Läuft in Antwerpen: Jim Walker stellt Stadt gutes Zwischenzeugnis aus

Fußgänger

Glaubt man dem Engländer Jim Walker, ist Antwerpen auf dem besten Wege, eine Fußgängerstadt zu werden. | Foto: privat

Bei Jim Walker ist der Name Programm: Der Brite ist der Gründer von Walk 21, einer international agierenden Organisation, die sich für die Rechte der Fußgänger stark macht. Auf Empfehlung einiger Belgier hat er in Antwerpen das Gehen erprobt und kommt zu einem positiven Fazit.

Startschuss seines Spaziergangs war der Antwerpener Hauptbahnhof, und dessen Umgebung hat gleich einen angenehmen Eindruck hinterlassen: „Ich habe schon viele Städte besucht, und wenn man aus einem Bahnhof kommt, trifft man eigentlich auf Taxis und Busse“, berichtet er der flämischen Tageszeitung „De Standaard“: „Aber hier blickt man direkt auf einen breiten Platz. Da fühlst du dich als Besucher sofort willkommen.“

Einige Hundert Meter weiter auf dem Operaplein packt der Engländer die nächsten symbolischen Blumen für die Stadt an der Schelde aus: „Es ist schön, dass hier die Autos verschwunden sind. Einfach ein toller Ort für Fußgänger.“

Hat zu Fuß Antwerpen erkundet: Jim Walker. | Foto: privat

Nächster Halt seines Rundgangs ist die Meir, eine der bedeutendsten Einkaufsstraßen der Hafenstadt, wo sich trotz Regenschauers etliche Menschen tummeln. Ein gutes Zeichen, wie Walker meint: „Die Anzahl der Fußgänger sagt viel darüber aus, wie gut ein Weg oder ein Platz gestaltet ist.“

Kritik äußert Jim Walker, der es sich zum Ziel gemacht hat, das Gehen verstärkt im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern, an den Antwerpener Ampeln. Er habe eine Minute und 20 Sekunden gewartet, bis diese grün wurden. Sein Problem: Er hatte „nur“ 20 Sekunden Zeit, um die Straße zu überqueren. „Das Gleichgewicht ist falsch“, äußert sich Walker gegenüber „De Standaard“.

Doch trotz des kleinen Schönheitsfehlers fällt sein Fazit am Ende positiv aus: „Antwerpen ist auf dem besten Weg, eine Fußgängerstadt zu werden.“ Etwas, was viele Arbeitnehmer in der Hafenstadt anders sehen – zumindest noch. Denn nach Angaben von „De Standaard“ nutzen lediglich drei Prozent der Beschäftigten ihre Füße, um  zur Arbeit zu kommen. (calü)

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