Was gilt für Handys in Schulen?

Mobilfunk: Parlamentarische Anfrage zur Praxis im Alltag - Keine konkrete Empfehlung durch den Unterrichtsminister

Dürfen Schüler in der DG ihr Handy mitbringen und auf dem Schulhof gebrauchen? Die Regelungen in den einzelnen Schulen sind unterschiedlich, eine Empfehlung durch den Unterrichtsminister gibt es nicht. | Foto: Sebastian Kahnert/dpa

In der DG gibt es durch den Unterrichtsminister keine konkrete Empfehlung zur Nutzung von Mobiltelefonen in den Schulen. Dies falle in die Autonomie der einzelnen Schulen, findet Bildungsminister Harald Mollers (ProDG).

Der Vivant-Parlamentarier Michael Balter hatte um Einzelinformationen gebeten. Die Regelungen für Schüler und damit verbundene Disziplinarmaßnahmen sind zum Teil unterschiedlich. Die Vivant-Frage bezieht sich zunächst einmal nur auf das Gemeinschaftsunterrichtswesen (abgekürzt GUW). Es geht um Schulen, die von der DG selbst organisiert werden. Das GUW steht unter der direkten Trägerschaft des Bildungsministers. Eine Auswahl:

Kgl. Athenäum Eupen

Grundschule:

Es gilt ein generelles Verbot. Wird ein eingeschaltetes Mobiltelefon bei Schülern gefunden, wird es bei der Schulleitung im Safe deponiert. Die Schüler dürfen es nach einer Woche nur in Begleitung eines Elternteils abholen.

Sekundarschule:

Gestattet ist nur die Nutzung von Mobiltelefonen und Musikgeräten in der Aula und auf dem Schulhof. Wenn die Schüler außerhalb der Aula oder des Schulhofs ihre Handys benutzen, werden diese für eine Woche konfisziert.

Kgl. Athenäum St.Vith

Grundschule:

Der Gebrauch von Handys ist gemäß Schulordnung auf dem gesamten Schulgelände sowie während außerschulischen Aktivitäten nicht gestattet. Bei Zuwiderhandlung wird das Gerät beim Schulleiter hinterlegt und kann nur im Beisein der Eltern wieder abgeholt werden.

Sekundarschule:

Das Benutzen von Bild- und Tonträgern (Handy, MP3-Player,….) auf dem Schulgelände und auf dem Hin- und Rückweg zum und vom Sport- und Freizeitzentrum sind gemäß Schulordnung verboten. Darüber hinaus müssen die Geräte ausgeschaltet sein. Bei Nichteinhaltung der Regel wird das Gerät mit Karte für einen Monat konfisziert (auch während der Ferienzeit).

César-Franck-Athenäum

Grundschule:

Es gibt keine spezielle Regelung für den Gebrauch von Handys oder Smartphones. In der Praxis werde jedoch so verfahren, dass störende Gegenstände beschlagnahmt werden, hieß es.

Sekundarschule:

De Schulordnung im Kelmiser Cesar-Franck-Athenäum untersagt die Nutzung dieser Geräte im Gebäude. Dennoch kann ein Lehrer die Nutzung in seinem Unterricht im Einzelfall erlauben, beispielsweise um ein Tafelbild zu fotografieren oder als Taschenrechner. Außerhalb des Unterrichts dürfen diese Geräte genutzt werden. Verstöße gegen die Schulordnung werden mit Ordnungs- und Disziplinarmaßnahmen geahndet. Handys, die während des Unterrichts konfisziert werden, würden den Angaben zufolge am Ende des Tages zurückgegeben.

RSI Eupen

Gemäß Schulordnung ist die Nutzung im Robert-Schuman-Institut (RSI) während des Unterrichtes verboten, außer zu didaktischen Zwecken, die der Lehrer bestimmt. Außerhalb des Unterrichtes gilt dieses Verbot nicht, allerdings gibt es weder draußen noch drinnen einen WLAN-Zugang, außer zu didaktischen Zwecken. Das Nutzen von Mobiltelefonen wird mit einem zeitweiligen Einzug des Geräts geahndet. Wird das Gerät während Klassenarbeiten oder Prüfungen benutzt, wird die Arbeit mit 0 bewertet.

Zentrum für Förderpädagogik

Gemäß Schulordnung des Zentrums für Förderpädagogik (ZFP) Eupen müssen alle elektronischen Geräte während der Unterrichtszeit (für die Primarschüler auch in den Pausen) ausgeschaltet bleiben. Wer die Regel missachtet, muss das Gerät für zehn Tage abgeben.

Im ZFP Bütgenbach und St.Vith ist es den Schülern untersagt, derartige Geräte mit zur Schule zu bringen. Bei Missachtung der Regel wird das Gerät beschlagnahmt. Die Eltern erhalten eine Mitteilung über das Tagebuch oder müssen das Gerät ggf. persönlich im Sekretariat abholen.

Vivant fragte auch nach der Vorgehensweise im offiziellen subventionierten Unterrichtswesen (OSUW), das in der Regel von den Gemeinden organisiert wird. Im OSUW übernehmen die neun Gemeinden der DG die Trägerschaft der Primarschulen. Von insgesamt 23 betroffenen Einrichtungen liegen dem Ministerium nur Angaben zu 21 vor. Die Hälfte (10) fühlt sich von der Problematik gar nicht betroffen, weil die Schüler den Angaben zufolge generell keine Mobiltelefone mit zur Schule bringen. In zwölf dieser 21 Schulen ist den Schülern das Benutzen von Mobiltelefonen untersagt. Was die Nutzung von Handys und Smartphones für Lehrer angeht, sind die Regelungen – falls es überhaupt welche gibt – ebenfalls sehr unterschiedlich. (sc)