Thierry Neuville: „Sébastien Loeb ist ein Trumpf für unser Team“

Motorsport

Stammfahrer bei Hyundai, Thierry Neuvile. | Foto: NC-Media

Der anstehende Wechsel des Franzosen Sébastien Loeb zu Hyundai Motorsport ist eine echte Sensation in der Rallye-WM. Denn der gebürtige 44-jährige Elsässer, mit neun WM-Titeln der erfolgreichste Rallyefahrer aller Zeiten, hat seine bisherige 19-jährige Karriere mit dem französischen Herstellerkonzern PSA (Citroën-Peugeot) bestritten. Er wird 2019 und 2020 ein Teilprogramm mit dem südkoreanischen Autobauer fahren.

Thierry Neuville freut sich über den überraschenden Vertragsabschluss zwischen seinem Arbeitgeber und der französischen Rallyelegende. „Eine gute Neuigkeit. Das ist ein Trumpf für unser Team. Es leuchtet ein, dass Sébastien Loeb mit der Teilnahme an nur sechs WM-Läufen 2019 nicht um den Titel fahren wird. Er soll unsere Mannschaft in ihrer Gesamtheit verstärken“, erläutert der 30-Jährige St.Vither, der nach wie vor Fahrer Nummer eins bei Hyundai ist: „Klares Ziel ist es, dass wir nächstes Jahr mit einer starken Besetzung endlich den Fahrer- und den Herstellertitel in der WRC holen.“

Wie kam überhaupt Loebs Engagement bei Hyundai zustande? Der Rallyestar beschreibt den Werdegang dieses viel beachteten Projektes: „Peugeot hat sich aus der Rallyecross-WM WRX zurückgezogen. Und Citroën konnte mir nichts in der Rallye-WM WRC anbieten. Doch der Sieg bei meinem Comeback in diesem Jahr anlässlich der Rallye Spanien-Katalonien hat mich wieder auf den Geschmack gebracht. Aufhören kam für mich nicht in Frage. Ich wollte für ein paar WM-Läufe weitermachen. Ich liebe den Rallyesport über alles. Da kam das Angebot von Hyundai goldrichtig.“ Der 44-Jährige fand die Offerte auf Anhieb verlockend: „Sie wollten mich unbedingt in ihr Team holen. Die Idee mit sechs WM-Rallyes hat mir sehr gefallen. Schön, dass ich weiterhin in der Königsklasse mitmischen darf.“

Offenbar war auch M-Sport/Ford an „Super Seb“ interessiert: „Teamchef Malcolm Wilson hat mich ebenfalls angerufen. Doch da waren die Diskussionen mit Hyundai schon weit fortgeschritten.“ Und Sébastien Loeb bekräftigt: „Ich werde Thierry Neuville helfen falls erforderlich.“

Neuvilles neuer Kollege Sebastien Loeb. | Foto: Photo News

Die Rallyegemeinde versteht immer noch nicht, wie die PSA-Gruppe ihren langjährigen Vorzeigefahrer und Markenbotschafter zur Konkurrenz hat ziehen lassen können. Dessen Boss Carlos Tavares hatte noch kürzlich in einem Interview mit dem GrenzEcho erklärt: „Sébastien Loeb ist ein Freund des Hauses. Wir sprechen mit ihm, wie wir ihn in Zukunft einsetzen können.“ Doch jetzt müssen sich die Franzosen von ihrer Legende trennen. Zum Abschied gab es warme Worte seitens Direktor Jean-Marc Finot: „Nach knapp 20 Jahren bei uns mit vielen Siegen und Titeln werden Sébastien und sein Copilot Daniel Elena ihre Karriere anderswo fortsetzen. Wir bedanken uns bei ihnen. Unsere Freundschaft und unserer gegenseitiger Respekt bleiben ungebrochen. PSA Motorsport steht vor einer spannenden Saison 2019 mit neuen Herausforderungen in der WRC, mit Citroën und Sébastien Ogier und Esapekka Lappi, sowie der Formel E, mit DS-Techeetah und Jean-Eric Vergne und André Lotterer.“

Bei Hyundai wird sich Sébastien Loeb nächstes Jahr für sechs WRC-Läufe, beginnend mit der Rallye Monte Carlo, das dritte Auto mit dem Spanier Dani Sordo, der acht Mal an den Start geht, teilen. Derweil haben der St.Vither Thierry Neuville und Andreas Mikkelsen (N) ein volles Programm mit je 14 Rallyes. Für Hayden Paddon (NZL) ist dagegen offenbar kein Platz mehr bei den Südkoreanern in der WRC. (hs)