Ostbelgischer Doppelsieg in Monschau – „Das ist schon etwas Emotionales“

Leichtathletik

Der aus Büllingen stammende Roger Königs hat die 42. Auflage des Monschau-Marathons gewonnen. | Foto: Peter Borsdorff

Am Sonntag fand der Monschau Marathon statt. In den 41 Jahren seines Bestehens hat die inzwischen legendäre Laufveranstaltung bislang 24 verschiedene Sieger gesehen. Bei der 42. Veranstaltung am Sonntag trug sich nach längerer Zeit mit dem aus Büllingen stammenden Roger Königs noch einmal ein neuer Sieger in die Annalen ein.

Von Martin Brodel

Beim Monschau Marathon handelt es sich nicht um einen klassischen flachen Stadtmarathon, sondern um einen hügeligen Landschaftslauf, dessen Zeiten nicht mit anderen Marathons zu vergleichen sind. Die Strecke beinhaltet 750 Höhenmeter. Der Startschuss fiel um acht Uhr morgens.

Bei den Männern war mit dem aus Büllingen stammenden Roger Königs ein ostbelgischer Siegkandidat dabei. Für den 40-Jährigen diente der Marathon als Vorbereitung auf seinen Start über dieselbe Distanz in Berlin Ende September. Er setzte sich gleich alleine an die Spitze: „Auf den ersten zehn Kilometern war ich mit einem Staffelläufer zusammen, der dann aber nachließ. Während des gesamten Rennens waren meine zwei Verfolger mir dicht auf den Fersen. Zum Glück habe ich im Vorfeld Teile der sehr schwierigen Strecke abgelaufen. Sonst wäre das sicher schief gelaufen.“

Königs erreichte das Ziel nach 2:39:48 Stunden und war damit schneller als die Sieger der letzten drei Jahre. Auf den weiteren Podiumsplätzen folgten Markus Mey (2:40:33) und Christian Niessen (2:41:31 – beide Sportteam Peters). Für Königs war es eine besondere Erfahrung. „Wir sind bei fast idealen Bedingungen durch die schöne Eifel gelaufen. Monschau ist gar nicht mit den eher flachen Stadtmarathons zu vergleichen. In den steilen Anstiegen konnte ich meinen Rhythmus gut halten“, so Königs, der in der Vergangenheit unter anderem bei den weltbekannten Marathons in Berlin, Boston, London und New York an den Start ging, die er allesamt in den Top 50 beenden konnte: „Es war schon toll, diese mythische Distanz mal als Sieger zu beenden. Das ist schon etwas Emotionales.“

Königs ist damit nach Peter Hermanns und Ralph Bosten (ohne den in Raeren lebenden Deutschen Andre Collet zu zählen) der dritte ostbelgische Sieger in Monschau.

Dieser Wettkampf war für ihn ein wichtiger Härtetest für den Berlinmarathon in sechs Wochen. „Ich bin an den Start gegangen ohne vorher mein Training zu sehr zu reduzieren und mit dem Ziel nicht zu lange regenerieren zu müssen. Aufgrund der Rennsituation war das Tempo höher als gedacht. Aber ich konnte mir dennoch einige Kräfte aufsparen“, berichtete er im Anschluss des Laufes dieser Zeitung. Er sieht sein Ergebnis auf jeden Fall als gutes Omen für Berlin: „Bei meinen zwei besten Marathons habe ich ebenfalls fünf bis sechs Wochen vorher solch einen Trainingsmarathon gelaufen. Mein Trainingspensum ist familiär bedingt nicht so hoch wie damals. Aber ich hoffe dennoch, dass dieser Härtetest seine Früchte tragen wird.“

Siegerin in der Frauenwertung wurde Tanja Schmitt in 3:18:25 Stunden. Am Start waren 400 Läufer.

André Collet – „Mister Monschau Marathon“ – hat sich zum zehnten Mal die Krone aufgesetzt: Er siegte im Ultralauf.

André Collet aus Raeren konnte den Ultramarathon über 56 Kilometer gewinnen. Der 46-Jährige siegte in einer Zeit von von 3:46:53 Stunden.Archivbild: privat | Foto: privat

Als „Mister Monschau Marathon“ kann man wohl ohne Zweifel den 46-jährigen Raerener André Collet bezeichnen, der für die Aachener TG startet. Er ist mit acht Erfolgen in Monschau Rekordsieger über die klassische Distanz. Er gewann in einer Zeit von 3:46:53 Stunden zum zweiten Mal nach 2012 den den Ultramarathon über 56 Kilometer, der 950 Höhenmeter zu bieten hatte. Der Lauf fand zum siebten Mal statt und startete bereits um sechs Uhr morgens. Er hatte einen deutlichen Vorsprung auf den Zweitplatzierten Christoph Marquard, der nach 4:08 Stunden das Ziel erreichte. Für Collet war es also ein Start-Ziel-Sieg. Auch für ihn war es nur eine Zwischenetappe: „Ich konnte das Rennen von Beginn an kontrollieren. Ich lief ein Tempo, das mir einen soliden Abstand bescherte. So musste ich im Hinblick auf die WM am achten September auch nicht über 100 Prozent gehen. Die Bedingungen waren sehr gut und bin auch sehr glücklich über den Sieg. Nach dem Ausscheiden beim Düsseldorf Marathon ist das eine super Motivation.“ Collet, der ebenfalls ein Spezialist über die 100 Kilometer ist, startet bald bei der Weltmeisterschaft über 100 Kilometer. Hier konnte er sogar schon in der Vergangenheit in seiner Altersklasse gewinnen. Auch zwei weitere Ostbelgier konnten beim Ultramarathon ein gutes Ergebnis erzielen. Der 41-jährige Stephan Langer vom SC Bütgenbach erreichte in 4:16:32 Stunden den sechsten Platz. Der 40-jährige Stephan Peters vom AC Eifel folgte in 4:23:08 Stunden auf dem zehnten Platz. Über 56 Kilometer waren mehr als 200 Läufer am Start.

Sowohl Roger Königs als auch André Collet starteten gemeinsam mit dem Firmeninhaber Ralph Thoma (Ultramarathon) für das Schreiner Team Ralph Thoma. Dieser leistete im Rahmen dieses Wettkampfes eine Spende für benachteiligte Kinder und Jugendliche.