Die Höhen und Tiefen der Karriere von Michael Rösch: Von Olympiagold bis dritte Liga

BIathlon

2006: Michael Rösch kann seinen ersten Weltcup-Sieg beim 12,5-Kilometer-Verfolgungsrennen in Ruhpolding kaum fassen. | Foto: dpa

Michael Rösch hat dem Biathlon-Sport viel untergeordnet. Am Donnerstag beendet die Frohnatur aus Pirna seine Karriere als Einzelsportler (mit der Staffel um den Elsenborner Thierry Langer macht er bis Saisonende weiter). Eine Auswahl seiner Sportmomente.

Von Mario Vondegracht

1992

Michael Rösch macht seine ersten Gehversuche im Biathlon. Sein Vater ist Ex-Weltmeister in dieser Sportart.

2004

Mit der deutschen Staffel wird er zum dritten Mal Junioren-Weltmeister. Zuvor sicherte er sich im Sprint und in der Verfolgung mehrfach die Silbermedaille. In diesem Jahr gibt Rösch auch sein Debüt im Weltcup.

2006

Im Januar schafft Michael Rösch seinen ersten von zwei Weltcup-Siegen. In Ruhpolding, wo am Donnerstag seine Einzelkarriere ausklingen wird, verweist er im Fotofinish Frankreichs Superstar Raphaël Poirée auf den zweiten Platz.

Rösch feiert seinen ersten Weltcup-Sieg in Ruhpolding. | Foto: dpa

Februar 2006

Bei den Olympischen Winterspielen in Turin feiert der Deutsche den größten Erfolg seiner Karriere: Gold mit der Männer-Staffel. Rösch hat einen gehörigen Anteil, seine Einzelzeit war die zweitbeste hinter Legende Ole Einar Bjørndalen. In den drei Jahren danach folgen für Rösch mit der Staffel jeweils dritte Plätze bei den Biathlon-Weltmeisterschaften.

Die deutschen Biathleten (v.l.) Ricco Gross, Michael Rösch, Sven Fischer und Michael Greis im Schnee. Sie gewannen die Goldmedaille. | Foto: dpa
Der deutsche Ex-Bundespräsident Horst Köhler ehrt in Berlin Goldmedaillengewinner Michael Rösch mit einem Silbernen Lorbeerblatt. | Foto: dpa

2009-2012

Michael Rösch wird im deutschen Team ausgemustert. Der Stern des einstigen „Kronprinzen“ von Ricco Groß und Sven Fischer war in der Zwischenzeit gesunken. Er musste sogar im Deutschland-Pokal (praktisch die 3. Liga) ran.

September 2012

Der Biathlet gibt bekannt, dass er zukünftig für Belgien an den Start gehen möchte, da im deutschen Weltcup-Team kein Platz mehr für ihn vorgesehen war. Dafür gibt der einstige Polizeikommissar sogar seinen Beamtenstatus auf Lebenszeit auf. Sein Naturalisierungsverfahren zieht sich in die Länge. Erst im Januar 2014 ist es abgeschlossen. Der Sportler, der 990 Tage lang nicht im Weltcup startete, verpasst aber die Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi und ist tief enttäuscht.

Sommer 2014

Michael Rösch sorgt bei den Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften mit Gold in der Verfolgung und Silber im Sprint für die ersten belgischen Medaillen.

2014-2015

Dank guter Leistungen im IBU-Cup erhält Rösch eine Wildcard für den Weltcup. Die Biathlonwelt freute sich mit dem Wahl-Belgier über sein Comeback. Ein Achillessehnenriss wirft ihn aber wieder zurück.

Rösch in Aktion bei der WM 2015 in Finnland. | Foto: dpa

Dezember 2016

Michael Rösch feiert den größten Weltcuperfolg nach seinem Nationenwechsel mit dem sechsten Platz in der Verfolgung beim Weltcup in Pokljuka. Danach weinte er vor den Fernsehkameras.

Februar 2018

Zum zweiten Mal darf Michael Rösch an Olympischen Winterspielen teilnehmen. In Pyeongchang landet er nicht auf den vorderen Plätzen (38. Platz im Sprint). Es ist allerdings eine große Genugtuung für den Biathleten, der für die Ausübung seiner Sportart sogar sein Haus verkaufte und wieder bei seinen Eltern einzog. Seinen Olympia-Start verdankt er auch 303 Unterstützern, die bei einer Crowdfunding-Aktion für Rösch mehr als 24.000 Euro spendeten.

Foto: dpa
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12. Januar 2019

Michael Rösch gibt in Oberhof seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt, weil er Vaterfreuden entgegenblickt.

Ende einer Ära: Michael Rösch kündigt in Oberhof seinen Rücktritt an. | Foto: dpa