eisenbichler seine Ausnahmeform wie schon bei seinem zweiten Platz am Sonntag in Oberstdorf mit Macht unter Beweis. „Vor allem der erste Sprung war erste Sahne“, lobte Schuster. Sein derzeitiger Musterschüler, der in der Vergangenheit seine oft starken Trainingsleistungen nicht in den Wettkampf übertragen konnte, hat ein konstant hohes Niveau erreicht. Bei der Tournee wirkt er befreit und voll fokussiert. Vor seinem letzten Sprung in Garmisch klopfte er sich immer wieder mit Wucht auf die Brust, stimmte sich auf den entscheidenden Versuch ein. „Er hat über Monate das Trainingsniveau mitbestimmt“, erklärte Schuster. „Jeder gelungene Sprung gibt ihm mehr Selbstvertrauen.“ Schon Eisenbichlers sechsten Platz bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg hatte Schuster als „Knotenlöser“ bezeichnet.

Ein überraschendes Debakel erlebte der Österreicher Stefan Kraft. Der Dritte des Auftaktspringens schied nach einem völlig misslungenen Sprung bereits nach dem ersten Durchgang aus – ein herber Rückschlag für das österreichische Team vor der zweiten Tournee-Hälfte in der Heimat. Nach einem Ruhetag geht es am Donnerstag um 14 Uhr mit der Qualifikation am Bergisel in Innsbruck weiter (ARD und Eurosport). (dpa)

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