Axel Witsel: Für den BVB und Favre ein kaum ersetzbarer Stratege

Fußball - 1. Bundesliga

Witsel hat natürlich bereits vom legendären Borsigplatz gehört. | Foto: dpa

Er ist der sogenannte Königstransfer: Nationalspieler Axel Witsel lenkt bei Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund die Geschicke auf dem Rasen. Er ist eine Führungsperson – und eine Inspiration für die Jüngeren im Team von Trainer Lucien Favre.

Sein Markenzeichen ist diese wuschelige Frisur. Viel wichtiger, so wird es jedenfalls auf der Homepage von Borussia Dortmund beschrieben, ist indes der Kopf darunter. Denn in diesem Kopf steckt jede Menge strategisches Können.

Und davon profitieren sie alle beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, weil Axel Witsel nach Ansicht von Sportdirektor Michael Zorc alles mitbringt, was einen Anführer auf dem Rasen ausmacht: taktisches Verständnis, Zweikampfstärke, Tempo, Kreativität und Mentalität. Genau das haben sie gebraucht nach einer – trotz Champions-League-Qualifikation – durchwachsenen Vorsaison. Weil, und das stellte Zorc unverhohlen fest, im Spieljahr 2017/18 vor allem eines fehlte: Robustheit im Mittelfeld, das energische Dazwischengehen, die vehemente Gegenwehr.

Ruhig, gelassen, mit Übersicht: Axel Witsel tut allen gut.

Mit Witsel hat sich das massiv verändert. Er antizipiert auf dem Feld wie kaum ein anderer. Sein vorausschauender Blick auf das, was der Gegner vorhat, seine Ballsicherheit und seine Effizienz, das Erkennen der räumlichen Möglichkeiten – und ergo schwärmen sie in Dortmund über den 20-Millionen-Euro-Mann aus Lüttich. Er gebe nach innen Selbstvertrauen und strahle es nach außen, befand Zorc in der „Welt“.

Ruhig, gelassen, mit Übersicht: Der 30-Jährige tut allen gut. „Er ist sehr wichtig für uns und kontrolliert unser Spiel. Er hilft uns sehr“, kommentierte Christian Pulisic die Fähigkeiten des WM-Dritten. Für Jadon Sancho ist Witsel schlicht „ein großes Vorbild, ein toller Spieler, eine große Inspiration für die Jüngeren“. Nationaltrainer Roberto Martinez bezeichnete Witsel in der „Sport Bild“ als „den besten Transfer der Welt“ in der aktuellen Saison. Dabei war Witsel vor seinem Wechsel zum BVB nicht unbedingt bei den Top-Klubs beschäftigt. Es erweist sich allerdings nicht als Nachteil, dass er in Russland bei Zenit St. Petersburg und in China bei Tianjin Quanjian zuvor in Ligen tätig war, die im vergleichbaren Standard mit England, Frankreich, Spanien oder auch Deutschland eher nicht so hochwertig einzustufen sind.

Den BVB störte Witsels Vergangenheit nicht. Für BVB-Berater Matthias Sammer war und ist der Rote Teufel „das Herzstück“ der Borussia. Er bringe auf dem Platz eine natürliche Autorität mit, auf die sich Witsels Mitspieler stark verlassen können. Gibt es bedrohliche Situationen für die anderen, wählen sie zumeist den Pass auf ihren Anführer, weil sie um dessen Verlässlichkeit wissen.

Seine Leistungsdaten lassen Bescheidenheit im Grunde nicht zu.

Er selbst bewertet das Ganze mit einem Mix aus Bescheidenheit und Selbstvertrauen. „Ich denke, dass ich eine ganz ordentliche erste Saisonhälfte gespielt habe“, vertraute er dem „Kicker“ vor dem Rückrundenbeginn an. Dem Magazin „11Freunde“ sagte er in dieser Woche: „Gerade im Mittelfeldzentrum fehlte es (bei Dortmund, A. d. R.) im Kader ein wenig an Erfahrung. Als international erfahrener Spieler passte ich also gut hier her.“

Seine Leistungsdaten lassen sowieso Bescheidenheit im Grunde nicht zu: Für das Favre-Team absolvierte er 25 Pflichtspiele, erzielte dabei vier Treffer und stand 2.053 Minuten auf dem Platz. Was daraus wird? Witsel glaubt, „dass es ein besonderes Jahr werden kann“, wie er dem „Kicker“ sagte. Aber: Bitte nicht abheben. „Ein Spiel nach dem anderen. Alles andere bringt nichts.“

Auch wenn Witsel natürlich bereits vom legendären Borsigplatz gehört hat. „Ich habe für vier Jahre in Dortmund unterschrieben. Und ich hoffe sehr, dass ich innerhalb dieser Zeit mit mindestens einer Trophäe auf dem Borsigplatz auftauchen kann. Denn von allem, was ich gehört habe, muss die Stimmung in dieser Stadt nach einem Titel ziemlich heftig sein“, wird er auf der Webseite von „11Freunde“ zitiert. (dpa/mv)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte beachten Sie unsere Netiquette, wenn Sie den Artikel kommentieren möchten.