Ein Abschluss, der es in sich hatte

Jubiläum

Insgesamt wurden am Samstag 20 Auftritte dargeboten. | Foto: Griseldis Cormann

In der Sporthalle Recht feierte der Turn- und Sportverein am Samstag zum zweiten Mal 2018 seine Königlichkeit. Nach fünf Jahrzehnten Vereinsleben hatten sie nach der Familiengala im Mai nun eine Sportgala auf die Beine gestellt. Trotz des Fußball-Freestyles und der Trial-Bike-Vorführung war das Turnen und Tanzen bisweilen zu stark vertreten. Das Publikum zeigte sich dennoch begeistert.

Von Griseldis Cormann

Der Präsidentin des KTSV Recht, Michèle Wansart, war es wichtig, ein breiteres Publikum als im Mai anzusprechen: „Wir sind in und um Recht bekannt und verwurzelt“, betonte sie in ihrer Begrüßungsrede. Diese Verwurzelung gehe über das Turnen selbst hinaus.

Durch das Programm mit 20 Auftritten führten Vanessa Mertens und Daniela Rauw. Parallel zur Ansage gab ein Video einen Vorgeschmack auf die jeweils auftretende Gruppe. Den Auftakt übernahm die Showgruppe der Gastgeber: „Sie feiern in diesem Jahr auch ein Jubiläum. Seit zehn Jahren sind die 27 Mädchen, die zwischen elf und 21 Jahren sind, eine nicht mehr wegzudenkende Institution“, so Daniela Rauw. Sie präsentierten ihr Stück „Alice im Wunderland“, das sie auch auf der World-Gymnaestrada im nächsten Sommer in Österreich darbieten werden. Ihnen nach tat es die Tanzgruppe aus Jupille, sie übten vor den 300 Besuchern ihr indisches Romeo und Julia-Stück.

Die Geräte sind die Königsdisziplin des Turnens. Diesem wurde in mehrerlei Hinsicht Rechnung getragen. Zunächst wussten die Elitenturner Gilles Gentges und Victor Martinez am Parallelbarren und Pauschenpferd zu überzeugen, danach die Mädchen des Turnleistungszentrums Amel am Boden und Lynn Treinen am Balken. Die Rhythmische Gymnastik war aus Visé angereist. In der Akrobatik sind Fabian Zywiol und Szymon Bentkowski eine Hausnummer, unter anderem vom TV Manderfeld unterstützt, verbinden sie das Akro-Turnen mit Show, im bunten Kunstlicht genauso wie auf dem Trampolin an diesem Abend.

Aus dem Tanzbereich hatten die Hot Shoes mit ihren Paaren und ihren Ladies die Möglichkeit, die schnellen Rock’n’Roll Füße zu bieten. Daniela Rauw und Jessica Dubois de Luchet gaben zwei Einblicke in ihre Musical-Ausbildung mit Stepp- und Musicaltanz. Noch ganz jung wussten dann die Parcours-Tänzer aus Verviers ihr Angebot kundzutun, normalerweise hauptsächlich draußen unterwegs überwanden sie diesmal in der Halle elegant und rhythmisch Hindernisse.

Als einziger Kampfsport war der Shinson Hapkido Club aus St.Vith dabei: „Hier sind ja turnerische Elemente bei“, stellte der eine oder andere Zuschauer beim richtigen Fallen fest. Außerdem sind Reflexe ebenso wichtig wie die genauen Griffe zum Ausschalten des Gegners. Einen Gegner hat man normalerweise auch im Fußball, nicht so diesmal bei Marcel Gurk. Der Halbfinalist des Supertalents wusste das Publikum auch ohne Musik zum Klatschen zu animieren und darauf seine Ballchoreographie abzuspulen: „In der Pause kann ich euch ein paar Tricks beibringen“, war er auch anschließend noch Publikumsliebling und wunderte sich über so viel Interesse bei den Jungs und Mädchen aus dem Turnbereich – nach 15 Minuten Tricks üben, dann: „Ihr seid so viele. Wollt ihr mir auch mal den Ball wegnehmen?“, auf die Ansage folgte schnell die aktive Antwort.

„Es war mir eine Ehre hierher zu kommen.“

Als Hauptact angekündigt, hatte Iciar Van den Bergh am Freitag kurzfristig abgesagt, wurde aber von Kevin Vanderheyen aus Charleroi im Trial-Radfahren würdig vertreten. Fünf Freiwillige legten sich auf den Hallenboden, im Vertrauen, dass er es auch wirklich schafft, über sie drüber zu springen: Nach kurzem Luftanhalten ging mehrfach ein Raunen durch die Tribünenreihen. Auch als er zwei Anläufe brauchte, um über den nur zehn Zentimeter breiten Balken zu fahren: „Es war mir eine Ehre hierher zu kommen“, bedankte er sich mit Freudensprüngen, natürlich noch auf dem Rad. Zum Abschluss des Abends durfte nochmal die hauseigene Showgruppe mit ihrem Lady Gaga-Tanz ran. Nach einem langanhaltenden Applaus bedankte sich der Jubelverein mit Häppchen.