Nasser Al-Attiyah führt bei der Rallye Dakar

Motorsport

Nasser Al-Attiyah aus Katar und sein französischer Beifahrer Mathieu Baumel liegen im Werks-Toyota Hilux des belgischen Teams Overdrive Racing zur Halbzeit der Rallye Dakar 2019 in Führung. | Foto: afp

Der Katarer Nasser Al-Attiyah (Toyota) hat die Führung bei der Rallye Dakar ausgebaut und liegt zur Halbzeit der Marathonrallye in Peru deutlich vorne. Der belgische Copilot Tom Colsoul (Mini) ist vorerst Vierter.

Der Vorsprung von Nasser Al-Attiyah im Werks-Toyota Hilux des belgischen Teams Overdrive Racing beträgt nach der fünften Etappe satte 24:42 Minuten, da sein größter Rivale, der auf Rang zwei liegende Dakar-Rekordsieger Stephane Peterhansel (Frankreich) im Mini-Buggy des deutschen Teams X-raid am Freitag große Probleme hatte und viel Zeit verlor.

Ruhetag bei der Dakar

Am Samstag ist Ruhetag bei der 41. Rallye Dakar, bei dem alle Teilnehmer Kräfte für die zweite Hälfte sammeln. Weiter geht es dann am Sonntag, die sechste Etappe führt das Feld über 291 Wertungskilometer von Arequipa nach San Juan de Marcona. Nach zehn Etappen und 2636 Wertungskilometern erreicht der Tross am kommenden Donnerstag in der Hauptstadt Lima das Ziel.

Nasser Al-Attiyah hielt sich am Freitag schadlos, er beendete die wegen stellenweise dichten Nebels verkürzte Etappe als Zweiter und musste nur Rallye-Rekordweltmeister Sebastien Loeb (Peugeot) aus Frankreich den Vortritt lassen. Das konnte der 48-Jährige aber verschmerzen. Denn Sébastien Loeb liegt in der Gesamtwertung 40 Minuten zurück. Bei noch fünf verbleibenden Etappen hat Nasser Al-Attiyah alle Trümpfe in der Hand. Der Katarer meinte: „Unser Ziel ist es, die Spitze zu verteidigen und Stéphane Peterhansel auf Distanz zu halten.“

Kritik an die Veranstalter

Sébastien Loeb freute sich über seinen zweiten Etappensieg bei der Dakar 2019: „Wir sind auf Angriff gefahren: Wir haben keine Fehler gemacht und wurden auch nicht durch Reifenschäden eingebremst.“

Das Team Loeb-Elena fuhr gewissermaßen mit dem Messer zwischen den Zähnen. Denn es fühlte sich von den Organisatoren ungerecht behandelt. Was was passiert? Auf der dritten Tagesetappe hatte sich das Peugeot-Duo, das die Strecke eröffnen musste, verfahren, weil das Roadbook bei Kilometer 177 nach Ansicht der Mannschaft einen Fehler aufwies. Der Zeitverlust betrug knapp 43 Minuten. Eine Eingabe von Loeb-Elena bei den Sportkommissaren blieb ohne Reaktion. Worauf hin sich Beifahrer Daniel Elena lautstark entrüstete: „Es ist wirklich beschämend, dass die Ausrichter ihren Irrtum nicht einsehen wollen. Mein Herz schlägt nicht mehr für die Dakar. Ich mache nur noch weiter aus Respekt vor Seb, dem Team, den Sponsoren und den Fans.“

Tom Colsoul Vierter

Einen guten vierten Rang belegt Tom Colsoul als Beifahrer des Polen Jakub Przygonski (Allrad-Mini). Er ist somit der bestplatzierte Belgier. Tom Colsoul bilanzierte: „Wir sind nicht die Schnellsten, aber wir machen keine Fehler. Ein gutes Tempo ohne allzu große Risiken, das ist unsere Marschroute.“

Zwischenstand: 1. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (Kat/F/Toyota) 17 h 19:53. 2. Stéphane Peterhansel/David Castera (F/F/Mini) nach 24:42 Minuten. 3. Nani Roma/Alex Haro Bravo (Sp/Sp/Mini) 34:33. 4. Jakub Przygonski/Tom Colsoul (Pol/B/Mini) 38:12.5. Sébastien Loeb/Daniel Elena (F/MC/Peugeot) 40:00.

Die übrigen Konkurrenten liegen schon mehr als eine Stunde zurück, so etwa:  6. Cyril Despres/Jean Paul Cottret (F/F/Mini) 1h12:47. 7. Harry Hunt/Wouter Rosegaar (GB/NL/Peugeot) 1h59:55. 8. Martin Prokop/Jan Tomanek (CZ/CZ/Ford) 2h13:57. 9. Boris Garafulic/Filipe Palmeiro (Chil/Por/Mini) 2h18:20. 10. Carlos Sainz/Lucas Cruz (Sp/Sp/Mini) 5h13:22.

Deutlich enger geht es in der Motorrad-Wertung zu: Zur Halbzeit liegt Ricky Brabec (USA) in Führung, nur 59 Sekunden hinter dem Honda-Piloten folgt Sam Sunderland (Großbritannien/KTM), der am Freitag seinen ersten Etappensieg holte. Bei den Trucks ist der Russe Eduard Nikolaev (Kamaz) der Spitzenreiter.

Zuschauer verletzt

Bei einem Zusammenstoß mit einem Truck ist ein Zuschauer während der fünften Etappe der Rallye Dakar in Peru verletzt worden. Der 60-Jährige befand sich demnach in einem nicht gesicherten Bereich und wurde von dem russischen Teilnehmer Andrej Karginow (Kamaz) getroffen. Dabei zog sich der Südafrikaner einen Bruch des Oberschenkels zu und wurde ins Krankenhaus nach Arequipa geflogen. Andrej Karginow wurde später von der Rennleitung aus der Wertung genommen, weil der 42-Jährige nicht angehalten hatte, um sich nach dem Unfallopfer zu erkundigen. (dpa/belga/hs)

Der Pole Jakub Przygonski und sein belgischer Beifahrer Tom Colsoul liegen im Allrad-Mini nach fünf Tagesetappen auf Platz vier. | Foto: afp