Immer mehr Niedrigqualifizierte

Jobs: Neue Zahlen des Arbeitsamtes der DG

Einer neuen Statistik des Arbeitsamtes zufolge sind 16 Prozent der jugendlichen Schulabgänger in der Deutschsprachigen Gemeinschaft niedrigqualifiziert bzw. sind Schulabbrecher. In den letzten Jahren lag die Zahl der jugendlichen Schulabgänger, die sich im Laufe eines Jahres beim Arbeitsamt eintragen, mehr oder weniger konstant bei etwa 700 Personen. Von diesen eingetragenen Jugendlichen verfügten im Jahr 2014 rund 16 Prozent höchstens über einen Primarschulabschluss oder das Abschlusszeugnis der Unterstufe und gelten dadurch als niedrigqualifiziert bzw. Schulabbrecher.

58 Prozent hatten einen Lehr- oder Abiturabschluss und 26 Prozent einen Hochschul- oder Universitätsabschluss. Im Laufe der Jahre ist festzustellen, dass der Anteil der niedrigqualifizierten Jugendlichen an den Arbeitsuchenden (und ihre absolute Zahl) stetig angestiegen ist, während der Anteil der Hochqualifizierten gesunken ist.

Dass eine abgeschlossene Ausbildung oder Qualifizierung die Integrationschancen stark erhöht, zeigt sich auch an den Verbleibsquoten: Im Laufe des ersten Jahres nach der Eintragung haben über 90Prozent der Jugendlichen mit Lehrabschluss, Hochschul- oder Unidiplom eine Arbeit aufgenommen, bei den Niedrigqualifizierten sind es hingegen nur 50 Prozent (Durchschnittszahlen der letzten zehn Jahre).

Die Vermittlungsquoten der Abiturienten liegen zwischen 51 Prozent für das allgemeinbildende Abitur und 78 Prozent für das berufliche Abitur. Viele Abiturienten tragen sich allerdings nur vorübergehend als Arbeitsuchende ein, und beginnen danach wieder eine Ausbildung oder ein Studium: Schließt man auch den Verbleib in Ausbildung mit ein, so erreichen die Abiturienten eine „Integrationsquote“ (d.h.Arbeit oder Ausbildung) von rund 90 Prozent. Auffällig ist in den letzten zehn Jahren in der Tat eine Tendenz zur Wiederaufnahme eines weiterführenden Studiums (oder Ausbildung) nach der Eintragung, während die unmittelbare Vermittlung in Arbeit abgenommen hat. Der Anteil der eingetragenen Jugendlichen, die im ersten Jahr durchgängig arbeitslos geblieben sind, liegt jedes Jahr unter fünf Prozent.

In Zusammenarbeit mit dem IAWM beobachtet das Arbeitsamt auch den Verbleib der erfolgreichen Lehrabgänger der jeweiligen Jahre: Auch hier ist festzustellen, dass rund 90 Prozent der Gesellen im November des jeweiligen Jahres als in Arbeit vermittelt betrachtet werden können. Die höchsten Quoten erreichten im Schnitt der letzten fünf Jahre die Bau- und Baunebenberufe sowie die Metallberufe mit rund 95 Prozent. Doch auch in allen anderen Lehrberufen sinkt die Quote nie unter 80 Prozent. Auch die Abiturienten der Schulen in der DG verzeichnen hohe Integrationsquoten: Ende Oktober eines jeden Jahres sind rund 90Prozent in Arbeit oder Ausbildung integriert, wobei ein größerer Teil (rund 30 Prozent) zunächst wieder ein Studium aufnimmt. (pb)