Bronze für Lara Patzer bei Austrian Open

Rhönrad-Turnen

Lara Patzer verbesserte im Geradeturnen den belgischen Rekord und erzielte in dieser Disziplin die höchste Einzelwertung Wertung aller 104 Wettkampfteilnehmer.Fotos : Bart Treuren

Am Samstag fanden in Salzburg die Internationalen Austrian-Open im Rhönradturnen statt. Der Wettkampf in der Mozartstadt zählt zu den prestigeträchtigsten Rhönradwettkämpfen in Europa. Der Eupener Turnverein war mit Lara Patzer, Anna Crott, Amber Van Rey, Paula Comouth und Achim Pitz vertreten.

Lara Patzer, Anna Crott und Paula Comouth gingen in der Kategorie der Juniorinnen bis 18 Jahre an den Start. Insbesondere Lara Patzer konnte einen exzellenten Wettkampf zeigen und am Ende des Tages mit neuer persönlicher Bestleistung den 3. Platz im Mehrkampf belegen. Es ist das erste Mal überhaupt, dass eine belgische Rhönradturnerin eine Mehrkampfmedaille bei diesem prestigeträchtigen Turnier gewinnen konnte.

„Dass wir in der Mannschaftswertung die starken Teams aus Deutschland und der Schweiz schlagen würden, hätte ich nie für möglich gehalten.“

Den Grundstein für ihren Erfolg legte sie schon zu Beginn des Tages beim Spiraleturnen. Ihre, mit neuen Schwierigkeitsteilen gespickte Kür, konnte sie fehlerfrei aufs Parkett zaubern und damit ihre persönliche Bestleistung um ganze 1,50 Punkte steigern.

Im Sprung konnte sie sich mit einem sehr gelungenen Schraubensalto ebenfalls von ihrer besten Seite zeigen und ihre Platzierung in der Spitzengruppe festigen. Im abschließenden Geradeturnen, Patzers Paradedisziplin, konnte die 16-jährige dann so richtig glänzen.

Für ihre besonders schwierige und zugleich sehr sauber geturnte Übung wurde sie von den Kampfrichtern mit 10,85 Punkten belohnt. Damit verbesserte sie nicht nur den von ihr gehaltenen Belgischen Rekord im Geradeturnen, sondern erzielte auch die höchste Einzelwertung aller 104 Wettkampfteilnehmer an diesem Wochenende. „Dass eine meiner Turnerinnen mit gerade einmal 16 Jahren bei einem so hochkarätigen Wettkampf, die höchste Einzelwertung aller Kategorien erzielen konnte, macht mich stolz“ so Trainer Achim Pitz.

Und diese hohe Wertung im Geradeturnen ermöglichte es Lara Patzer dann auch, sich im Gesamtklassement der Junioren auf den 3. Platz vorzukämpfen und für die allererste belgische Mehrkampfmedaille bei diesem prestigeträchtigen Turnier zu sorgen.

Dass eine meiner Turnerinnen mit gerade einmal 16 Jahren bei einem so hochkarätigen Wettkampf, die höchste Einzelwertung aller Kategorien erzielen konnte, macht mich stolz.

Anna Crott belegte in dieser Kategorie den 11. Platz der Gesamtwertung. Nach einer gelungenen Spiralekür hatte die 15-jährige beim Sprung mit ungewohnten Timingproblemen zu kämpfen und fiel auf den 15. Platz zurück.

Im Geradeturnen stellte sie dann aber erneut ihr ganzes Können unter Beweis. Mit ihrer besonders gut gelungenen Geradekür konnte sie nicht nur eine neue persönliche Bestleistung in dieser Disziplin aufstellen, sondern sich auch in der Gesamtwertung auf einen guten 11. Rang zurückkämpfen.

Paula Comouth belegte hinter ihrer Vereinskameradin den 12. Platz der Junioren-Kategorie. Sie konnte die strengen Kampfrichter vor allem mit zwei sehr guten Sprüngen überzeugen, für die sie sogar die gleiche Wertung wie die amtierende Schweizer Juniorenmeisterin erhielt.

Amber van Rey ging in der Altersklasse bis 14 Jahre an den Start. Mit guten Leistungen in allen drei Disziplinen turnte das junge Nachwuchstalent bis zum Schluss mit um die Medaillenränge.

In dieser besonders teilnehmerreichen Kategorie war die Leistungsdichte sehr hoch und sehr nah beieinander. Kleine Fehler hatten somit einen riesigen Einfluss auf die Gesamtplatzierung. Unter diesen Umständen konnte Amber mit ihrem 8. Platz sehr zufrieden sein. Insbesondere mit ihrer sehr gelungenen Geradekür konnte sie einen erheblichen Teil zum herausragenden Abscheiden des belgischen Teams in der Junioren- Mannschaftswertung beitragen.

In dieser Teamwertung muss der Trainer vor Wettkampfbeginn festlegen, welche Disziplinen bei welchen Turnern in die Teamwertung eingehen. Dabei werden pro Team genau zwei Geradeküren, eine Spiralekür und ein Sprung gezählt.

Wie sich später herausstellen sollte, hatte Achim Pitz das richtige Gespür für die Leistungen seine Schützlinge an diesem Tag, als er vor Wettkampfbeginn Lara Patzer und Amber van Rey im Geradeturnen aufstellte. Denn beide erzielten aus Belgischer Sicht die höchsten Punktzahlen in dieser Disziplin. Mit Anna Crott im Spiraleturnen und Paula Comouth im Sprung ergab sich die bestmögliche Mannschaftsaufstellung.

„Dass wir in der Mannschaftswertung die starken Teams aus Deutschland und der Schweiz schlagen würden, hätte ich nie für möglich gehalten“ erklärte Achim Pitz nach dem Wettkampf. Auch die jungen Sportlerinnen konnten ihr Glück kaum fassen und freuten sich riesig über den Erfolg ihres Teams.

Für Achim Pitz war es zugleich als Sportler die letzte Teilnahme

Am Abend ging auch Achim Pitz im Spiraleturnen der Elite an den Start. Mit seiner zugleich schwierigen und sauber geturnten Spiralekür konnte er in dem hochkarätig besetzten Starterfeld um Weltmeisterin Cheyenne Rechsteiner einen guten 5. Platz in dieser Disziplin belegen.

Für Achim Pitz war es zugleich als Sportler die letzte Teilnahme an einem großen Internationalen Wettkampf. Er will zum Jahresende nach über 15 Jahren Leistungssport und insgesamt acht Teilnahmen an Weltmeisterschaften mit dem Wettkampfsport aufhören um sich zukünftig ganz auf seine Trainertätigkeit zu konzentrieren und seinen großen Erfahrungsschatz an den Ostbelgischen Rhönradnachwuchs weiterzugeben.

Das belgische Team gewann die Silbermedaille in der Junioren Teamwertung; Vorne v.l.n.r. : Paula Comouth, Anna Crott, Lara Patzer und Amber van Rey; hinten v.l.n.r. : Trainer Achim Pitz und Kampfrichter Eric Pitz.