Trauer um Marek Robak – Bruno Müller: „Er fehlt jetzt schon“

Turnsport

Marek Robak war 28 Jahre lang im Dienst des Turnleistungszentrums Amel. | Foto: Griseldis Cormann/privat

Im Verband deutschsprachiger Turnvereine (VDT) herrscht tiefe Trauer. Am Donnerstag verstarb der langjährige Akrobatiktrainer des Leistungszentrums Amel. Auf seinem Heimaturlaub in Polen versagte Marek Robak nach dem Frühstück mit seiner Schwester das Herz. Ein Nachruf.

Von Griseldis Cormann

Wir schreiben die Zeit Ende der 1980er Jahre. Europa befindet sich im Umbruch. Viele Osteuropäer kommen mit einem drei Monate gültigen Visum in den Westen. Unter den vielen, die ihr Glück dort suchen, befinde sich auch Marek Robak. In Mons hoffte der junge Mann auf Arbeit, doch der dort ansässige Turnverein konnte ihn nicht beschäftigen. Zeitgleich wurde in Ostbelgien ein Akrobatiktrainer gesucht. Die Verantwortlichen aus Mons kontaktierten Bruno Müller, damals Präsident des gerade neu geschaffenen Leistungszentrums der DG.

Bruno Müller: „Er war ein ruhiger und besonnener Mensch, der nicht viel redete, aber immer erreichbar war.“

Müller gelang es schließlich, sich erfolgreich dafür einzusetzen, dass Marek Robak über das Visum hinaus ganz legal in Belgien bleiben durfte. So kam es 1990 zur Zusammenarbeit mit dem studierten Sportlehrer, der sich drei weitere Jahre in der Akrobatik hatte ausbilden lassen: „Er war damals ein junger Mann, dem das Turnen alles bedeutete“, erinnert sich Bruno Müller, der heute als Verbandspräsident fungiert. Daran habe sich bis zuletzt nichts geändert. Genauso wenig daran, dass man sich stets auf ihn verlassen konnte: „Er war ein ruhiger und besonnener Mensch, der nicht viel redete, aber immer erreichbar war. Wenn es hieß, die Halle aufzuschließen, oder es etwas zu reparieren gab. Er war immer da“, so der VDT-Präsident weiter.

Neben dieser hohen Zuverlässigkeit verstand es Robak, seine Fachkenntnis und die Leistung mit Menschlichkeit zu verbinden: „Das ist uns immer wichtig, und diese Einstellung hatte Marek auch. Er lebte sie vor“, betont der Weggefährte, der auch weiß, dass für den ledigen Polen das Turnen die Familie war. „Er liebte die Kinder, und die Kinder liebten ihn.“

Unverfälscht bewusst wurde das am Donnerstag noch einmal allen, als sie die Nachricht von seinem Tod telefonisch erhielten: „Einige Mädchen trainierten seit zehn Jahren tagtäglich mit ihm. Als sie die Nachricht gestern erreichte und Cheftrainerin Ania Piekut sie übermittelte, brachen sie in Tränen aus“, erklärt der VDT-Präsident, der zufällig in der Halle zugegen war, und fügt an: „Ich kann nur sagen, dass er uns jetzt schon fehlt und in Zukunft noch oft fehlen wird.“

Die weitere Vorbereitung auf die neue Turnsaison wurde aufgrund des plötzlichen Todes von Marek Robak bis zum 2. Januar ausgesetzt. Zur Wiederaufnahme wird Bruno Müller einige persönliche Worte an die Sportlerinnen richten. Da die Beerdigung in seiner Heimat bereits am Samstag stattfindet, lädt der VDT alle ehemaligen und aktuellen Turnerinnen und alle, die ihn kannten, zu einer Abschiedsfeier an seine Wirkungsstätte ein. Dort, wo er die meiste Zeit verbrachte.

Die Abschiedsfeier findet am Freitag, 4. Januar 2019 um 19 Uhr im Turnleistungszentrum Amel statt.

Marek Robak (ganz rechts) trainierte die Athletinnen des VDT-Leistungszentrums seit vielen Jahren. Sein plötzlicher Tod lässt viele fassungslos zurück. | Foto: Griseldis Cormann/privat