Samatta kam, sah und siegte

1. Division

Mit zwei Toren der „Matchwinner“: Ally Samatta (Mitte) lässt sich feiern. Alessio Castro Montes (l.) und Siebe Blondelle müssen zusehen. | Foto: David Hagemann

Niederlage statt Überraschung: Die AS Eupen verzweifelt immer mehr an ihrer Chancenverwertung, die ebenfalls die Schuld am 0:2 gegen Genk trug. Überragender Spieler war Ally Samatta, der den Ostbelgiern mit zwei Toren das Licht ausknipste.

Von Mike Notermans

Auch wenn es merkwürdig klingt: Trotz einer 0:2-Niederlage zog sich die AS Eupen gegen den Tabellenführer relativ gut aus der Affäre. Rein von den Chancen her waren die Ostbelgier in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft. Aber auch kurz vor Weihnachten galt: Eupens Angriff braucht viel zu viele Torchancen.

AS Eupen 0:2 Genk

Der Gegner war müde, der Platz im Kehrwegstadion aufgrund der starken Regenfälle schwer zu bespielen. Insgeheim durfte die AS Eupen am Sonntagabend darauf hoffen, nach Anderlecht und Standard Lüttich dem nächsten Topteam ein Beinchen zu stellen.

Dass genau das aber nicht passieren sollte, wurde vor 3.412 Zuschauern schnell klar. Die Gäste waren zu stark für die „Pandas“, einige Nummern zu groß für die Mannschaft von Claude Makelele. Wenn Eupen der Bahnhof war, raste der TGV aus Limburg hindurch – mit Ally Samatta als Lokführer. Der treffsicherste Angreifer der 1. Division wurde aus Sicht der AS Eupen zum Spielverderber. In der 13. Minute staubte er nach einer Glanzparade von Van Crombrugge gegen Pozuelo zum 0:1 ab.

Der Plan von Eupen war im Eimer und die Kräfteverhältnisse nach dem frühen 0:1 mehr als deutlich. In der 20. Minute hob Uronen die komplette Abwehr der Gastgeber mit einem guten Pass auf Samatta aus, Blondelle und Gnaka konnten der Genker Tormaschine nicht folgen, 0:2. Bereits zur Hälfte der ersten 45 Minuten gab es unzählige Dinge, die wahrscheinlich leichter waren, als einen doppelten Rückstand gegen den Tabellenführer aus Genk noch zu drehen. Auch wenn Eupen bemüht war, gerieten die Gäste lange nicht in Gefahr.

Gegen Ende der ersten Halbzeit zeigte Eupen aber, dass es noch lebte: Ocansey, der bereits in der 29. Minute an Vukovic scheiterte, sorgte mit einer scharfen Hereingabe für Gefahr (42.), ehe Luis Garcia die berühmten Zentimeter zum Anschlusstreffer fehlten (43.). Mit viel Wut im Bauch kam Eupen aus der Kabine und sorgte mit einem giftigen Start für die ersten Ausrufezeichen. In der 47. Minute fehlten sowohl Toyokawa als auch Fall nur Zentimeter, um eine gute Flanke von Ocansey zu erreichen.

Lob gab es wieder für die Einstellung der AS, die sich nach dem 0:2 nicht aufgab.

Sollte Genk so etwas wie Sorgenfalten bekommen haben, wurden sie mit Sicherheit nicht größer. Denn die Gäste hatten schnell wieder alles im Griff, wurden in der zweiten Halbzeit aber kein einziges Mal richtig gefährlich.

Torchancen hatten nicht die Gäste, die nur noch das Nötigste taten, sondern Eupen. In der 72. Minute forderte die AS vergeblich einen Elfmeter, nachdem Castro Montes zu Fall gekommen war. Zwei Minuten später verpasste Fall den Anschlusstreffer, ehe auch Essende nicht viel zum 1:2 fehlte. Es war eine zweite Halbzeit, für die Eupen zwar Lob, aber eben nicht das erhielt, was es im Abstiegskampf braucht: Punkte. Insgesamt fehlte die Präzision. Kurz vor Schluss lag der Ball schon auf dem Elfmeterpunkt, ehe Schiedsrichter Dierick den Strafstoß – nach Eingreifen des Videoschiedsrichters – wieder zurücknahm.