Beamtenpension

HINTERGRUND

Höhere Pension für Beamte als Ausgleich für ein niedrigeres Gehalt. | Foto: dpa

Wer für den Staat gearbeitet hat, kann über seine Altersrente sicher nicht klagen. Die Beamtenpension ist im Schnitt fast doppelt so hoch wie die eines „gewöhnlichen“ Arbeitnehmers. Aber Vorsicht: Die Beamtenpension gilt als eine Art Ausgleich für das niedrigere Gehalt. Auch können Beamte keine Zusatzpension aufbauen. Die Folge: In Wirklichkeit beträgt die Differenz rund 250 Euro, schreibt „De Morgen“.

Mit 1,8 Millionen ist die Zahl der Rentner unter den Arbeitnehmern vier Mal größer als die der Beamten. Die Beamtenpensionen kosten den Staat rund 14 Milliarden Euro, die Arbeitnehmerpensionen 21 Millionen.

Eine Beamtenpension bezieht jeder im öffentlichen Dienst: Lehrer, Steuerinspektoren, Polizisten, Militärs, Richter usw. Je nach Beruf gibt es allerdings große Differenzen – unabhängig von dem grundsätzlichen Unterschied zwischen Vertragsbediensteten und fest ernannten Beamten. Vertragsbedienstete werden deshalb zum Ende ihrer Laufbahn oft noch schnell „befördert“. Die Regierung will diese Art von Kunstgriffen aber verhindern, indem sie die Differenz zwischen den beiden Pensionssystemen abbauen wird. Vor allem sollen die Vertragsbediensteten eine vollwertige zweite Pensionssäule erhalten.

Von der Rentenreform ist praktisch jeder betroffen. Der folgenschwerste Eingriff ist, dass die Studienjahre auf Dauer nicht mehr als Berufsjahre für die Pension mitgerechnet werden. Das bedeutet, dass Beamte länger arbeiten müssen, um Anspruch auf eine vollständige Altersrente zu haben. Sie erhalten wohl die Möglichkeit, ihre Studienjahre zu regularisieren, indem sie einen bestimmten Betrag pro Jahr bezahlen (rund 1.400 Euro).

Eine weitere Neuerung ist, dass Beamte nicht mehr automatisch Anspruch auf eine Pension wegen mangelnder körperlicher Eignung (Dienstunfähigkeit) bekommen. Auch werden sie die Krankheitstage nicht mehr bis zum Ende der Laufbahn aufsparen können. Wer 30 Jahre ohne nennenswerte Gesundheitsprobleme arbeitet, kann bislang bis zu drei Jahre früher in den Ruhestand gehen als vorgesehen. (gz)