Von wegen Asyltourismus

Migration

Wiedergefundene Lebensfreude: Die Kinder Lorin, Mohamed, Soulin und Arjin (v. l.) haben keinen Schaden vom steinigen Weg von Aleppo über Afrin nach Eupen genommen. | Foto: D. Hagemann

Rund 200 Kurden leben in Ostbelgien – sie kommen aus der Türkei, aus Syrien oder dem Irak. Viele kamen als Verfolgte einer Minderheit aus dem Bürgerkrieg nach Belgien. Wir trafen eine Familie, die in Eupen Wurzeln geschlagen und sich seit 2015 hier voll integriert hat.

Von Oswald Schröder

„Wir schaffen es“. Sie

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  1. Ein bewegender Bericht!
    Beschämend für diejenigen, die gerne vergessen, dass sich hinter Nachrichten über Flüchtlinge Menschen verbergen, das Lachen und der Mut von Kindern und die Hoffnung ihrer Eltern.
    Ja, Familie Mohamed ist ein Vorzeigebeispiel für gelungene Integration, die leider nicht immer so funktioniert, aber öfter, als manche denken.
    Die Geschichte von den kurdischen Eupenern Souhaila, Maher, Soulin, Lorin, Arjin und Mohamed ist damit jedoch nicht zu Ende erzählt.
    Auch ihre weitere Zukunft hängt nicht nur davon ab, ob Menschen den Mut haben, erfahren zu wollen, welche Schicksale und Menschen sich hinter Schlagzeilen verbergen, sondern auch, ob es gelingt berechtigte Ängste und Sorgen über existierende Fehlentwicklungen ernst zu nehmen und Antworten zu finden.
    Dieser Bericht ist eine eindrucksvoller Beitrag zur Beantwortung des ersten Teils der Herausforderung.
    Danke!

  2. Nun, zuerst beinhaltet dieser Bericht einen Fehler, denn die „Heimat“ der Familie war doch Aleppo und nicht Afrin : „…als sie aus ihrer Heimat, dem kurdischen Siedlungsgebiet um Afrin nahe der türkischen Grenze,…“. Die Mutter lebte seit ihrem 10ten Lebensjahr in Aleppo, hat dort Abitur gemacht, geheiratet , ein Geschäft eröffnet und 4 Kinder bekommen.
    Zweitens zeigt der Bericht, ohne es zu wollen, ganz deutlich das Belgien, unter dem zuständigen Staatssekretär Theo Francken von der NVA eine überaus menschliche Asyl- und Flüchtlingspolitik verfolgt und Schutzbedürftige aus der Türkei nach Belgien einfliegt.
    Man kann also ganz legal in Belgien Schutz bekommen ohne die europäischen und belgischen Gesetze zu überteten. Diese Kurden sind den Weg der Rechtsstaatlichkeit gegangen, der doch ein wichtiger Pfeiler unserer Demokratie ist, oder?

    1. Ein weiterer plumper Versuch der Verharmlosung einer menschenverachtenden Politik.

      Nein, die belgische Flüchtlings- und Asylpolitik ist keineswegs „menschlich“, und Theo Francken, der sich 2014 noch auf dem Geburtstag des Nazi-Sympathisanten Bob Maes tummelte, der die Vereinigung ‚Ärzte ohne Grenzen‘ als „Menschenschmuggler“ verleumdete und der in sich in Bezug auf Migranten im Brüsseler Park Maximilien gerühmt hat, dass er diesen „gesäubert“ hat, setzt die hässliche Abschottungs- und Nabelbeschauungspolitik einer immer mehr zum extrem rechten Rand abdriftenden Föderalregierung um.

      Wir bewegen uns auf eine „ich/wir über alles“-Politik hin, die kein gutes Ende finden kann.

    2. Sie irren in zweifacher Hinsicht Herr Schumacher.
      Die Heimat der Familie war die syrisch-kurdische Provinz bzw. Enklave Afrin im Nordwesten Syriens.
      In ihr Heimatdorf ist die Familie auch zurück gekehrt, nachdem der Bürgerkrieg das Leben in Aleppo für die Familie unerträglich gemacht hatte. Glücklicherweise mussten sie nach den Übergriffen des IS nicht auch noch Erdogans völkerrechtswidrigen Überfall auf Afrin miterleben.
      Über das Resettlement-Programm des UNHCR sind nur eine Handvoll der 5 Millionen syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge „privilegiert“ und legal im Rahmen eines belgischen Kontingentes nach Belgien gelangt.
      Grundsätzlich kann von legalen Möglichkeiten für Syrer in Belgien Asyl zu beantragen also nicht die Rede sein.
      Was soll also dieser krampfhafte Versuch, von der humanitären Sichtweise des Berichtes abzulenken?
      Mangelnde Empathiefähigkeit?

