Vierschanzentournee: Japan-Sensation Kobayashi dominiert auch in Innsbruck

Skispringen

Tournee-Dominator Kobayashi flog auf 136,5 und 131,0 Meter. | Foto: afp

Skispringer Markus Eisenbichler hat im Kampf um den Gesamtsieg bei der 67. Vierschanzentournee gegenüber Ryoyu Kobayashi wohl entscheidend an Boden verloren. Während der Japaner in Innsbruck zum dritten Mal nicht zu schlagen war, musste sich der Deutsche mit Rang 13 begnügen.

Von Erik Roos und Christoph Leuchtenberg

Als der ersehnte Tourneesieg in weite Ferne gerückt war, zollte Markus Eisenbichler Tagessieger Ryoyu Kobayashi mit einer tiefen Verbeugung größten Respekt. „Ryoyu ist zur Zeit einfach eine brutale Macht“, sagte der deutsche Überflieger nach seinem 13.Rang am legendären Bergisel in Innsbruck, der wohl das Ende aller Hoffnungen auf den deutschen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee bedeutete.

Für Kobayashi ist die Führung rein statistisch schon mehr als die halbe Miete.

Eisenbichler hatte im Skisprung-Ballsaal des Erzrivalen Österreich nach seinen zweiten Plätzen in Oberstdorf und Garmisch nichts mit der Entscheidung zu tun. Während Kobayashi klar vor Stefan Kraft (Österreich) und Andreas Stjernen (Norwegen) seinen dritten Triumph feierte und am Sonntag in Bischofshofen nach dem Grand Slam greift, hat der Deutsche nur noch theoretische Chancen. In der Gesamtwertung liegt der WM-Dritte nun schon 45,5 Punkte oder umgerechnet gut 25 Meter hinter dem Japaner. Neuer Dritter ist Stjernen.

„Da war mehr drin. Aber ich bin nicht unglücklich, ich bin immer noch gut dabei. Im ersten Durchgang habe ich leider vier, fünf Meter liegen lassen. Heute hatte ich nicht das Selbstvertrauen“, sagte Eisenbichler. Tournee-Dominator Kobayashi flog auf 136,5 und 131,0 Meter, wollte aber noch nicht feiern. „Ich denke nur an Bischofshofen, dann sehen wir weiter“, sagte der Senkrechtstarter. Für Kobayashi ist die Führung rein statistisch schon mehr als die halbe Miete auf dem Weg zum Gesamtsieg. Seit 1993 lagen 21 von 25 nach Innsbruck führende Springer auch in der Endabrechnung vorne. Bei den vergangenen 19 Auflagen verspielte sogar nur noch der Norweger Daniel Andre Tande (2016/17) seinen Vorsprung. (sid)

Die Entscheidung bei der Vierschanzentournee fällt am Sonntag (17 Uhr/ZDF und Eurosport) in Bischofshofen, am Samstag steht dort die Qualifikation für das Finale an.

Ergebnisse

Skispringen, Stand in der Vierschanzentournee nach 3 von 4 Wettbewerben:

  1. Ryoyu Kobayashi (Japan) 815,9 Punkte
  2. Markus Eisenbichler (Deutschland) 770,4
  3. Andreas Stjernen (Norwegen) 766,2
  4. Kamil Stoch (Polen) 750,9
  5. Stephan Leyhe (Deutschland) 748,1
  6. Roman Koudelka (Tschechien) 746,6
  7. Dawid Kubacki (Polen) 742,5
  8. Timi Zajc (Slowenien) 741,3
  9. Robert Johansson (Norwegen) 729,9
  10. Danuel Huber (Österreich) 726,8