Latente Fremdenfeindlichkeit in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

HINTERGRUND

Das Ergebnis ist amtlich: Dass ein nennenswerter Teil der ostbelgischen Bevölkerung den Zuzug von Ausländern ablehnt, wurde in zwei Umfragen in den Jahren 2011 und 2014 ermittelt. Die zweite Forsa-Befragung wurde im Herbst 2014 mittels computergestützter Telefoninterviews bei 1.000 Personen durchgeführt.

„Nein, es leben bereits heute zu viele Zuwanderer in der Region“. Dieser Aussage stimmten zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten zu. Sie wollen keine weiteren Zuwanderer. Diese Aussage unterscheidet sich bei den verschiedenen Altersgruppen, bei Männern und Frauen und bei Bewohnern von kleinen oder großen Ortschaft nur in Nuancen. Die meiste Ablehnung erfahren Fremde mit 69 Prozent in der Altersgruppe der 18 bis 29-Jährigen. Lediglich 22 Prozent sprachen sich insgesamt dafür aus, dass die DG mehr Zuwanderer aus anderen Ländern aufnehmen soll.

Vorbehalte gegenüber Fremden habe man nicht, sagen 68 Prozent der Befragten. Hingegen geben 29 Prozent an, dass sie „gewisse Vorbehalte“ gegen über Zuwanderern ausländischer Herkunft haben.

Laut Forsa hat jeder dritte Befragte im Alltag schon einmal eine Situation beobachtet, in der jemand wegen seiner Herkunft benachteiligt oder diskriminiert wurde. Am häufigsten wurde diese Beobachtung in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen gemacht.

Etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Befragten denken, dass die Einheimischen in der DG sich gegenüber Zuwanderern „alles in allem eher freundlich verhalten“. Immerhin 35 Prozent sprechen offen von „ablehnendem Verhalten“. Im Norden etwas mehr als im Süden der DG.

Im März 2014 hat die Arbeitsgruppe „Integration“ des Rates für Entwicklungszusammenarbeit, Solidarität und Integration (RESI) ein Konzept vorgeschlagen, das Leitlinien, Ziele und Handlungsfelder für Migration und Integration in der DG vorgeschlagen hat.

Das Konzept bildet die Vorlage für die Arbeit an einem Integrationsdekret, das die jetzige Regierung auf den Weg bringen will. Damit soll auch der latenten Fremdenfeindlichkeit entgegengewirkt werden. (lb)