    3. Sehr geehrter Herr Schumacher,
      ich kann keinen Fehler in Bezug aug den Begriff Heimat erkennen. Wikipedia: Der Begriff Heimat verweist zumeist auf eine Beziehung zwischen Mensch und Raum. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er auf den Ort angewendet, in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden, die zunächst Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und Weltauffassungen prägen.
      Für mich bedeutet Heimat etwas mehr als das oben Beschriebene, nämlich der Ort, an dem ich mich wohl und zu Hause fühle, also nicht nur der Ort, an dem ich Wurzeln geschlagen habe, sondern auch den, an dem ich mir vorstellen könnte, wurzeln zu schlagen. Sonst wäre ich viele Jahre meines Lebens heimatlos oder von Sehnsucht nach Heimat zerfressen gewesen.
      Was Sie in meine Reportage hineininterpretieren, steht Ihnen frei. Ich habe das Schicksal einer Familie beschrieben, es gibt viele solche und ganz andere Schicksale. Auch die möchten wir im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung in unserer Zeitung abbilden.

      Mit besten Grüßen

      Oswald Schröder
      Chefredakteur

    4. Sehr geehrter Herr Schröder !
      Es ist schon mehr als befremdlich dass Sie als Chefredakteur in Ihren Kommentaren in die von Ihnen gebrauchten Wörtern nicht deren allgemeine Bedeutung sondern Ihre ganz persönliche Deutung hineinlegen.
      So sind für Sie KZ’s : ,,… die keine Vernichtungslager waren und von vielen Deutschen seinerzeit begrüßt wurden.“ und Heimat ist auch nicht der Begriff aus der Definition : „… in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden, die zunächst Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und Weltauffassungen prägen.,,,“ sondern einfach der Ort an dem Sie sich wohlfühlen. Laut Ihrer Auffassung ist Heimat der Ort an dem man sich wohlfühlt? Wie können Sie dann in Ihrem Artikel Afrin als Heimat der Familie bezeichnen? Die Heimat aller Flüchtlinge bleibt also der Geburtsort der Mutter (laut Artikel) oder einfach der Ort an dem sie sich wohlfühlen (Ihre Definition)?

  3. Könnte Oswald Schröder auch mal einen Report machen über Asyl-Missbrauch?
    Schließlich werden 50% aller Asyl-Anträge abgelehnt, aber im grenzecho präsentiert man uns stets die „heile Welt“. Ziemlich einseitig.

    1. Sehr geehrter Herr Schumacher,
      leider muss ich feststellen, dass Sie mir Dinge vorwerfen, die inhaltlich nicht stimmen oder die sie aus ihren Zusammenhang gerissen haben, und damit verfälscht darstellen.

      Zu dem Begriff KZ. Ich habe nicht in einem Kommentar, sondern in einer Antwort an Sie folgendes geschrieben: „Mir ging es darum, auf die ersten KZ hinzuweisen, die keine Vernichtungslager waren und von vielen Deutschen seinerzeit begrüßt wurden. Es gilt also auch heute, den Anfängen zu wehren. Bekanntlich wurden die KZ später zu Vernichtungslagern. Es darf nicht sein, dass wir die Probleme von heute verharmlosen – aus Rücksicht vor den schlimmsten Verbrechen der Vergangenheit. Ich überspitze daher und mache darauf aufmerksam, dass wir in eine gefährliche Richtung abdriften, ohne uns dessen bewusst zu sein.“
      Und dazu stehe ich nach wie vor.
      Zum Begriff Heimat:
      In meinem Kommentar habe ich genau die Bedeutung von Heimat verwendet, wie sie in Wikipedia steht. Deshalb habe ich auch die Region um Afrin als die „Heimat“ von Suhayla Mohamed bezeichnet.
      Ich betrachte die Diskussion hiermit als beendet und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende
      Oswald Schröder

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