Hünningerin in Palma gestrandet: Länger am Flughafen als am Strand

Reise

"Wir haben mehr Zeit im Flughafen als am Strand verbracht", bedauert Mandy Keller (r.) | Foto: privat

Mandy Keller aus Hünnigen hat mit ihren Kolleginnen drei entspannte Tage auf Mallorca verbracht. Die Rückreise wurde für die Gruppe allerdings zur dreitägigen Odyssee.

Eigentlich hätte der Ryanair-Flug OE669, der Mandy Keller, ihre Kolleginnen und andere Urlauber zurück in die Heimat befördern sollte, am Samstagabend um 21.20 Uhr am Flughafen von Palma in Richtung Köln abheben sollen. Doch dazu kam es nicht. Mit einer Verspätung von zunächst zwei Stunden konnten die Passagiere gegen Mitternacht zwar ins Flugzeug steigen, doch der Start ließ weiter auf sich warten.

Der Pilot habe sich immer neue Ausreden ausgedacht, erzählt die 24-Jährige: „Zuerst sollten vier fehlende Passagiere Schuld daran gewesen sein, dass wir nicht starten konnten, dann das schlechte Wetter. Schlussendlich erklärte er uns, dass die Besatzung die maximale Flugdienstzeit inzwischen überschritten habe und sich nicht im Stande sehe, einen sicheren Flug zu gewährleisten. Wir kamen uns ziemlich veräppelt vor.“

Über das Erlebte kann die Eifelerin rückblickend nur ungläubig den Kopf schütteln: „Nach zwei Stunden wurde zu allem Überfluss die Klimaanlage abgeschaltet und wir bekamen nichts zu trinken. Es waren auch kleine Kinder an Bord.“

Nach geschlagenen drei Stunden, gegen drei Uhr am Sonntagmorgen, haben die Passagiere die Ryanair-Maschine schließlich verlassen dürfen. „Man hat uns gesagt, wir würden im Flughafengebäude empfangen, aber da war niemand. Alles ging drunter und drüber. Wir bekamen keinerlei Informationen“, klagt die junge Frau.

Nach einer langen und schlaflosen Nacht im Wartesaal und einem Frühstück auf Kosten der Fluggesellschaft habe man den gestrandeten Passagieren dann am Sonntagmorgen einen Rückflug in Aussicht gestellt. „Wir sollten um 10.05 Uhr abheben, aber dieser Flug wurde dann auch gestrichen. Wir waren mit den Nerven am Ende. Nichts deutete darauf hin, dass wir in absehbarer Zeit nach Hause fliegen würden“, erzählt die Krankenpflegerin. Auch die „Bild“-Zeitung hatte über die gestrandeten Urlauber von Flug OE669 berichtet.

In ihrer Verzweiflung ergriff die Gruppe selbst die Initiative und buchte auf eigene Kosten  einen Flug für Montagvormittag und ein Hotel, um die Zeit bis dahin zu überbrücken. „Das war gar nicht so einfach. Eine Reihe anderer Ryanair-Flüge war auch gestrichen worden und jeder wollte irgendwie nach Hause kommen. Wir haben die letzten Plätze ergattert, sonst säßen wir jetzt vielleicht immer noch auf Mallorca fest“, befürchtet sie.

Die Mehrkosten von rund 200 Euro pro Person und die Tatsache, dass der Rückflug nicht nach Köln, wo das Auto der Reisegruppe stand, sondern nach Düsseldorf ging, sei in Anbetracht der Strapazen der vorhergegangenen Tage noch das kleinere Übel gewesen. „Wir haben ein Taxi nach Köln genommen und sind jetzt endlich wieder Zuhause.“ Übermüdet, entnervt und urlaubsreif.

Bei der Fluggesellschaft wollen Mandy Keller und ihre Kolleginnen, die teilweise nicht rechtzeitig wieder zur Arbeit erscheinen konnten, nun eine Entschädigung erwirken. „Wir haben uns informiert: Normalerweise müssten wir 400 Euro zurückerstattet bekommen“, so die Hünningerin. (sue)

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