„European Championships“: Belgien setzt auf Thiam und Van Avermaet

Sportevents

Nafi Thiam gilt als Goldkandidatin. | Foto: Photo News

Ab Donnerstag können Sportbegeisterte ein besonderes Event verfolgen: Die ersten „European Championships“ werden von sieben der größten Sportverbände des Kontinents veranstaltet. Und viele Belgier rechnen sich bei den verschiedenen Europameisterschaften in Glasgow und Berlin

Von Mario Vondegracht

Medaillenchancen aus.

Für die „European Championships“ in den Sportarten Schwimmen, Leichtathletik (Senioren und Junioren), Straßenrad, Rudern, Triathlon, Golf (alle in Glasgow vom 2. bis 12. August) und Leichtathletik (vom 7. bis 12. August in Berlin) häuften sich allerdings aus belgischer Sicht in den vergangenen Tagen nicht so rosige Nachrichten: So dämpfte der Zehnkämpfer Thomas Van der Plaetsen die Erwartungen. Der 27 Jahre alte Titelverteidiger schloss im Vorfeld der EM die Goldmedaille kategorisch aus: „Als Titelverteidiger kann ich nicht anders als um einen Podiumsplatz kämpfen. Ich fühle mich besser als noch in Amsterdam vor zwei Jahren. Ich könnte sogar meinen persönlichen Rekord verbessern und zwischen 8.400 und 8.500 Zähler erreichen. Von der Goldmedaille kann aber keine Rede sein. Gegen Kevin Mayer ist kein Kraut gewachsen. Sein Niveau ist so hoch.“ Der Franzose werde beinahe 9.000 Punkte sammeln, was für den Genter und seine Kollegen unmöglich zu erreichen sei. Van der Plaetsen: „Es würde mich nicht überraschen, wenn Mayer in Berlin sogar den Weltrekord von 9.045 Punkten bricht.“

Im Vorfeld erreichten die belgischen Delegationen allerdings schlechte Nachrichten.

Viel schlimmere Neuigkeiten kamen am Dienstag aus dem Schwimmlager. So kämpft Pieter Timmers mit einer Meningitis. Der 29-Jährige aus Neerpelt, der bei den Olympischen Spielen in Rio über 100 Meter Freistil die Silbermedaille gewann, ist derzeit ans Bett gefesselt. Seine Frau twitterte: „Momentan ist Pieter unter Beobachtung im Universitätskrankenhaus in Antwerpen. Die nächsten Tage stehen noch einige Tests an. Was danach ist, wissen wir noch nicht.“ Der belgische Trainer Rik Valcke bemerkte: „Das ist großes Pech. Pieter war richtig gut im Training. Lasst uns hoffen, dass er wieder rechtzeitig fit wird.“ Bereits zuvor hatten Hürdenläuferin Anne Zagré und Diskus-Vizeweltmeister Philip Milanov aufgrund von Verletzungen abgesagt.

Chancen auf Edelmetall hat das Team Belgium, das mit 87 Sportlern in Glasgow und 34 Leichtathleten sowie zwei Staffeln in Berlin an den Start gehen wird, dennoch. Die größten Hoffnungen setzt man natürlich vor allem auf Nafissatou Thiam, der Olympiasiegerin von 2016 und Weltmeisterin im Siebenkampf. In Berlin will sich die 23-Jährige aus Namur zu Europas Königin krönen, nachdem sie vor vier Jahren in Zürich die Bronzemedaille gewann.

Bei den Radfahrern in Glasgow werden natürlich Greg Van Avermaet (ebenfalls Olympiasieger in Rio und in diesem Jahr bei der Tour de France mehrere Tage im Gelben Trikot) Medaillenchancen eingeräumt.

Mit Maxime Gentges ist auch ein Sportler aus der Region dabei.

Die Erwartungen im belgischen Team sind außerdem bei folgenden Sportlern hoch: Nina Derwael (Europameisterin und WM-Dritte im Kunstturnen), die Ruderer Tim Brys und Niels Van Zandweghe, die Bahnradfahrerinnen Jolien D’hoore (Bronze in Rio) und Nicky Degrendele (Weltmeisterin) sowie die Radcross-Stars Wout Van Aert und Sanne Cant, die beide im Straßenrennen an den Start gehen werden. Der 18-jährigen Nachwuchsschwimmerin Valentine Dumont werden derweil Außenseiterchancen eingeräumt. Bei den Leichtathleten sind derweil neben Thiam und Van der Plaetsen auch die EM-Titelverteidiger in der 4×400-Meter-Staffel, die Belgian Tornados, Kandidaten auf den Gewinn einer Medaille.

Mit Maxime Gentges ist auch ein Sportler aus der Region dabei. Der Kunstturner des TV Malmedy, der dem Leistungszentrum in Mons angeschlossen ist und dessen Steckenpferd das Pauschenpferd ist, bereitete sich in den vergangenen Wochen akribisch auf die EM vor.

Sie alle wollen bei den Europameisterschaften, die im Gegensatz zu den Weltmeisterschaften vor allem auch den Nachwuchssportlern wie Junioren-Weltmeister Jonathan Sacoor (400-Meter-Lauf) Erfahrungswerte mitgeben sollen, so gut wie möglich abschneiden, um Belgien in der Medaillenwertung auf die vorderen Plätze zu hieven.

Olympiasieger Greg Van Avermaet könnte in Glasgow eine Medaille gewinnen. | Foto: Photo News