Thierry Neuville kommt erst im letzten Drücker zu den Legend Boucles

Motorsport

So sieht der Opel Corsa GSI aus, den Thierry Neuville 2019 bei den Legend Boucles in Bastogne fährt. | Foto: LifeLive

In der Werkshalle der Neuville-Firma LifeLive im Gewerbegebiet in St.Vith herrschte am Donnerstag rege Betriebsamkeit, galt es doch, die letzten Vorbereitungen für ihren Einsatz bei der Historik-Rallye Legend Boucles an diesem Wochenende (1. bis 3. Februar) mit Start und Ziel in Bastogne zu treffen.

Von Herbert Simon

Aber auch Fahrer Thierry Neuville und sein Copilot Nicolas Gilsoul haben einen engen Zeitplan. Alles geht gewissermaßen im letzten Drücker vonstatten. „Thierry kommt erst am Donnerstagabend aus Schweden zurück“, so LifeLive-Mechaniker Markus Meyer.

Denn kaum hatte die Mannschaft Neuville-Gilsoul am vergangenen Sonntag ihren zweiten Platz im Hyundai i20 WRC bei der Rallye Monte Carlo gefeiert, wartete schon die nächste Aufgabe auf sie.

Thierry Neuville kommt aus der Übung nicht heraus.

Denn am Mittwoch standen auf einer verschneiten Teststrecke in Schweden Probefahrten mit Hyundai Motorsport für den zweiten WM-Lauf vom 14. bis 17. Februar im hohen Norden an. Eins ist sicher: Aus der Übung kommt Thierry Neuville nicht. Denn auch bei den Legend Boucles herrschen nach den ausgiebigen Schneefällen in den vergangenen Tagen winterliche Bedingungen vom Feinsten. Da lacht jedenfalls das Herz eines jeden Rallyefans.

LifeLive tritt erneut mit Neuvilles hochgezüchtetem Opel Corsa GSI im Kitcar-Format an. Motor und Getriebe wurden gegenüber dem Vorjahr weiter optimiert. „Für Testfahrten blieb leider keine Zeit mehr, aber ein Funktionstest hat uns gezeigt, dass das Auto läuft“, gibt sich Markus Meyer zuversichtlich und gelassen. Am Donnerstag wurde der kleine Corsa in den aktuellen Sponsorfarben beklebt und es wurden letzten Einstellungen vorgenommen, bevor es zur technischen Abnahme m Freitagmorgen nach Bastogne geht. Da müssen die Zeitfenster schon stimmen.

Am Freitag geht es auch für Thierry Neuville und Nicolas Gilsoul los: Erkundungsfahrten tagsüber für die Asphalt-Wertungsprüfungen (RT) am Samstag, Autogrammstunde am Abend im Festzelt auf dem McAuliffe-Platz in Bastogne. Und bei der Rallye selbst soll in erster Linie der Spaßfaktor überwiegen, sagt der gebürtige St.Vither: „Wir möchten den Fans eine Freude bereiten. Wir fahren nicht unter Druck. Ich hoffe, dass wir auf dem Schnee kräftig driften können.“ Das Ergebnis sollte zweitrangig sein, zumal das Team in die Klasse Super Legend eingestuft wird, da sein umgebautes Auto nicht mehr die Kriterien des ursprünglichen Homologationsblattes erfüllt und mit einem Handikap-Koeffizienten (1,4) belegt wird. „Unter diesen Umständen wird es nicht leicht sein, zu gewinnen“, meint Thierry Neuville, der vor zwei Jahren in einem Porsche 911 bei den Legend Boucles triumphierte.

An weiteren Siegesanwärtern fehlt es ohnehin nicht in Bastogne. Zu ihnen zählt natürlich der frühere Rallye-Werksfahrer Mikko Hirvonen, der einem hochkarätigen Ford Escort MK2 aus der Tuningschmiede von Christian Jacobs die Sporen geben wird. Das gleiche Auto fuhr der letztjährige Sieger Bryan Bouffier (F). Der schnelle Finne lernte den Escort bei einer Testfahrt am Donnerstag kennen.

Favorit Mikko Hirvonen startet in einem Ford Escort MK2

Die belgischen Topfahrer möchten ebenfalls ganz vorne mitspielen, so u. a. Cédric Cherain, der Malmedyer Gino Büx, Fred Caprasse, Stefaan Stouf und Adrian Fernémont (alle Ford Escort), Ex-Sieger Marc Duez aus Jalhay (BMW M3), Fred Bouvy, Yves Matton und der Vervierser Bernard Munster, der 2016 gewann (alle Porsche 911), Ghislain de Mévius (Nissan 240) oder der Sieger von 2012, der Vervierser Jean-Pierre Van de Wauwer (Lancia Beta Monte Carlo). Vielleicht sorgt Marc Timmers, der sich 2006 gegen die versammelte Konkurrenz durchsetzte, wieder für eine Überraschung: Er ist mit seinem Allrad-Ford Sierra bestens gerüstet für Schnee und Eis.

Gespannt sind die Fans ferner auf die Premiere des Rekordsiegers der Rallye Köln-Ahrweiler, Georg Berlandy (Opel Kadett), bei den Legend Boucles. „Wir gehen mit sehr viel Respekt an die Sache“, betont der Deutsche.

Info: www.racspa.be

 

Der Ford Escort von Mikko Hirvonen bei den Testfahrten am Donnerstagnachmittag. | Foto: Letihon