Werner Hansch: „Assauers größtes Verdienst hat nichts mit Fußball zu tun“

Reporterlegende

Der langjährige Schalke-Manager Rudi Assauer (r.) und sein langjähriger Weggefährte, der ehemalige Sportreporter Werner Hansch (links), als Gäste der ZDF-Sendung „Volle Kanne“, nachdem sich Assauer geoutet hatte, an Alzheimer zu leiden. | Foto:  ZDF/Willi Weber

Nach dem Tod von Rudi Assauer (74) hat die Reporterlegende Werner Hansch die Leistung des Ex-Managers von Schalke 04 gewürdigt. „Assauer war die große Managergestalt, nicht nur auf Schalke, sondern im gesamten deutschen Fußball“, so Hansch im Gespräch mit dem GrenzEcho über seinen langjährigen Weggefährten. Das größte Verdienst Assauers habe aber nichts mit dem Fußball, sondern mit seiner Alzheimer-Erkrankung zu tun.

„Im Februar 2012 hatte er sich geoutet und damit sehr viel getan für die Enttabuisierung dieser Krankheit“, erklärte Wener Hansch am Donnerstag. Hansch war im Februar 2012 mit Assauer im Fernsehen aufgetreten, nachdem dieser seine Krankheit öffentlich gemacht hatte. In Deutschland seien seitdem politisch viele wichtige Dinge auf den Weg gebracht worden, „und das geht auch auf das Outing von Rudi Assauer zurück. Damit hat er für die Gesellschaft eine große Leistung gebracht“, fügte Werner Hansch hinzu. Allein in Deutschland haben etwa 1,7 Millionen Menschen Alzheimer oder eine andere Demenzerkrankung.

Unter Demenz werden verschiedene Leiden zusammengefasst, bei denen die geistige Leistungsfähigkeit sehr stark zurückgeht. Die weitaus meisten Betroffenen haben Alzheimer. Bei Alzheimer sterben Hirnzellen ab. Es ist unklar, was genau im Gehirn passiert. Eiweißfragmente (Amyloid-Peptide) lagern sich im Hirn ab. Die Zellen schaffen es nicht, diese Ablagerungen loszuwerden. Sie stören die Reizübertragung zwischen Hirnzellen und machen sie so funktionsuntüchtig. (sc)

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